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Zwei mutterlose Küken aus Frankfurt überleben – mithilfe von Wollsocken

Rettung
Erste Hilfe für Storchenbabys

Für Kinder
Lisa Mahlke / 02.06.2018, 10:00 Uhr - Aktualisiert 03.06.2018, 09:35
Frankfurt (Oder) (MOZ) Im Nest ist es kuschelig warm, feucht und die Eier werden immer wieder gedreht. Genauso mögen das kleine Storchenküken und nach ungefähr 30 Tagen schlüpfen sie. Manchmal passiert es aber, dass die Eier nicht von den Eltern im Nest, sondern in einem sogenannten Brutschrank gewärmt werden müssen. Der macht genau dasselbe: hält die Eier warm, ein bisschen feucht und dreht sie.

Du fragst dich jetzt bestimmt, warum es so etwas geben muss und die Vogeleltern das nicht einfach selbst machen. Aber es kann zum Beispiel sein, dass die Eltern verletzt sind. Das ist im April in Lossow, einem Ortsteil von Frankfurt (Oder), passiert. Das Storchenpaar kümmerte sich schon um zwei Eier. Das machen Störche so: Immer einer sitzt auf dem Nest und der andere besorgt Futter. Nun wurde die Storchenmutter aber angefahren, der Vater saß alleine auf den Eiern und hätte sich kein Fressen mehr besorgen können, sonst wären die Eier zu kalt geworden – und die müssen immer warm bleiben.

Einige Lossower, ein Storchenexperte und die Feuerwehr, haben dem Storchenvater dann geholfen und die Eier aus dem Nest geholt. Jürgen Fetsch, der Storchenexperte, wickelte sie in warme Wollsocken und Decken, legte sie in eine Thermobox und brachte sie auf einen Storchenhof nach Loburg. Das ist in Sachsen-Anhalt und es dauerte zwei Stunden, bis er dort ankam und die Eier endlich in den Brutschrank legen konnte.

Der Hof ist darauf spezialisiert, Storchenküken beim Schlüpfen zu helfen, sie dann zu füttern und neue Eltern für sie zu suchen. Die beiden Eier aus Lossow wurden dreieinhalb Wochen im Brutschrank gewärmt und sind dann am Sonntag vor zwei Wochen geschlüpft. Das geht aber nur, wenn in dem Schrank die ganze Zeit genau 37 bis 38 Grad Celsius sind. Die hohe Luftfeuchtigkeit im Brutschrank sorgt dafür, dass die Schale weich genug ist und die Küken beim Schlüpfen nicht von innen festkleben.

Das erste Küken hatte das Ei schon am Abend von innen angepickt. Aber die Schalen waren erst am Tag danach, am Sonntag, so weit offen, dass die Küken sich rauspicken konnten. Danach waren sie ganz schön erschöpft und mussten sich im Brutschrank erst einmal ausruhen. In dem bleiben sie meistens noch einen Tag und ziehen dann in ein Kükenheim um.

In einem solchen sind nun auch die beiden Küken aus. Und sie fressen ganz schön viel: Regenwürmer, kleine Fische, zerkleinertes Huhn. Nach dem Schlüpfen wogen sie gerade mal 70 Gramm – das ist weniger als eine Tafel Schokolade. Jetzt, nur zwei Wochen später, sind sie schon viermal so schwer.

Das ist auch gut so. Denn bald kommen sie zu Storcheneltern, die Küken im selben Alter haben. Und im August geht es mit denen dann schon Richtung Süden – für den Flug müssen die jungen Störche dann genug Kraft haben.

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