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Krawalle in Dänemark wegen Mohammed-Karikaturen

Ausschreitungen im Streit um Mohammed-Karrikaturen: Am Wochenende brannten in Dõnemark Autos und Teile einer Gesamtschule im Kopenhagener Stadtteil Br°nsh°j nieder. Foto: dpa
Ausschreitungen im Streit um Mohammed-Karrikaturen: Am Wochenende brannten in Dõnemark Autos und Teile einer Gesamtschule im Kopenhagener Stadtteil Br°nsh°j nieder. Foto: dpa © Foto:
17.02.2008, 14:04 Uhr
Kopenhagen Brennende Schulen und neuer Streit um die Mohammed-Karikaturen: In Dänemark haben sich die Konflikte um die Stellung muslimischer Zuwanderer am Wochenende erneut zugespitzt. Wie die Polizei mitteilte, brannten in der Nacht zum Sonntag Teile einer von Jugendlichen angezündeten Gesamtschule im Kopenhagener Stadtteil Brønshøj nieder. Am Samstag sagte der außenpolitische Ausschuss des Folketing einen Besuch im Iran ab. Er reagierte damit auf eine Aufforderung aus Teheran, wonach der Ausschuss sich für die erneute Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in dänischen Zeitungen entschuldigen müsse.

Bei der siebten Krawallnacht in Folge mit Brandstiftungen, die Jugendlichen aus Zuwanderer-Familien zugeschrieben werden, wurde wie zuvor niemand verletzt. Mitte der Woche war bereits eine Schule im ebenfalls von Zuwanderern stark bewohnten Stadtteil Bagsværd als Folge von Brandstiftung teilweise niedergebrannt. In der Nacht zum Sonntag vereitelten Polizei und Feuerwehr nach eigenen Angaben zehn weitere Brände an Schulen in Kopenhagen und anderen Städten.

Dennoch sprachen die Behörden am Wochenende von einem spürbaren Abflauen der Unruhen, die von sehr jungen Beteiligten im Alter zwischen 12 und 18 Jahren geprägt waren. Als wichtigster Hintergrund gelten gescheiterte Integrationsbemühungen und der Zerfall der betroffenen Familien. Jugendliche hatten während der landesweiten Winterferien-Woche vor allem Autos sowie Abfallcontainer in Höfen und Hauseingängen angezündet. Polizei und Feuerwehr wurden mit Steinen angegriffen. Die Polizei nahm am Samstag 29 Jugendliche fest.

Justizministerin Lene Espersen kündigte ein hartes Vorgehen der Regierung an und verlangte schärfere Strafen auch für sehr junge Täter sowie deren Eltern. Die Aktionen hatten schon kurz vor Ausbruch eines neuen Streits um die Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung "Jyllands- Posten" begonnen. Nach der Festnahme von drei Männern mit islamistischen Hintergrund wegen ihres Mordplanes gegen den Mohammed- Karikaturisten Kurt Westergaard druckten 17 dänische Zeitungen die 2005 erstmals erschienenen Zeichnungen erneut ab.

Gegen diese Veröffentlichung protestierte die iranische Regierung offiziell. Dänemarks Außenminister Per Stig Møller begrüßte die Absage des für diese Woche geplanten Besuches des außenpolitischen Folketings-Ausschusses in Teheran: "Natürlich kann sich der Ausschuss nicht entschuldigen." Im Zentrum stehe hier die Aufdeckung eines Mordversuches gegen einen Bürger Dänemarks. Die erste Veröffentlichung der zwölf Karikaturen hatte Anfang 2006 zu einer massiven Protestwelle in der islamischen Welt geführt, bei der etwa 150 Menschen starben. In der jordanischen Hauptstadt Amman forderte der panarabische Verbraucherverband zum Boykott dänischer Produkte auf.

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