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Caonon EOS RP
Im Praxistest: Systemkamera für Hobby- und Profi-Fotografen

Henry-Martin Klemt / 11.05.2020, 16:17 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Mit leistungsstarken Kameras im semiprofessionellen und professionellen Bereich ist es wie mit den großen Weltreligionen: Fotografen haben ihren Gott, ob er Canon, Nikon oder inzwischen auch Sony heißt. Zudem verschwimmen die Grenzen zwischen Hobbyausrüstung und Profi-Equipment immer mehr. Die Erwartungen verschieben sich: Videofähigkeit ist keine "Zusatzfunktion" mehr, sondern für viele mittlerweile Kaufvoraussetzung. Der schnellste Fokus und das intuitivste Handling erweisen sich als elementare Wettbewerbsvorteile, bei denen Canon weiterhin einen der führenden Plätze beansprucht.

Canons neue Systemkamera EOS RP ist nur physikalisch ein Leichtgewicht – sie wiegt ganze 470 Gramm. Ansonsten kann sie vor allem in den Kernkompetenzen der Marke punkten. Das hochwertig verarbeitete Gehäuse weist eine gute Haptik auf und liegt angenehm und sicher in der Hand. Der, wenn auch etwas sperrige, klapp- und drehbare Touchscreen als Alternative zum Sucher erlaubt das Auslösen durch Fingerdruck direkt auf den Bildschirm, wobei der Berührungs- auch der Fokuspunkt ist. Zwölf Motivprogramme können fürjpg-Aufnahmen individuell oder automatisch gewählt werden. Jede Voreinstellung lässt sich in den Details weiter anpassen. Zu den Canon-Stärken gehören weiterhin die intuitive Menüführung und Bedienbarkeit.

Für anspruchsvollere Akteure lässt sich die Kamera natürlich trotz exzellenter Automatik auch von Hand steuern und die Bilder können auch im RAW-Format gespeichert werden. Um die hohe Schreibgeschwindigkeit der Kamera bei knapp fünf Serienbildern in der Sekunde ausreizen zu können, sollte eine Speicherkarte mit hoher Schreibgeschwindigkeit genutzt werden.

Der sehr schnelle Fokus mit 4779 Messpunkten, ergänzt durch Gesichtserkennung, Augenerkennung und Zielverfolgung, bewährt sich auch in schwierigen Aufnahmesituationen.Vollformat-Sensor (26,2 Megapixel effektiv) und Prozessor sind kompliziertesten Lichtverhältnissen gewachsen. Bis 4000 ISO liefert die Canon EOS RP wie zu erwarten rauschfreie Auflösungen. Die Empfindlichkeitseinstellung ist bis 12.800 ISO möglich. Bei der Bildschärfe bleiben keine Wünsche offen. Ob Landschaft oder Kirche, Konzert oder Sportveranstaltung – auch einen Leise-Modus gibt es – der Fotograf bekommt, was er sieht. Ein ausdauernder Akku sorgt für 200 Aufnahmen und damit hinreichend Zufriedenheit auch bei strapaziöser Nutzung.

Für videoorientierte Profis ist die Canon EOS RP vielleicht nicht die erste Wahl. Spätestens im 4K-Bereich stößt sie an ihre Grenzen. Bei den Anschlüssen hinkt Canon mit einer USB 2.0-Schnittstelle ihrer Zeit hinterher. Mit WLAN und Bluethooth hingegen ist sie up to date.

Unter dem Strich ist Canons Innovation kein Schnäppchen, aber gereifte Qualität zum angemessenen Preis.

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