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Biolandwirtschaft
Zabelsdorfer Mühle wird wieder Getreide mahlen

Arg lädiert: Bis 2022 soll die alte Mühle in Zabelsdorf wieder in Dienst gestellt werden.
Arg lädiert: Bis 2022 soll die alte Mühle in Zabelsdorf wieder in Dienst gestellt werden. © Foto: ho
Martin Risken / 19.07.2019, 18:15 Uhr
Zabelsdorf (MOZ) Noch gehört einiges an Fantasie dazu, um sich vorzustellen, wie die alte Mühle in Zabelsdorf wieder Getreide wie anno dazumal mahlen und im alten Ofen im Wohnhaus daraus frisches Brot gebacken wird. Aber eines Tages soll es soweit sein, versprechen die Neu-Eigentümer Stefan und Sandra Teltzrow, die vor anderthalb Jahren die Mühle gekauft hatten, nachdem sie zuvor viele Jahren im Besitz einer Heilpraktikerin aus Berlin war, die aber kein Interesse an der Wiederbelebung der alten Mühle hatte, die sich aber emotional von der Immobilie zunächst nicht trennen wollte.

Die Teltrows mit ihren beiden schulpflichtigen Kindern, die aus Oranienburg hier hergezogen sind, haben eine klare Vorstellung davon, wie sich die Mühle in den kommenden Jahren entwickelt sollte, bis zum symbolischen Anmahlen im Jahr 2022. Bis dahin gilt es allerdings noch einiges zu tun. Viel Geld und Zeit müssen investiert werden, um  die Mühle auf Vordermann zu bringen. Schon jetzt versuchen sie mit dem Vorhandenen Einnahmen zu erzielen, in dem sie die Mühle für Veranstaltungen öffnen und einen kleinen Hofladen mit Kunsthandwerk und Honig anbieten. Geplant ist, Biolandbau zu betreiben und alte Roggensorten wieder anzubauen, die in Vergessenheit geraten sind. Als wäre die Bausubstanz der 1618 erstmalig urkundlich erwähnten Mühle nicht schon schlecht genug, musste ihnen Mühlenexperte Frank Schwarzkopf aus Lindow noch eine andere Hiobsbotschaft kundtun: Der Mühlstein hat einen Haarriss. Es könnte passiert, dass der Stein beim nächsten Mal auseinanderfliegt. "Dann hätten wir noch einen weiteren Eingang", scherzt Stefan Teltzrow. Ein neuer Mühlstein würde rund 10 000 Euro zu Buche schlagen. Da es aber ohne Stein nicht geht, wird man ihn wohl ersetzen müssen und auch den alten Ofen mit neuer Betriebserlaubnis wieder zum Laufen bringen, damit das Konzept aufgeht.

Mühlenstandortseit 1618

1618 erste Erwähung eines Windmüllers Matthes Wilke aus Zabelsdorf. 1851 als Windmühle zuletzt betrieben. 1912 Abriss nach Brand. Im gleichen Jahr Neubau aus Stein. Mühle wird mit Benzol, Öl und Strom betrieben.

Von 1945 bis 1953 ist es eine Mühle mit Bäckereibetrieb. 1956 erfolgte die Übergabe an die LPG, 1981 wird die Mühle geschlossen und 1998 erstmalig in Privatbesitz überführt.⇥red

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