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Mobilität
Bürgerbus sucht neue Fahrer

Vorsitzender und Vizechef vom Bürgerbusverein, Gerald Matschinsky und Rüdiger Ungewiß sowie Christian Tutsch von der Granseer Amtsverwaltung (von links)
Vorsitzender und Vizechef vom Bürgerbusverein, Gerald Matschinsky und Rüdiger Ungewiß sowie Christian Tutsch von der Granseer Amtsverwaltung (von links) © Foto: Matthias Henke
Matthias Henke / 17.08.2019, 17:26 Uhr
Gransee Was wären viele, vorwiegend ältere Einwohner in Gransees Umgebung ohne eigenes Auto nur ohne den Bürgerbus? Seit mehr als 14 Jahren dreht er seine Runden. 2005 ging der Bus an den Start, ein Jahr vorher wurde der Verein gegründet.

Die Fahrer, die so die Linie 835 am Vormittag und späten Nachmittag verstärken und dabei Schönermark, Sonnenberg, Schulzendorf, Rönnebeck, Keller, Baumgarten, Meseberg und Buberow ansteuern, sitzen ehrenamtlich am Steuer. 620 000 Kilometer wurden seitdem zurückgelegt, was etwa 15 Erdumrundungen entspricht, wie Gründungsmitglied des Vereins und stellvertretender Vorsitzende Rüdiger Ungewiß nachgerechnet hat. Am kommenden Wochenende haben die Engagierten selbst Grund zum Feiern. Die Vereinsmitglieder begehen auf dem Amtshof mit Gästen und der interessierten Öffentlichkeit am Sonnabend, 24. August, das 15 jährige Bestehen ihres Zusammenschlusses. Ungewiß und der Vereinsvorsitzende Gerald Matschinsky nutzen diesen Anlass auch, um neue Mitglieder zu werben, aktive wie passive.

Dankbare Fahrgäste

Derzeit verfüge man über 38 Mitglieder und zehn Fahrer, so Ungewiß. "Wir waren auch schon einmal bei mehr als 20, aber wir werden ja alle älter", so Ungewiß weiter. Wobei, manche werden im Alter ja erst im Verein aktiv, so wie die 74-Jährige, die vor vier Jahren begann, sich ehrenamtlich hinters Steuer zu setzen.  In diesem Jahr sei sie aber ausgeschieden. Neue Fahrer müssten lediglich einen Pkw-Führerschein, zwei Jahre Fahrpraxis und ein einfaches Führungszeugnis vorweisen können. Bedingungen, wie viele Stunden sich jeder engagiere, stelle der Verein nicht. Doch da komme einiges zusammen. Auf den ganzen Verein gerechnet, seien es bestimmt 1 000 Stunden, die sich die Fahrer hinters Steuer klemmen, zuzüglich Vor- und Nachbereitung der Touren. Doch das tun sie gern. "Wir sind Fahrer, Beichtvater, Kummerkasten – eine große Familie", so Gerald Matschinsky. Vor allem die Dankbarkeit ihrer Fahrgäste sei motivierend.

Sorgen bereitet etwas der Ersatz für das derzeit eingesetzte, mittlerweile zweite Fahrzeug des Vereins, das auch schon seit 2011, und damit länger als sein Vorgänger, durch die Gegend rollt. Eine neue EU-Richtlinie schreibe vor, dass künftig nur noch barrierefreie Busse angeschafft werden dürfen, doch die seien drei Mal so teuer, wie das bisher eingesetzte, rund 40 000 Euro teure Modell. "Der Landkreis will Fördermittel locker machen, und das Amt ist auch schon in der Spur", gibt sich Rüdiger Ungewiß aber zuversichtlich. Stehe derzeit ein Werkstattbesuch ins Haus, fallen die Touren aber nicht aus. "Wir haben ja vertragliche Verpflichtungen", so Ungewiß. Da springt deshalb die Oberhavel Verkehrsgesellschaft ein und stellt einen Kleinbus.

Die Bedeutung des Bürgerbusvereins hebt Christian Tutsch von der Amtsverwaltung hervor: "So ein Engament ist unverzichtbar", sagt er. Was der Verein leiste, sei ein Beitrag zum Erhalt der Lebensqualilität auf dem Land.

Wer den Bürgerbusverein als Mitglied oder auch als Fahrer unterstützen möchte, kann sich bei Gerald Matschinsky unter 033082 405755 oder bei Rüdiger Ungewiß unter 033085 70421 melden.

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