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Ausstellung
Leuchtkraft durch inversives Malen

Aufbau.  Daniel Eltinger zeigt  Werke, die unter dem Titel „chresmoi“ in der Villa Blunk zu sehen sind.
Aufbau.  Daniel Eltinger zeigt  Werke, die unter dem Titel „chresmoi“ in der Villa Blunk zu sehen sind. © Foto: Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 11.05.2018, 06:30 Uhr
Wriezen (MOZ) Anlässlich der Kunstloosen Tage eröffnet am Freitag in der Villa Blunk in Wriezen eine neue Ausstellung. Daniel Eltinger zeigt Bilder unter dem Titel „chrèsmoi“. Steffen Blunk, Eigentümer des Hauses, präsentiert experimentelle Bilder in seinem Atelier auf dem ausgebauten Dachboden.

In der Wriezener Villa Blunk herrschte in den vergangenen Tagen geschäftiges Treiben. Denn Daniel Eltinger (37) ließ sich seine Bilder per Post zuschicken und musste daher noch die Rahmen bauen. Der Künstler, der aus Stuttgart kommt und auch dort 2010 sein Studium der Malerei abschloss, hat sich der abstrakten Kunst verschrieben. Die Bilder sind keineswegs eintönig, der Betrachter entdeckt immer wieder etwas Neues.

„Die Ausstellung ist in zwei Farbgruppen aufgebaut, es gibt eine blaue und eine grün-rosa Gruppe“, sagt Daniel Eltinger. „Chrèsmoi“ bedeute in der griechischem Mythologie so viel wie Orakel. Das Wort tauche im überlieferten Titel einer nichtüberlieferten orphischen Dichtung auf, berichtet der Künstler. Hier wirft er keinen Blick auf die Bibel und die Evangelien, die sich sonst in seinen Arbeiten wiederfinden. Der Titel gibt ihm die Möglichkeit, seiner Phantasie freien Lauf zu lassen

„Viele Motive seiner Bilder sind biblisch und alttestamenarisch“, erläutert Steffen Blunk. Daniel Eltinger arbeitet seit 2013 in einem Raum in Blunks  Atelierhaus in Berlin. Dadurch lernten sich beide Künstler kennen. Besonders mit dem Propheten Jesaja hat sich Daniel Eltinger beschäftigt. Jesajas Söhne tauchten in einem Triptychon auf, das er 2009/10 realisert habe. „Das Buch Jesaja hat 76 Kapitel, Jesaja hat 70 Jahre prophezeit und nannte seine Söhne nach den Visionen für das Volk Israel“, berichtet Eltinger. Mit diesen Visionen verbindet er seine Malerei.

Steffen Blunk hebt die Malweise hervor, mit der Eltinger Farbe auf die Leinwand bringt. Er spricht von „inversiver Malerei“. Eltinger pinselt, sprüht und spritzt Acrylfarbe auf Folie und lässt sie trocknen. Danach klebt er die Folie auf die Leinwand, so dass die Farbpigmente von der Folie auf der Leinwand bleiben. Der Künstler bringt mehrere Schichten Farbe auf die Folie auf, sodass die unterste Schicht später oben ist. „Die Leuchtkraft wird durch diese Technik gefördert“, so Eltinger. „In seinem Atelier hängen lauter Folien“, berichtet Steffen Blunk.

Der Gastgeber, der seit einem Jahr in der ehemaligen Wriezener Ratsherrenvilla Künstlern eine Ausstellungsfläche bietet, zeigt diesmal eigene Bilder. Sein Markenzeichen ist, dass menschliche Körper malt und die Körperteile mit dem Stechbeitel heraus nimmt, so dass es der Phantasie Betrachters überlassen bleibt, wie er die Kontur mit seinem inneren Auge ausfüllt. Anlässlich der Kunstloosen Tage präsentiert Blunk neben seinen bekannten Arbeiten Experimentelles. Er schichtet die gleiche Farbe auf Platten mit unterschiedlich-farbigen Hintergründen. „Ich probiere aus, was mit der von mir verwendeten Farbpalette zu erreichen ist“, erläutert der Künstler. Gleichzeitig bleibt er seiner Technik treu, ein Stück heraus zu schnitzen. „Neben der Farbe kommt die Störung“, so Blunk. „Das Atelier ist eben der Experimentierraum des Künstlers“, ergänzt er. „Ich schlechtesten Fall lerne ich etwas über Farbe kennen, die ich verwende,in besten Fall entsteht ein Bild“, so der Künstler. Die Farbkompositionen lässt er wie eine Installation von der Dachschräge hängen. Der Künstler will andere teilhaben lassen an seinen Talenten und begabten Schülern Unterricht geben.

Die Villa Blunk, Berliner Berg 4 in Wriezen, ist an diesem Freitag, am Sonnabend und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Daniel Eltingers Ausstellung bleibt  bis 8. Juli in der Villa Blunk.

Weitere Termine zu den Kunstloosen Tagen auf Seite 18.

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