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Viele Straßenschäden zwingen zur Vorsicht

Dem Frost folgt Frust

Dem Frost folgt Frust - Viele Strassenschäden zwingen zur Vorsicht
Dem Frost folgt Frust - Viele Strassenschäden zwingen zur Vorsicht © Foto: dapd
dapd / 22.02.2013, 07:29 Uhr
Köln (dapd) Langsam werden auf den Straßen die Folgen des Winters sichtbar. Vielerorts sind im Schritttempo um Schlaglöcher herum kurvende Autofahrer zu beobachten. Es ist die Stunde der SUV- und Allrad-Besitzer. Endlich einmal machen deren Gefährte richtig Sinn. Alle anderen Autofahrer müssen bremsen bis zu Stillstand, andernfalls drohen teure Schäden an Reifen und Felgen. Auch so manche zerbröselte Plastikverkleidung an Straßenrand dokumentiert den offenkundigen Verfall. Selbst Fahrwerksschäden sind nicht auszuschließen. Dagegen hilft nur Hilfe durch Selbsthilfe und die lautet, runter vom Gas. "Der sogenannten Verkehrssicherungspflicht der Kommunen und Länder steht die Pflicht jedes einzelnen Fahrers gegenüber, die Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen anzupassen", schildert der auf Verkehrsrecht spezialisierte Rechtsanwalt Michael Winter Regel Nummer 1 angesichts kariöser Straßendecken.

Nach Einschätzungen von Fachleuten des TÜV Rheinland in Köln sind speziell in Städten und Gemeinden immer mehr Fahrbahnen des rund 430.000 Kilometer langen Straßennetzes marode. "Durch krasse Temperaturunterschiede und permanent hohe Verkehrsbelastung bilden sich Risse in der Fahrbahndecke. Es dringt Wasser ein, das bei Minusgraden gefriert, sich ausdehnt und den Belag absprengt. Die Folge, es bilden sich Schlaglöcher", erläutert TÜV-Rheinland-Experte Hans-Ulrich Sander die Entstehung von Straßenschäden.

Schlaglochschäden an Fahrwerk und Reifen

Fährt ein Auto relativ flott über die Vertiefungen, kann es durch die schlagartig einsetzenden Kräfte - daher der Name Schlagloch - und die mitunter scharfen Kanten der Asphaltbrocken zu erheblichen Beschädigungen kommen. Gefährdet sind Reifen, Felgen und Stoßdämpfer. Aber auch Querlenker, Federbeine oder Spurstangen können in Mitleidenschaft gezogen werden. "Verliert ein Reifen Luft, könnten die Reifenflanke oder das Felgenhorn beschädigt sein", warnt Ulrich Köster vom Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK). Ein Poltern an der Vorderachse könne zudem auf beschädigte Koppelstangen oder ausgeschlagene Lager an den Lenkern hinweisen. Ein harter Schlag habe oftmals auch ein schief stehendes Lenkrad zur Folge.

Autofahrer sollten auf Schlaglöcher, Aufplatzungen und Risse im Straßenbelag jetzt verstärkt achten, sagt der ADAC in München. Die Bauämter würden temperaturbedingt das Ende des Winters abwarten, bevor sie Schäden an den Verkehrswegen beseitigen.

Ist das Malheur passiert, sollte man die Situation fotografieren, "sowohl den Schaden am Fahrzeug als auch das Schlagloch und die Verkehrsbeschilderung vor Ort", empfiehlt Katrin Rüter de Escobar vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): "Städte und Kommunen sind zwar verpflichtet, auf Straßenschäden aufmerksam zu machen, aber oft müssen Sie dennoch beweisen, dass Sie vor dem Loch im Boden nicht gewarnt worden sind." Auch Zeugenaussagen anderer Verkehrsteilnehmer sowie ein Hinzurufen der Polizei könnten hilfreich sein.

Keine guten Karten für Schadensersatz

Und wer zahlt nun die Schäden? Wer eine Vollkaskoversicherung besitzt, ist fein raus, sie springt in die Bresche. Schwieriger wird es, wenn man Geld von Stadt oder Kommune möchte. "Zum einen hängt es am konkreten Fall, zum anderen gibt es auch unterschiedliche Gerichtsurteile dazu. So sprach im Jahr 2006 das Landgericht Meiningen einer Autofahrerin einen Schlaglochschaden in Höhe von 403,63 Euro zu. Sie konnte der Stadt Suhl Mängel bei der Absicherung von Fahrbahnschäden nachweisen", weiß Katrin Rüter de Escobar. In anderen Urteilen sei allerdings die Übernahme der Schäden abgelehnt worden. Tenor hier: Bei allgemein schlechten Straßenzuständen, ausreichender Beschilderung und angemessener Fahrweise könnten Schäden vermieden werden.

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Auto Michael Winter Straßenschäden Ulrich Köster Sicherheit

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