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Malediven
Kind sein im bedrohten Paradies

Ein Mann verkauft Kokosnüsse an seinem Stand in der Hauptstadt Male.
Ein Mann verkauft Kokosnüsse an seinem Stand in der Hauptstadt Male. © Foto: Eranga Jayawardena/AP/dpa
Für Kinder
Thomas Gutke / 15.09.2018, 10:45 Uhr - Aktualisiert 10.10.2018, 15:26
Frankfurt (Oder) (MOZ) Blauer Himmel, weiße Strände, Kokospalmen: Die Malediven sind ein Naturparadies. Das Land liegt mitten im Indischen Ozean und besteht aus fast 1200 Inseln, 186 sind bewohnt.

Mohmed, zwölf Jahre alt, lebt mit seiner Familie auf Maamendhoo, einer maledivischen Insel mit 1500 Einwohnern.Er isst gern Thunfisch – und liebt Fußball. In jeder freien Minute trainiert er auf dem Sportplatz. Sein Lieblingsverein? „Real Madrid! Aber Bayern München ist auch ganz gut“, sagt er bei einem Rundgang durch seine Schule. 250 Schüler lernen hier. Die Jungen tragen Schuluniform, die Mädchen weiße Kleider und Kopftücher. Die Malediven sind ein muslimisches Land.

Mohmed lebt gern auf Maamendhoo. Aber er macht sich auch Sorgen. Denn der Klimawandel beeinträchtigt auch hier zunehmend das Leben der Menschen.

Maamendhoo schrumpft. Den Strand, an dem Mohmed als kleiner Junge gespielt hat, gibt es heut gar nicht mehr. Sturmfluten haben ihn abgetragen. Gleichzeitig steigt wegen der Erderwärmung der Ozean von Jahr zu Jahr um wenige Millimeter an. Etliche Palmen an der Küste von Maamendhoo sind schon umgekippt. Jahr für Jahr rückt das Meer dichter an die Wohnhäuser heran.

Auch an das von Mohamed Saif, dem Englisch-Lehrer von Mohmed. „Treffen große Wellen auf die Insel, können wir im Garten danach die Fische einsammeln“, erzählt er. Gut ist das nicht. Denn wenn Salzwasser die kargen Böden überspült, wächst dort auch nicht mehr viel.

Im Unterricht sind die Folgen des Klimawandels und die Umweltprobleme häufig ein Thema. Es gibt viele Schulprojekte dazu. Regelmäßig sammeln die Lehrer mit den Schülern Plastikmüll an den Stränden ein, damit er nicht ins Meer gelangt und die Korallenriffe beschädigt. Außerdem gibt es auf dem Dach der Schule seit einiger Zeit eine Solaranlage, die Strom erzeugt.

Stolz zeigt Mohmed auch die grüne Halle, ein Gewächshaus auf dem Schulhof. Sie wurde voriges Jahr gebaut, die Vereinten Nationen haben das Projekt unterstützt. Die Pflanzen hängen hier in der Luft. Über einen Fischteich werden sie mit Nährstoffen und Wasser versorgt. Die Fischausscheidungen dienen als Dünger. „Wir haben angefangen Obst und Gemüse anzubauen, Mohrrüben, Gurken oder Passionsfrüchte“, erklärt Mohmed. „Das wollen wir dann selbst essen oder verkaufen“. Die grüne Halle sorgt aber auch für ein ganz anderes Schulklima. Und zwar ganz wörtlich. Früher konnten die Schüler an manchen Tagen in der Mittagspause nicht auf den Hof, weil es so heiß war. Jetzt, mit den Pflanzen, ist die Luft kühler.

Mohmed interessiert sich sehr für die vielen Klimaprojekte an seiner Schule. Vor allem für die, die mit Technik zu tun haben. Sein Berufswunsch steht deshalb jetzt schon fest: „Ich will Ingenieur werden!“

Mehr über den Klimawandel und die Malediven

Wart ihr in den großen Ferien auch so oft im See baden? Genug Gelegenheiten gab es ja. Denn so heiß und trocken wie diesmal war ein Sommer lange nicht. Eisverkäufer haben sich über das Wetter gefreut. Die Bauern weniger. Viele Pflanzen sind vertrocknet, die Getreideernte war schlecht. Experten sagen, das hat mit dem Klimawandel zu tun. Die Temperaturen steigen, Dürren und Unwetter nehmen zu. Auch, weil Autos und Kraftwerke schädliche Abgase in die Luft pusten.

Auf den Malediven, einem Land mit 1200 Inseln im Indischen Ozean, bereitet der Klimawandel den Menschen große Probleme. Die Inseln liegen nur knapp einen Meter über dem Meer. Noch. Denn das Eis am Nord- und Südpol schmilzt,und das Wasser in den Ozeanen steigt. Wenn ihr so alt wie eure Großeltern seid, könnten viele Inseln der Malediven versunken sein.

Die Erderwärmung gefährdet dort auch die Korallenriffe. Korallen sind Nesseltiere, die aussehen wie bunte Blumen. Sie bilden Kalkskelette, die sich über Jahrzehnte unter Wasser wie zu einem Gebirge auftürmen.Damit bilden sie für die Inseln und ihre Bewohner eine natürliche Barriere gegen Sturmfluten. Doch wird das Wasser wärmer, bleichen die Korallen aus oder sterben irgendwann ab.

Auch das Trinkwasser wird auf einigen Inseln knapp. Denn es gibt weniger Regentage gibt als früher. Deshalb fordern kleine Staaten wie die Malediven, dass Länder mit viel Industrie, wie Deutschland, ihren Strom umweltfreundlicher produzieren. Um den Temperaturanstieg in Grenzen zu halten.

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