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Im Eberswalder Zoo ist ein weißer Löwe eingezogen. Der sieht zwar schon fast aus wie ein Großer, hat aber noch Milchzähne und ist ziemlich schüchtern / Von Antje Scherer

Zoo Eberswalde
Der Neue

Im Zoo Eberswalde ist ein neuer Löwe zu sehen - er ist weiß und hat noch keinen Namen.
Im Zoo Eberswalde ist ein neuer Löwe zu sehen - er ist weiß und hat noch keinen Namen. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Für Kinder
Antje Scherer / 05.05.2018, 16:00 Uhr - Aktualisiert 12.05.2018, 12:08
Eberswalde (MOZ) Wer schon mal umgezogen ist, kennt das Gefühl: alles fremd. Die neue Wohnung riecht anders, man kennt den Weg zum Bäcker nicht und in der Klasse sitzen lauter unbekannte Kinder. So ähnlich geht es auch einem jungen Löwen, der vor Kurzem im Zoo Eberswalde eingezogen ist. Drei Monate lang wurde er abgeschirmt, damit er sich in Ruhe eingewöhnen kann. "Anfangs ist er weggerannt, wenn jemand kam, und hat sich versteckt", erzählt Tierpfleger Uwe Franke. Jetzt kann man ihn aber bewundern.

Der noch namenlose Löwe ist etwas Besonderes: Er hat cremefarbene, fast weiße Haare! Das ist eine genetische Seltenheit, die auch in der Natur ab und zu auftritt. "Den Löwen selber ist die Farbe egal", sagt Franke, "die sind keine Rassisten."

Der Neue ist noch nicht ganz anderthalb Jahre alt - ein Teenager. Und hat es ähnlich schwer wie ein Junge in diesem Alter: Man wäre gerne ein Schrank, aber die Muskeln fehlen; die Mähne ist ein struppiger Flaum, das Brüllen klingt wie Miau und wenn man das Maul aufreißt, sieht man noch Milchzähne. Bis zum König der Tiere, das ist klar, dauert es bei ihm noch.

Zur Welt gekommen ist das Löwenmännchen im Zoo in Magdeburg. Und muss jetzt ohne Mutter und Geschwister klarkommen. "Das wäre in der Natur aber auch so", erklärt Franke. Da werden Löwen ungefähr in diesem Alter von der Mutter weggescheucht und müssen sich ein eigenes Revier suchen. Und müssen dann gucken, wie sie satt werden. Dieses Problem hat der kleine Löwe in Eberswalde nicht; er kriegt jeden Tag fünf Kilo Rindfleisch oder auch mal ein Huhn oder einen Hasen.

Damit es ihm nicht langweilig wird, organisieren die Pfleger ein Beschäftigungsprogramm - Pappkartons zum Reinkriechen und Zerreißen zum Beispiel.

Ganz alleine ist der Jung-Löwe aber auch in Eberswalde nicht; direkt nebenan leben Kismet und Xenia, zwei Löwinnen. Mit ihnen zusammen soll er bald eine Familie bilden. Allerdings ist das im Moment noch zu gefährlich - und zwar für den Jungen!

"Er ist fremd und gehört noch nicht zum Rudel", erklärt die Leiterin der Zooschule, Paulina Ostrowska. Und der Tierpfleger ergänzt: "Die Weibchen könnten ihn schwer verletzen oder sogar umbringen". Vor allem gegen Löwenmutter Kismet, die 50 Kilo mehr wiegt als er, könnte der Kleine sich wohl nicht wehren. Der sei ein ziemlich schüchterner und sensibler Typ, meint Uwe Franke. Das könne sich aber durchaus noch ändern.

Um einen Kampf zu vermeiden, sollen sich die Tiere jetzt langsam aneinander gewöhnen. Sie können sich in ihren Gehegen riechen und hören - und wer sie eine Weile beobachtet, stellt fest, dass Xenia den Neuen kaum aus den Augen lässt. Ein paar Mal haben die zwei schon durchs Gitter ihre Nasen aneinander gehalten. Der Tierpfleger hofft, dass sie die Löwen möglichst bald zusammenbringen können. Und wenn alles gut geht, wird der Neue irgendwann selber Löwen-Papa.

Vorschläge für einen Namen kann man an zooschule@eberswalde.de schicken

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