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TÜV-Rheinland zertifiziert Therapie der Oberhavel-Klinik Gransee

Schmerzfrei mit Struktur

Das Team: Beteiligt am vom TÜV Rheinland zertifizierten Konzept sind etwa 80Prozent der Klinikmitarbeiter sagt Dr. Arnim Hamann (Dritter von links).
Das Team: Beteiligt am vom TÜV Rheinland zertifizierten Konzept sind etwa 80Prozent der Klinikmitarbeiter sagt Dr. Arnim Hamann (Dritter von links). © Foto: MZv
Siegmar Trenkler / 18.03.2014, 06:33 Uhr - Aktualisiert 18.03.2014, 06:41
Gransee (MZV) Wenn ein Patient unter Schmerzen leidet, kann sich das nachteilig auf die Heilung auswirken. An der Oberhavel-Klinik Gransee gibt es daher ein zertifiziertes Verfahren, um dafür zu sorgen, dass Patienten mit ihren Schmerzen nicht allein gelassen werden.

Mehr als ein Jahr lang wurde in der Klinik daran gearbeitet, eine Art Checkliste für den Umgang mit Schmerzen zu entwickeln. Das Ergebnis ist mittlerweile vom TÜV Rheinland zertifiziert worden. Es ist "ein Standard zur Therapie von Akutschmerzen", wie Dr. Arnim Hamann erklärt.

Beteiligt an der Erstellung und Umsetzung sind etwa 80 Prozent des Klinikpersonals - vom Pflegedienst über die Chirurgie, die Anästhesie bis zu Mitarbeitern in der Rettungsstelle und den Schwestern. Sie alle arbeiten nach demselben Standard beim Umgang mit Akutschmerzen.

Die Therapie gliedert sich in drei Bereiche: den medikamentiven, den nicht-medikamentiven sowie die psychische Zuwendung durchs Pflegepersonal. Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Wenn ein Patient über Schmerzen klagt, wird er um eine Einschätzung seiner Schmerzen gebeten - anhand einer Skala von 0 (absolut schmerzfrei) bis 10 (der maximal vorstellbare Schmerz). Ergänzt wird das durch eine Einschätzung durchs Personal, bei der etwa berücksichtigt wird, ob der Patient ruhig und entspannt ist oder er mit schmerzverzerrtem Gesicht im Warteraum sitzt. Ab Stufe drei (mäßiger Schmerz) können Schmerzmittel verabreicht werden. Nach 15Minuten erfolgt die Kontrolle, ob die Medikamente anschlagen.

Schon hier kommt die Akutschmerztherapie mehrfach zum Tragen. Denn aufgrund der festgelegten Abläufe müssen Medikamente nicht mehr zwangsläufig vom Arzt, sondern können auch von der Schwester verabreicht werden. Das spart im Ernstfall Zeit und sorgt dafür, dass die Patienten schneller Linderung erfahren. Wobei die Skala lediglich als Richtwert dient, der individuell an die Bedürfnisse und Probleme der einzelnen Patienten angepasst wird, wie Hamann versichert. Auch nach Operationen und vor Eingriffen wird nach der festgelegten Therapie verfahren. Dazu gehören auch Punkte wie die umfassende Aufklärung über Schmerzen, um Patienten so die Angst zu nehmen.

Für die Zertifizierung durch den TÜV wurden aber noch weitaus mehr Abläufe festgeschrieben. So sind etwa die Medikamente auf den neuesten Stand gebracht worden, um mit so wenig wie möglich Nebenwirkungen belastet zu werden. Im Konzept ist auch festgelegt, welcher Arzt für welchen Punkt verantwortlich ist. Damit ist für jeden Bereich auch immer ein Ansprechpartner und Verantwortlicher festgelegt worden. Die Patienten werden im Rahmen der Qualitätssicherung per Fragebogen regelmäßig nach ihrer Einschätzung der Therapie befragt. Zudem gibt es Besuche vom TÜV - sogenannte Audits - bei denen den Klinikmitarbeitern noch einmal auf die Finger geschaut wird. Insgesamt ist es also eine enorme Menge an Vorbereitungen, die im vergangenen Jahr in die Erstellung des Konzepts geflossen sind und die auch weiterhin in die Einhaltung des Konzepts gesteckt werden müssen. Die Entwicklung kostete laut Hamann zwar viel Arbeit, habe aber sehr viel für das Haus gebracht. Schmerztherapie ist auch schon vorher im Klinikum angewendet worden, wie Hamann erklärt. Allerdings sei diese nicht annähernd so gut strukturiert gewesen wie die jetzt zertifizierte. Der Stempel des TÜV gilt für drei Jahre. Danach beginnt die Zertifizierung von vorn.

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