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Ernte
Hochsaison für Kürbis

Bettina Winkler / 04.10.2018, 07:00 Uhr
Demnitz/Buchholz (MOZ) Im Oktober hat die Kürbiszeit ihren Höhepunkt. Da die Herbstfrucht es beim Wachsen heiß und sonnig mag, haben Sarah Braun aus Demnitz und Grit Konopko aus Buchholz eine gute Ernte gehabt. Die Früchte, die sie nicht selbst zu Suppen und  Kompott verarbeiten, werden am Straßenrand zum Verkauf angeboten.

Orangerot und nussig im Geschmack – die bei Feinschmeckern beliebten  Hokkaido, deren Schale man nach dem Kochen mitessen kann, leuchten auffällig am Straßenrand in Demnitz. In Paletten, fein säuberlich nach Sorten sortiert, warten zudem Butternut, Spagetti- und Muskatkürbis auf Abnehmer. Blue Hubbard ähnelt von außen einer Riesenkröte. „Bei Feinschmeckern  ist diese Sorte aber geschätzt wegen des auffällig gelben Fruchtfleisches und dem süß-nussigen Geschmack“, sagt Hobbyzüchterin Sarah Braun, die vor sechs  Jahren ihre Leidenschaft für die großen Beeren entdeckt hat. Ein Nachbar hatte einen Kürbis zum Probieren spendiert. Die damals 14-Jährige dachte sich, so etwas könnte ich auch anbauen. Die erste Anbaufläche zur Probe war 9 Quadratmeter groß, mittlerweile bestellt Sarah Braun ein Feld von 20 mal 80 Metern Größe. „Wir haben die ehemalige Pferdekoppel umgepflügt und mit Mist gedüngt“, erzählt die 20-Jährige aus Demnitz.

Der heiße und sonnige Sommer sowie die zusätzliche Bewässerung aus dem Brunnen haben für eine reichliche Ernte gesorgt. Rund 400 Früchte hat Sarah Braun vom Feld geholt. Den nussigen Butternut verarbeitet sie zu Kürbissuppe. „Meine Mutter ist ganz verrückt danach“, sagt sie schmunzelnd. Der süßlich schmeckende Muskatkürbis dient in rohen Scheiben als Salatbeilage.

Der Kürbisverkauf an der Straße läuft über die Firma des Vaters. Dabei möchte Sarah Braun nicht auf eine  Kasse des Vertrauens vertrauen. „Die Kunden sollen klingeln, es sind schon Früchte weggekommen“, begründet die Demnitzerin.

Das sieht Grit Konopko anders. Die Buchholzerin  verkauft ihren Überschuss an Kürbissen vor ihrem Haus – gezahlt wird in eine Kasse des Vertrauens.  „Bis jetzt hat jeder Kürbisfan seinen Obolus hinterlassen“, so Grit Konopko, die seit fünf Jahren hauptsächlich die alte DDR-Sorte „Gelber Zentner“ auf einem Acker hinter dem Haus anbaut. „Diese Sorte kann man zu Kompott und Suppe verarbeiten. Auch zum Schnitzen von Halloween-Masken ist der große Kürbis gut geeignet“, erzählt Grit Konopko.

Während eine Auswahl an Früchten schon vor dem Haus zum Verkauf angeboten wird, liegen die größten Exemplare noch auf dem Feld. In jedem Frühjahr ordert Grit Konopko neue Samen, wobei sie bei Hokkaido besonders schnell sein muss, weil er bei Hobbygärtnern sehr begehrt ist. „Die Körner werden Anfang Mai in die Erde gesteckt und dann lasse ich mich überraschen, was raus kommt“, erzählt die Buchholzerin.

Übrigens brachten Seefahrer vor Jahrhunderten Kürbissamen nach Europa. Inzwischen ist die Frucht in vielen Gärten heimisch. Neben der zunehmenden Popularität von Halloween, dürfte vor allem der Vegetarisch-Vegan-Kochtrend zum Boom des Kürbis – der kalorienarm, reich an Vitaminen, Kalium, Zink und anderen Nährstoffen ist – beitragen. Die Sorten mit gelbem Fruchtfleisch haben zudem noch Carotin, das im menschlichen Organismus in Vitamin A umgewandelt wird.

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