Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Weltweit Wasser sparen
Weniger Fleisch und mehr Obst aus der Region

Statt zu exotischen Früchten sollte öfter zu Obst und Gemüse aus der eigenen Region gegriffen werden.
Statt zu exotischen Früchten sollte öfter zu Obst und Gemüse aus der eigenen Region gegriffen werden. © Foto: Benjamin Nolte/dpa
dpa / 01.04.2019, 16:13 Uhr
Berlin (dpa) Ob Kaffee oder Klamotten, landwirtschaftliche Erzeugnisse oder Rohstoffe wie Aluminium: Für die Produktion wird oft viel Wasser verbraucht – das können auch deutsche Verbraucher reduzieren.

Wie viel Wasser verbraucht ein Deutscher am Tag?

"Mit 120 Litern Trinkwasser pro Tag für Duschen, Trinken, Kochen und Putzen liegen die Deutschen beim Wasserverbrauch im Mittelfeld", sagt Silvia Bender vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Berlin. Beim sogenannten virtuellen Wasser, das zur Herstellung von Lebensmitteln und anderen Produkten benötigt wird, liege Deutschland jedoch mit 4200 Litern pro Tag über dem weltweiten Durchschnitt.

Wo wird das meiste virtuelle Wasser verbraucht?

In der Landwirtschaft, erklärt Bender. 85 Prozent des virtuellen Wassers werden zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Produkten verwendet. "Daran hat das graue Wasser einen großen Anteil. Das ist Wasser, das nicht direkt verbraucht, aber verschmutzt wird, zum Beispiel durch Pestizide." Sehr wasserintensiv ist zum Beispiel der Anbau von Kaffee und Kakao. Aber auch Erdbeeren, die durchgängig etwa in Südspanien produziert werden, brauchen viel Wasser, das eigentlich in der Region nicht vorhanden ist.

Welche Produkte schlucken besonders viel Wasser?

"Fleisch ist einer der größten Klimakiller und Wasserverbraucher", betont Philipp Wagnitz vom WWF Deutschland in Berlin. So werden für die Erzeugung von einem Kilo Rindfleisch 15 000 Liter benötigt. Ein Baumwoll-T-Shirt kommt auf 2000, eine Jeans auf 11 000 Liter. Eine Tasse Kaffee verbraucht 140 und ein Liter Bier 300 Liter Wasser. Regional kann das dazu führen, dass viel Brauchwasser in die Produktion fließen muss. Wird etwa Kaffee in regenreichen Regionen angebaut, muss nur wenig zusätzlich gegossen werden.

"Insgesamt zählen Lebensmittel und Textilien zu den größten Wasserverbrauchern", so Wagnitz. Auch bei technischen Produkten ist die Wassermenge für die Herstellung groß. "Je mehr Hightech, desto mehr Wasser steckt drin", bringt es Tristan Jorde von der Verbraucherzentrale Hamburg auf den Punkt. Ein Auto verbraucht zum Beispiel 400 000 Liter, ein Computer 20 000 Liter.

Wie können Verbraucher sinnvoll sparen?

Es seien kleine Schritte, sagt Wagnitz. "Immer mehr Menschen leben vegetarisch. Und sie verhalten sich insgesamt umweltbewusster. Wenn zunehmend regional, saisonal und ökologisch eingekauft wird, dann wirkt sich das positiv auf den virtuellen Wasserverbrauch aus." Allerdings sind auch Unternehmen in der Verantwortung, ihre Lieferanten zu unterstützen, sorgsam mit Wasser umzugehen. "Verbraucher sollten ihren Händler durchaus fragen, woher die Produkte kommen und unter welchen Bedingungen sie produziert werden."

Wo ist Sparen besonders effektiv?

Viele technische Produkte und Textilerzeugnisse haben eine sehr schlechte Wasserbilanz. "Also nicht zuviel davon kaufen", rät Silvia Bender. "Verbraucher sollten sich schon überlegen, ob sie die vierte Jeans wirklich benötigen oder ob es alle zwei Jahre ein neues Handy sein muss." Noch stärker zu Buche schlägt aber der tägliche Konsum von Obst, Gemüse und verarbeiteten Lebensmitteln. "Hier kann man viel erreichen, wenn statt weit gereister Produkte öfter Früchte und Gemüse aus der eigenen Region ausgewählt werden."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG