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Der Biber wirkt am Mühlenfließ

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USPRANGERN / 05.11.2008, 08:38 Uhr
Neuenhagen Biber sind ins Naturschutzgebiet Neuenhagener Mühlenfließ zurückgekehrt. Frank Ott von der Ortsgruppe des Naturschutzbundes (NABU) bestätigte jetzt entsprechende Hinweise.

Richtig begeistert ist Frank Ott nicht, dass er das Auftauchen der Nagetiere in der Umgebung Neuenhagens bekannt geben soll. Da jedoch der Wasser- und Bodenverband bei seinen Wartungsarbeiten am Fließ entsprechende Beobachtungen gemacht und ihn auch schon mehrere Personen angesprochen hatten, ließe sich das ohnehin nicht mehr verheimlichen.

Die Hinweise sind auch eindeutig: Ein Baum ist von dem neuen Bewohner des Naturschutzgebiets über das Wasser flach gelegt worden, manche Äste sind wie mit einem Beil abgetrennt. Ein weiterer Baum ist zur Hälfte bibertypisch ange-nagt. "Und einen muss der Wasser- und Bodenverband schon entfernt haben", macht Ott deutlich, dass das Tier mit den scharfen Zähnen sich noch mehr betätigt hatte. "Ironie der Geschichte ist, dass der Biber jetzt genau die Weiden fällt, die der NABU vor Jahren hier gepflanzt hat, um das Fließ zu beschatten", sagt der Neuenhagener.

Während sich die Tiere anderswo schon zu einer Plage ausgeweitet hätten, hält Ott das hiesige Auftreten für "eine Sensation". Da keine unmittelbare Bebauung an das Fließ angrenze, könne der Biber auch mit Dämmen keine Gefahr heraufbeschwören. Dämme baue er ohnehin nur, um entweder einen Eingang zu seiner Burg unter Wasser zu legen oder um besser an Nahrung heranzukommen. Futter - Rinde, dünne Äste aber auch Wasserpflanzen - sei ausreichend vorhanden, und eine Burg gebe es noch nicht. Bislang geht Ott von einer Behausung in einem Erdhügel oder einem alten Fuchsbau aus.

Richtig zu Gesicht bekommen hat der Naturschützer den Neuenhagener Biber noch nicht. Er hofft aber, ihn irgendwann auch einmal beobachten zu können. Denn "lebend habe ich überhaupt noch keinen Biber gesehen, nur ausgestopft im unteren Odertal", sagt Ott. Die andauernden Fressspuren deuteten aber darauf hin, dass sich das Tier hier heimisch fühle und bleibe. Es sei übrigens auch im Winter aktiv, suche Gewässer, die offen blieben, wie das Mühlenfließ.

Ott ist froh, dass sich das Tier im Naturschutzgebiet und nicht näher an der Bebauung angesiedelt habe. Die letzten Nachweise von Bibern in der Region hat es nach seiner Kenntnis "vor Jahren" in Dahlwitz-Hoppegarten gegeben.

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Mühlenfliess Frank Ott Biber Neuenhagen Naturschutzbund

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