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Für gepflegte Hausmusik
Instrumente richtig säubern und lagern

Das Harz des Bogens trocknet mit der Zeit aus und hinterlässt Staub auf dem Instrument. Nach dem Musizieren entfernt man die Reste am besten.
Das Harz des Bogens trocknet mit der Zeit aus und hinterlässt Staub auf dem Instrument. Nach dem Musizieren entfernt man die Reste am besten. © Foto: dpa/Florian Schuh
dpa / 01.11.2018, 14:02 Uhr
Wiesbaden (dpa) Nach dem Spielen säubern und trocken lagern - das reicht nicht. Musikinstrumente halten länger, wenn man sie regelmäßig pflegt und bei gleichbleibender Zimmertemperatur aufbewahrt. Tipps für Musiker der gängigsten Instrumente:

KLAVIER: Das beliebteste Instrument an deutschen Musikschulen ist so groß wie ein Möbelstück - und will genauso gepflegt werden. Das lackierte Klavier wird mit einem Baumwoll- oder Mikrofasertuch sowie mit Fensterreiniger geputzt. Auch auf den Tasten funktioniert das gut. „Auf keinen Fall mit Wasser reinigen und nur leicht feuchte Tücher verwenden“, sagt Michael Schmidt, Vorstandsmitglied im Bund deutscher Klavierbauer in Berlin.

Holz arbeitet bei Temperaturschwankungen und reagiert auf die Luftfeuchtigkeit. Im Klavier wirken sich stark verändernde Temperaturen insbesondere auf den Resonanzboden sowie die filigrane Mechanik im Inneren aus, erläutert Schmidt. Er rät daher zu einer Raumtemperatur von 20 Grad bei 50 Prozent Luftfeuchte.

Letztere muss in der Regel über das Lüften gesteuert werden, was insbesondere an kalten Tagen schwierig ist. „Befindet sich das Klavier im Wohnzimmer muss man darauf achten, dass die Fenster im Winter nicht gekippt stehen, sondern zweimal täglich stoßgelüftet wird“, sagt Schmidt.

Am besten eignen sich kleine Räume als Standort, da sich hier Temperatur und Luftfeuchte besser regulieren lassen. Die Werte lassen sich mit einem Thermo-Hygrometer im Blick behalten. Automatisch gesteuert werden kann die Luftfeuchtigkeit mit einem Raumklimagerät oder einem Regulator im Klavier. „Die alte Methode, leere Gurkengläser mit Wasser gefüllt ins Klavier zu stellen, funktioniert zwar, die meisten vergessen aber über die Zeit, diese Gläser auch wieder aufzufüllen“, ergänzt Schmidt.

Er empfiehlt zudem: „Das Klavier sollte von der Außenwand faustbreit entfernt stehen und nicht direkt neben einem Kamin oder einer Wandheizung aufgestellt werden.“

BLECHBLASINSTRUMENTE: Neben der Grundreinigung nach jedem Spielen sollten diese einmal im Monat von innen mit Wasser durchgespült werden. Dafür gibt es spezielle Aufsätze für den Duschschlauch, wie Carsten Göpf erklärt. Er ist Experte für Metallblasinstrumente im Bundesverband der deutschen Musikinstrumentenhersteller (BDMH) in Wiesbaden. „Wird das Instrument nicht ausreichend gereinigt, kann es zu Ablagerungen kommen.“ Das kann das Spiel verschlechtern.

Die Außenseite der Instrumente sollten gelegentlich auch geputzt werden. Die in der Regel aus Messingblech bestehenden Oberflächen lassen sich mit einer Metallpolitur pflegen. Sind sie aber lackiert oder versilbert, braucht man extra Pflegesprays. Blechblasinstrumente lagern zu Hause am besten bei 18 bis 25 Grad Zimmertemperatur, ergänzt Göpf.

HOLZBLASINSTRUMENTE: Blasinstrumente aus Holz sollten im Haus ebenfalls nicht großen Wechseln von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sein. Es bestehe die Gefahr, insbesondere bei deutschen Klarinetten, dass sich Risse im Holz bilden, erklärt Joachim Stark vom Bundesverband der deutschen Musikinstrumentenhersteller. Das ist besonders im Winter ein Problem: Öfen und Heizkörper strahlen viel Wärme ab. Und je nachdem wie ausgewogen man lüftet, kann die Luftfeuchtigkeit sehr hoch oder sehr niedrig im Raum werden.

Für Saxofone gilt insbesondere, dass man sie vor Stößen schützen muss - sie werden ja gerne mal dekorativ im Wohnraum stehen gelassen. Wer keinen Instrumentenständer besitzt, sollte das Saxofon daher auf seine Klappenschützer und eine weiche Unterlage legen, sagt Stark.

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