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Capsulier Lite
Green Deal für Nespresso Kapseln

Wiederverwendbare Nespresso-Kapseln mit dem Capsulier Lite
Wiederverwendbare Nespresso-Kapseln mit dem Capsulier Lite © Foto: Capsulier
Stefan Klug / 19.02.2020, 10:20 Uhr - Aktualisiert 19.02.2020, 10:50
Frankfurt (Oder) (MOZ) Kaffee trinken ist Kult, Barista gelten mittlerweile fast schon als Künstler. In den eigenen vier Wänden bieten sich stattdessen Vollautomaten an. Doch die sind teuer. Das wiederum macht die Nespresso-Maschinen beliebt. Die Umweltbilanz der Kapseln jedoch ist bedenklich. Diesen Widerspruch versucht Capsulier aufzulösen.

Gutes Mahlwerk, hoher Pumpendruck, akzeptables Reinigungsverhalten - der Barista für die eigene Küche muss hohe Anforderungen erfüllen. Doch Kaffee-Vollautomaten schlagen ordentlich zu Buche, selbst wenn die App-Steuerung echte Geeks darüber hinwegschauen lässt. Spätestens fürs Büro muss es etwas preiswerteres sein. In diese Lücke ist vor Jahren Nespresso gestoßen. Mehr als die garantierten 19 bar Druck müssen die mittlerweile kleinen und schicken Maschinchen nicht leisten. Der Rest des Kaffee-Kunstwerkes liegt bei den Kapseln. Geschmack und Stärke dürfte durch die Vielfalt des Angebots für jeden etwas bereithalten und mit der Entsorgung der kleinen Alu-Behältnisse ist die Reinigungsarbeit auch schon getan.

Aber anders als beim Vollautomaten, wo der Kaffee-Satz auf dem Kompost und das bisschen Schmutzwasser im Ausguss landen, sind die Nespresso-Kapseln immer noch da. Landen auf dem Müll und verrotten dort - nicht. In Zeiten von echtem Umweltbewusstsein und Klimahysterie geht das bei vielen gar nicht. Zwar sind kompostierbare Kapseln mittlerweile im Angebot, doch diese lösen sich auch nicht einfach in Luft auf. Die Hersteller umschreiben das vieldeutig mit industriell kompostierbar. Wer in Sachen Kaffee-Träger ganz sicher gehen will, muss auf Mehrwegprodukte setzen. Capsulier nimmt hier in Anspruch, die ersten zu sein, die wiederverwendbare Kapseln zur Serienreife gebracht haben.

Der Name der dazugehörigen Maschine ist dabei Programm: Capsulier Lite. Die ist zwar im Vergleich zur eigentlichen Kapsel erstaunlich groß, doch deren Handhabung dagegen absolut easy. Erwartungsgemäß dreht sich alles um den Kaffee-Behälter. Der ist hier aus Edelstahl und hat auf den ersten Blick exakt die Form, die in eine Nespresso-Maschine passt. Auf den zweiten ist sie jedoch etwas niedriger, wohl um den verschiedenen Aufnahmemechanismen der am Markt befindlichen Geräte gerecht zu werden. Damit trotzdem nichts wackelt findet sich an der Oberseite eine kleine Gummimanschette, die für rutschfesten Sitz sorgt. Der muss wohl so gut sein, dass der Hersteller extra darauf verweist, die Kapsel ruhig mit etwas Druck in den entsprechenden Schlitz zu drücken. Die Unterseite der Kapsel ist ebenso wie deren Deckel perforiert. Und damit die kleinen Löcher nicht vom Kaffee verstopft werden, gibt es ein austauschbares engmaschiges Stahlnetz dazu, das in den Deckel eingelegt werden muss.

Der eigentliche Capsulier ist ein ziemlich großer Plastik-Broken im kantigen Bauhaus-Design. Es gibt eine Aufnahme-Vorrichtung in die die Kapsel ohne Deckel und Netz eingeschoben wird. Danach am große Hebel gedrückt und schon wandert das Stahlgebilde ins Innere. Unter einem Deckel an der Oberseite versteckt sich ein Schacht, über den mit dem mitgelieferten Messlöffel der Kaffee eingefüllt wird. Hebel wieder zurückdrehen und etwas über den Anfangspunkt hinaus, und schon presst ein Stempel das Pulver zusammen. Kapsel entnehmen - das ist irgendwie fummelig - Deckel drauf, in die Nespresso rein und fertig. Ob die Befüllvorrichtung solche Ausmaße haben muss bleibt fraglich, das Befüllen jedenfalls geht bis auf die Entnahme der Kapsel einfach von der Hand.

Eigene Kaffee-Mischungen möglich

Nicht nur der ökologische Aspekt ist für die Erfinder interessant, sondern auch der individuelle. Wer die Amis kennt, weiß um deren Kaffee-Geschmack. Die Kapseln selbst befüllen zu können ermöglicht so schier unendliche Möglichkeiten. Nicht nur in Sachen Kaffee, sondern auch bei der der Zugabe von Gewürzen, Aromen etc. Erste Versuche mit normalem Kaffee-Pulver waren nicht sonderlich geschmacksintensiv. Hier muss man definitiv auf Espresso zurückgreifen. Wer zusätzliche Geschmacksrichtungen mag, darf fleißig experimentieren. Das ist in jedem Fall ein großen Plus des Capsuliers, da man nicht immer gleich ganze fertige Packungen kaufen muss.

Zur ökologischen Wahrheit des Ganzen gehört aber auch, dass die Reinigung der Kapseln natürlich einige Mühe macht. Prinzipiell könnten sie wohl in den Geschirrspüler, das aber dürfte auf Dauer den Gummidichtungen nicht bekommen. Und da sich die feuchte Kaffeemasse nicht einfach ausschütteln lässt, muss immer der Wasserstrahl ran. Probleme mit den feinen Krümeln sollte man also nicht haben. Und noch ein weiterer Aspekt muss beachten, wer gern andere einlädt. Will man die Kapseln nicht im Schnelldurchgang saubermachen und trocknen, müssten weitere her. Die schlagen dann aber mit über 30 Euro ziemliche Löcher ins Budget. Auch der Capsulier selbst ist nicht wirklich billig und reicht preislich mit knapp 100 Euro fast schon an kleinere Nespresso-Maschinen heran. Aber für die Umwelt und den eigenen guten Geschmack ist ja vielen nichts zu teuer.

www.capsulier.com

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