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Kalzium schützt Knochen

12.02.2014, 16:29 Uhr
(dpa) Kalzium schützt die Knochen vor Osteoporose. Nahrungsergänzungsmittel mit dem Mineralstoff galten lange Zeit als ungefährlich und wurden häufig bedenkenlos konsumiert. Doch es gibt Hinweise, dass ein übermäßiger Gebrauch Herz-Kreislauf-Risiken bergen kann.

Kalzium ist ein Mineralstoff, den der Körper in großen Mengen braucht. Er hält damit Knochen, Nerven und die Muskulatur gesund. Einseitige Ernährungsweisen, aber auch Mangelernährung im Alter oder Krankheiten sind Gründe dafür, dass eine ausreichende Kalziumzufuhr manchmal nicht gegeben ist. Ein breites Sortiment an Nahrungsergänzungsmitteln steht Verbrauchern dann zur Verfügung.

"Es ist nachgewiesen, dass die Knochengesundheit durch die Zufuhr von Kalzium als Nahrungsergänzungsmittel steigt", sagt Professor Armin Zittermann. Wer jedoch leichtfertig zu den Mitteln greift, läuft Gefahr, sein Risiko für Gefäßverschlüsse und Herzinfarkt zu erhöhen. "Mehrere hochqualitative Studien aus den letzten Jahre liefern Hinweise darauf, dass diese Nebenwirkungen auftreten können", stellt Zittermann klar.

Die zusätzliche Aufnahme von Kalzium in Form von Nahrungsergänzungspräparaten sei vor allem dann problematisch, wenn bereits hohe Kalziumdosen mit der täglichen Nahrung zugeführt werden. Zittermann beruft sich auf eine Studie aus Schweden, deren Ergebnisse Anfang 2013 in der Fachzeitschrift "British Medical Journal" (BMJ) veröffentlicht worden sind. In der Studie war die Zahl der Todesfällen bei Frauen, die täglich mehr als 1 400 Milligramm (mg) Kalzium zu sich genommen hatten, deutlich erhöht.

Zusätzliches Kalzium sollte man nur dann einnehmen, wenn eine ausreichende Aufnahme über die Nahrung nicht gewährleistet werden kann, erklärt der Forscher. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene tägliche Zufuhr von Kalzium liegt für Erwachsene bei 1 000 mg. Die Summe aus Nahrungsergänzung und Ernährung sollte laut dem Dachverband Osteologie (DVO) 1 500 mg täglich in der Regel nicht überschreiten.

Häufig werde die empfohlene Tageszufuhr an Kalzium aber nicht erreicht, erklärt Ernährungswissenschaftlerin Petra Ambrosius. Wer die Ernährung nicht verbessern kann, müsse daher über eine Ergänzung nachdenken. Auch auf eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung komme es an. "Vitamin D benötigt der Körper, um Kalzium aufnehmen zu können", erklärt Ambrosius. Handelsüblichen Präparate enthielten daher meist Kombinationen aus Kalzium und Vitamin D. Letztlich sicher überprüfen lasse sich die individuelle Kalzium- und Vitaminzufuhr aber nur durch eine Nährwertfeinanalyse durch einen Ernährungsberater.

Ein Umdenken bei der Einnahme von Kalzium-Supplementen aufgrund der neuen Studienergebnisse sei letztlich auch bei der Knochenkrankheit Osteoporose angebracht, resümiert Professor Johannes Pfeilschifter. "Früher hat man gesagt, wer einer Osteoporose vorbeugen will, sollte viel Milch trinken, viel Käse essen und selbstverständlich auch Kalziumtabletten einnehmen", erklärt er. "Nach diesem Motto würde man heute nicht mehr verfahren." Jemand, der mit der Nahrungszufuhr verlässlich auf seine täglichen 1 000 mg Kalzium komme, brauche keine Nahrungsergänzung. Ein Nutzen, es trotzdem zu machen, ergebe sich aus den bisherigen Studien nicht.

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