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In der Frankfurter Stadt- und Regionalbibliothek sind seit Montag Werke des Fürstenwalder Illustrators Gerhard Goßmann zu bewundern.

Kunst
Gerhard Goßmann-Ausstellung in Frankfurter Stadtbibliothek

Sabine Wenske, Frank Drömert und Christian Köckeritz bei der Vernissage der Gerhard Goßmann-Ausstellung in der Frankfurter Bibliothek.
Sabine Wenske, Frank Drömert und Christian Köckeritz bei der Vernissage der Gerhard Goßmann-Ausstellung in der Frankfurter Bibliothek. © Foto: Louisa Theresa Braun
Louisa Theresa Braun / 15.12.2019, 08:00 Uhr - Aktualisiert 15.12.2019, 10:07
Frankfurt (Oder) (MOZ) Gerhard Goßmanns "Don Quijote" hat ein langes, schmales Gesicht, große, überraschte Augen und von seinem Hut fallen längliche Wassertropfen auf seine in Ritterrüstung gekleideten Schultern. Die Illustration ist eine von 40 Zeichnungen, Aquarellen und Pastellen des Fürstenwalder Künstlers, die zur Zeit in der Frankfurter Stadt- und Regionalbibliothek ausgestellt sind.

Mitarbeiter Frank Drömert, der die Ausstellung am Montag eröffnete, findet, dass Goßmann selbst Charakterzüge von Don Quijote aufwies: "Er hatte Fantasie und Humor, hat oft seine eigene Person in seine Arbeiten eingebracht – sein Don Quijote sieht ihm selbst ein wenig ähnlich." Drömert, der viele Jahre in der Fürstenwalder Kunstgalerie "Altes Rathaus" tätig war, der Großmann nach seinem Tod 1994 sein gesamtes Werk vermachte, kannte den Künstler nicht nur persönlich, sondern schrieb auch seine Diplomarbeit über Goßmann und organisiert regelmäßig Ausstellungen über den Graphiker und Illustrator.

"Goßmann hatte ein besonderes Verhältnis zu Büchern, deshalb passt er gut in die Bibliothek", sagt Sabine Wenske vom Frankfurter Kutureigenbetrieb. An die 250 Werke der Weltliteratur wurden von Goßmann illustriert; bekannt wurde seine Umschlaggestaltung zu "Vom Winde verweht".

Christian Köckeritz, Leiter der Kunstgalerie "Altes Rathaus" findet es "schön, dass Goßmann in Frankfurt ausgestellt wird, da er zu seinen Lebzeiten auch hier tätig war." In der DDR war Goßmann Vorsitzender des Verbands bildender Künstler im Bezirk Frankfurt (Oder).

Der gelernte Lithograph sei ein linker Künstler gewesen, Mitglied der "Assoziation revolutionärer bildender Künstler" und nach 1945 auch als Kunstlehrer tätig, sagt Drömert. Dadurch habe Goßmann viele Menschen geprägt. Zur Vernissage am Montag kamen etwa 20 Interessierte, darunter auch frühere Bekannte von Goßmann.

Bis Ende Februar werden Illustrationen Goßmanns zu "Don Quijote", "Die Sagen von Troja", "Sagen und Geschichten aus dem Bezirk Frankfurt (Oder)", zwei Kinderbüchern sowie "Frösi"-Heften in beiden Häusern der Bibliothek ausgestellt, in der Bischofstraße 17 und in der Collegienstraße 10.

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