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Eine Ausstellung in Berlin stellt archäologische Funde vor

Geschichte
Schätze in der Erde

Für Kinder
Camillo Kupke / 10.11.2018, 12:00 Uhr - Aktualisiert 11.11.2018, 14:55
Frankfurt (Oder) (MOZ) Stell‘ dir vor, du bist zu einem kaiserlichen Ball eingeladen. Die Frauen tragen weiße Kleider, die Männer helle Anzüge. Die Kapelle spielt Musik, und alle beginnen zu tanzen. Doch plötzlich stinkt‘s im Festsaal. Und auf die Kleider legt sich klebriger schwarzer Ruß. Eine Katastrophe!

So erging es den adligen Damen und Herren vor etwa 130 Jahren im Berliner Schloss. Schuld daran war die alte Kohleheizung. Kaiser Wilhelm II., der in dem Schloss wohnte, ärgerte sich über sie. Deshalb ließ er im Keller eine moderne Heizungsanlage einbauen – mit zwei riesigen, elektrisch betriebenen Ventilatoren, die den Gestank und den Schmutz wegpusteten.

Woher wir das wissen? Von den Archäologen. Vor dem Wiederaufbau des im Krieg zerstörten und später abgerissenen Schlosses haben sie die Ventilatoren ausgegraben. Einer der beiden Lüfter steht jetzt in einer Ausstellung in Berlin – neben anderen 1000 Objekten. Dort wird das Spannendste gezeigt, was Archäologen in den letzten Jahren in Deutschland entdeckt haben. Archäologen erforschen das Leben längst vergangener Zeiten. Dabei helfen ihnen Dinge, die unter der Erde verborgen liegen und von ihnen ausgebuddelt werden.

Im Martin-Gropius-Bau sind die verschiedensten Gegenstände zu sehen. Das reicht von Silberschätzen und Goldhüten über Keramikscherben und kleine Figuren aus Mammut-Elfenbein bis zu Faustkeilen und Öllämpchen. Manche Exponate sind viele Zehntausende Jahre alt, andere erst knapp 100 wie die Ventilatoren.

Die Macher der Ausstellung wollen vor allem eines zeigen: Die Menschen waren schon immer unterwegs. Sie trieben Handel mit fernen Ländern. Soldaten zogen los, um fremde Gebiete zu erobern. Christen pilgerten nach Rom und Jerusalem. Andere flohen vor Hunger und Krieg oder wurden als Sklaven verschleppt. Und Seeleute heuerten auf Schiffen an.

Ein solcher Matrose war Horus. Er wurde vor etwa 2000 Jahren in Ägypten in Afrika geboren und fuhr als Steuermann auf einem Schiff, das vielleicht Oliven, Öl, Wein und Gewürze transportierte. 60 Jahre später starb er weit entfernt von seiner Heimat - in Köln am Rhein. Seinen Grabstein haben Archäologen neben einer Kirche entdeckt. Auch er wird in der Ausstellung gezeigt.

Ausstellung „Bewegte Zeiten – Archäologie in Deutschland“, bis 6.1.2019, geöffnet Mo/Mi-So von 10-19 Uhr, Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstr. 7, Berlin-Kreuzberg, Tel. 030 254860

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