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Backen
Weihnachtsplätzchen mit Wow-Effekt

Das Schwarz-Weiß-Gebäck von Foodbloggerin Kathrin Runge kommt ohne Dekormaterial aus.
Das Schwarz-Weiß-Gebäck von Foodbloggerin Kathrin Runge kommt ohne Dekormaterial aus. © Foto: Kathrin Runge/dpa
dpa / 05.11.2019, 14:15 Uhr - Aktualisiert 07.11.2019, 20:27
Waalkirchen (dpa) Der Fantasie und der Lust an Glanz und Glimmer sind beim Verzieren von Plätzchen keine Grenzen gesetzt.

Dafür ist Kreativität gefragt - nicht zwingend die große Backkunst. "Es müssen nicht immer ausgefallene Rezepte sein", sagt Christiane Kührt, Autorin des Buches "Weihnachten ganz easy".

Auch aus nur ein oder zwei einfachen Teigen könnten viele leckere kleine Kunstwerke entstehen. "Das Backen artet so nicht in Stress aus und macht auch Kindern Spaß", sagt Kührt. Sie schlägt vor, für die Weihnachtsbäckerei zwei Nachmittage einzuplanen. Am ersten Tag wird ausgestochen und gebacken, am zweiten Tag wird verziert.

Wer mit kleinen Kindern backt oder nicht ganz so viel Zeit hat, finde im Handel ein umfangreiches Angebot an Streudeko, die aus jedem Plätzchen schnell einen bunten Hingucker zaubert, erklärt Kührt. Von kleinen Tannenbäumen über Fertigguss in allen Farben bis hin zu edlem Goldstaub ist alles zu haben.

Muße und entspannte Atmosphäre dürfen nicht fehlen

Muße, Geduld und eine entspannte Atmosphäre sind auch aus Sicht von Koch, Foodstylist und Autor Andreas Neubauer wichtige Zutaten der Weihnachtsbäckerei. Ein großer Fundus an Ausstechformen muss nicht unbedingt vorhanden sein. Warum nicht einfach mit einem Glas einen Kreis ausstechen und mit der entsprechenden Deko zur Plätzchen-Weihnachtskugel machen, schlägt Neubauer vor.

Versehen mit einem kleinen Loch und einer Kordel seien solche kleinen Kunstwerke auch hübsche Geschenkanhänger, sagt Kührt. Sie geben jedem Präsent eine persönliche Note und sind ein kleines Pröbchen aus der Backstube, ohne dass gleich eine ganze Tüte Plätzchen den Besitzer wechselt - und die Keksdose kurz vor Weihnachten womöglich schon leer ist.

Der Teig für Ausstecher ist meist ein klassischer Mürbeteig. Neubauer empfiehlt, diesen möglichst mit einer Küchenmaschine und nicht von Hand zu kneten. So werde der Teig reißfester und weniger klebrig. Um einen besonders glatten und elastischen Teig zu bekommen, rät er zudem, statt Kristallzucker Puderzucker zu verwenden und mit den Eiern etwas eiskaltes Wasser in den Teig einzuarbeiten.

Schachbrett oder Schnecke aus Schwarz-Weiß-Teig

Ein Klassiker der Weihnachtsbäckerei, der ganz ohne zusätzliches Dekomaterial auskommt und trotzdem alle Blicke auf sich zieht, ist Schwarz-Weiß-Gebäck. "Eigentlich besteht Schwarz-Weiß-Gebäck aus ganz simplem hellen und dunklem Knetteig", sagt Food-Bloggerin Kathrin Runge. Das Besondere sei die Kombination der beiden in schönen Mustern, zum Beispiel als Schnecken, Schachbrett oder marmoriert.

Das Backen von Schwarz-Weiß-Gebäck braucht ein wenig mehr Zeit und Fingerfertigkeit als die Herstellung von Ausstechern, dafür entfällt später das Dekorieren. Runge rät zum Beispiel für die Zubereitung einer Schwarz-Weiß-Schnecke beim Übereinanderlegen der hellen und der dunklen Teigplatte die unterste Platte mit etwas Eiweiß zu bestreichen, damit die zweite besser hält und die Plätzchen später nicht auseinanderbrechen.

Eine besonders individuelle Gestaltungsidee für Weihnachtsplätzchen sind sogenannte Stempelkekse. "Keksstempel und Sets für Buchstabenkekse gibt es in jedem Haushaltswarengeschäft und im Internet", sagt Runge, deren Blog unter dem Motto "Backen macht glücklich" steht. Stempel mit individuellen Texten oder Motiven, sei es das Firmenlogo oder eine Liebeserklärung, könne man anfertigen lassen.

Schriften im Stempel müssen spiegelverkehrt sein

"Der Teig für Stempelkekse darf auf keinen Fall zu weich sein und im Ofen auseinanderlaufen, da sonst die gewünschten Muster oder Prägungen nach dem Backen nicht mehr zu sehen sind", betont die Backexpertin. Ideal sei ein Teig aus 500 Gramm Mehl, 250 Gramm kalter Butter, 180 Gramm Zucker und zwei mittelgroßen Eiern. Empfehlenswert sei es auch, auf die Stempel etwas Mehl zu geben, damit der Teig nicht kleben bleibt. Und ganz wichtig: Schriften im Stempel müssen spiegelverkehrt angeordnet werden!

Ganze Weihnachtsbäume zaubert Kührt in ihrer Weihnachtsbackstube aus Brownieteig: Dafür backt sie aus dem Teig eine Platte und schneidet diese in viele spitze Dreiecke. Auf die Dreiecke werden mit weißer Kuvertüre aus dem Spritzbeutel Schlangenlinien als Girlanden gezogen. Bunte Schokolinsen als Kugeln darauf setzen, und fertig ist der süße Weihnachtsbaum. "Dafür ist jeder Brownieteig geeignet", sagt Kührt.

Weihnachtsbäume haben auch die Backfantasie von Andreas Neubauer angeregt: Für seine dreidimensionalen Bäumchen füllt er einen Rührteig mit dem Spritzbeutel in kleine selbst zugeschnittene Tütchen aus Backpapier und backt die Kuchenkegel stehend in einer ofenfesten Espressotasse. Die fertigen Baumküchlein werden dünn mit weißer Kuvertüre bestrichen und in gemahlenen Pistazien gewälzt. Zuckerperlen sind die Weihnachtskugel und weißer Zuckerguss die Schneespitze auf dem Baumwipfel.

Spitzbuben aus Salz-Teig mit Frischkäse gefüllt

Aber auch wer es nicht ganz so süß mag, soll auf dem Plätzchenteller fündig werden. Runge backt die klassischen "Spitzbuben" auch mal mit einem salzigen Mürbeteig und füllt die Doppeldecker mit Frischkäse statt der üblichen Marmelade.

Und auch beim Verzieren von Ausstechern greift sie unter anderem auf Herzhaftes zurück: "Ich verziere besonders gern mit natürlichen Zutaten statt mit Lebensmittelfarbe und Co.", sagt die Backexpertin. Sie schlägt vor, auf Plätzchen oder Lebkuchen mit Schokoguss rote Chilifäden, gefriergetrocknete Himbeerstückchen oder roten Pfeffer zu streuen. Das sehe "nicht nur super aus", sondern bringe auch gleich "ein tolles Aroma mit".

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