Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Reparieren und weitergeben
So geht gutes Elektrogeräte-Recycling

Manches alte Elektrogerät lässt sich noch gut reparieren – zum Beispiel diese Kaffeemühle. Das können Profis angehen, oder man holt sich Unterstützung in einem sogenannten Repair-Café.
Manches alte Elektrogerät lässt sich noch gut reparieren – zum Beispiel diese Kaffeemühle. Das können Profis angehen, oder man holt sich Unterstützung in einem sogenannten Repair-Café. © Foto: dpa/Florian Schuh
dpa / 19.11.2018, 15:55 Uhr
Berlin (dpa) Das Recycling und die sachgemäße Entsorgung von gefährlichen, aber zugleich wertvollen Rohstoffen aus dem Müll stockt. Die aktuellen EU-Sammelquote für Elektrogeräte hat Deutschland in der jüngeren Vergangenheit knapp unterlaufen, ab 2019 werden die Quoten dafür deutlich erhöht.

Vor allem Haushaltsgeräte entsorgen viele Menschen falsch, aber auch mit Batterien gibt es ein Problem. Zwar fordern das Umweltbundesamt und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vom Handel, die Rücknahme alter Elektrogeräte zu verbessern, aber oft liegt es auch am Verhalten des Verbrauchers.

Hier drei Ideen, was jeder für Recycling und Müllvermeidung tun kann:

ENTSORGEN STATT WEGWERFEN: In vielen Fällen landen problematische Wertstoffe im Hausmüll. Im Fall von Lithium-Ionen-Akkus kann das sogar gefährlich werden. Diese Akkus haben eine hohe Energiedichte, daher können sie sich entzünden und im Hausmüll einen Brand auslösen. Auch in Sortierwerken komme es regelmäßig vor, dass diese Batterien zu Glühen beginnen, erläutert VKU-Vizepräsident Patrick Hasenkamp.

Daher sollten Elektrogeräte mit solchen Akkus, aber auch die Batterien selbst in einer spezieller Sammelbox im Handel oder auf Wertstoffhöfen entsorgt werden. Dadurch lassen sich Schadstoffe vom Hausmüll und der Umwelt fernhalten und wertvolle Rohstoffe aus Elektrogeräten recyceln. Am besten werden die Pole frei zugänglicher Lithium-Batterien abgeklebt, um einen Kurzschluss zu vermeiden.

Für alle andere Elektrogeräte gilt: Geschäfte sind verpflichtet sie zurückzunehmen, wenn es mindestens 400 Quadratmeter Verkaufsfläche für Elektrogeräte gibt und bei der Rückgabe ein neues Gerät gekauft wird. Produkte mit einer Kantenlänge von bis zu 25 Zentimetern dürfen in solchen Läden allerdings jederzeit zur Entsorgung abgegeben werden. Viele kleinere Fachhändler und Kaufhäuser sind ebenfalls zur Rücknahme bereit, genauso wie Warenhändler im Internet.

REPARIEREN STATT AUSTAUSCHEN: Viele Elektrogeräte sind nicht völlig kaputt, sondern oftmals betrifft ein Schaden nur Kleinteile, die ausgetauscht oder repariert werden könnten. Neuer Müll lässt sich also auch vermeiden, indem man die Produkte zur Reparatur bringt oder in sogenannten Repair-Cafes unter Anleitung selbst Hand anlegt.

Allerdings werden auch viele Geräte so hergestellt, dass sich eine Reparatur ausschließt. Daher sollte man beim Kauf neuer Ware zum Beispiel darauf achten, ob die Produkte über gängige, herausdrehbare Schrauben verfügen. Manche Modelle haben Schrauben, die sich nur eindrehen, aber nicht ohne Beschädigungen herausdrehen lassen. Akkus sollten austauschbar und empfindliche Teile leicht ersetzbar sein.

WEITERGEBEN STATT VERNICHTEN: Für die Europäische Woche der Abfallvermeidung hat der VKU Ideen gesammelt. Eine davon lässt sich einfach in jeder Firma oder in der Schule umsetzen: Um nicht mehr benötigte Gegenstände wie Spielwaren oder alten Geräte ein zweites Leben zu verschaffen, gibt man sie in ein Tauschregal. Wer interessiert ist, greift zu. Außerdem kann man viele Gegenstände auch auf einem Flohmarkt, im Second-Hand-Handel und in Tauschbörsen noch zu einer sinnvollen Nutzung in einem anderen Haushalt verhelfen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG