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Jetzt ziehen wieder Sternsinger durch die Gegend - sie sammeln Spenden für Kinder in Indien, die hart arbeiten müssen. Etwa die Teppichknüpferin Salma / Von Antje Scherer

Indien
Schuften plus Schule

Für Kinder
Antje Scherer / 06.01.2018, 12:28 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Wenn Salma (12) arbeitet, sieht sie die Welt durch einen dichten Vorhang aus Fäden. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren älteren Geschwistern sitzt sie hinter einem riesigen Knüpfstuhl auf einer Holzbank und arbeitet. Knoten für Knoten wächst ihr Werk täglich sechs bis sieben Zentimeter - bis nach zwei Monaten ein Teppich fertig ist. Salma macht das, seit sie neun ist. Jeden Tag. Sie lebt mit ihrer Familie in einem Dorf in Nordindien; die meisten Kinder dort arbeiten. Aber Salma hat trotzdem Glück - früher musste sie den ganzen Tag bei der Arbeit helfen. Aber dann wurde in ihrem Dorf eine Schule gegründet, und ihr Leben hat sich auf einen Schlag verändert.

Jetzt muss sie nur noch halbtags arbeiten, kann anschließend zur Schule gehen und später auch noch ein bisschen spielen. Sie lernt Hindi, Englisch und Mathe. "Das Lernen macht mir viel mehr Spaß als das Teppichknüpfen", sagt sie. "Später möchte ich einmal Lehrerin werden."

Die Heimat von Salma steht dieses Jahr im Zentrum der Sternsingeraktion. Die gibt es immer rund um den 6. Januar, den Tag der Heiligen Drei Könige. Organisiert wird das von der katholischen Kirche, auch bei uns in der Region machen Kinder mit. Sie singen und zeichnen das Zeichen "20*C+M+B+18" an die Haustür - es soll Segen bringen. Die Spenden, die sie dabei sammeln, gehen jedes Jahr an ein anderes Projekt.

2018 ist es Indien. Ein riesiges, faszinierendes Land, in dem es noch wilde Tiger gibt und Kühe frei herumlaufen. Aber es ist auch ein armes Land, und Kinderarbeit ist häufig. Mit dem Sternsinger-Geld werden Schulen und Kinderheime finanziert. Auch die Schule von Salma wurde von einer Stiftung gegründet, die Partner der Sternsinger ist. Sie haben ein Theaterstück über Kinderarbeit auf dem Dorfplatz aufgeführt und so auch Salmas Eltern überzeugt, ihre Tochter zur Schule zu schicken.

Das Thema Kinderarbeit ist ziemlich kompliziert - in den meisten Ländern ist sie verboten. Trotzdem arbeiten weltweit etwa 168 Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen (Mithelfen im Haushalt ist nicht gemeint!), manche sind erst vier Jahre alt. Ein Verbot alleine reicht leider nicht, um den Kindern zu helfen. Viele Eltern sind zum Überleben auf ihren Lohn angewiesen.

Die Aktion Sternsinger setzt auf Bildung - Kinder, die zur Schule gehen, können später besser bezahlte Arbeiten finden, so die Logik. Und sie müssen ihre eigenen Kinder dann nicht mehr zur Arbeit schicken.

Etwas gegen Ausbeutung tun kann man auch beim Einkaufen - wenn man bei Schokolade, Bananen, Teppichen oder Kakao auf ein Fairtrade-Siegel achtet. Solche Produkte sind teurer, aber sie garantieren, dass die Leute, die sie herstellen, fair bezahlt werden.

Hier gibt es viele weitere Informationen und den Doku-Film "Willi in Indien": www.sternsinger.de/kinder

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Märkische Oderzeitung, Journal, Antje Scherer, Kellenspring 6, 15230 Frankfurt; E-Mail: kinder@moz.de

Märkischer Zeitungsverlag, Redaktion Kinderjournal, Lehnitzstraße 13, 16515 OranienburgMail: kinder@moz.de

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