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In Berlin gibt es eine Ausstellung rund ums Heiraten

Ausstellung
Die Sache, die nur zu zweit funktioniert

Ein Brautpaar geht nach ihrer Trauung durch den Park. In der Ausstellung zeigt das Museum Europäischer Kulturen gelebte und ungelebte, vergangene und gegenwärtige Hochzeitsträume.
Ein Brautpaar geht nach ihrer Trauung durch den Park. In der Ausstellung zeigt das Museum Europäischer Kulturen gelebte und ungelebte, vergangene und gegenwärtige Hochzeitsträume. © Foto: dpa-Zentralbild/Patrick Pleul
Für Kinder
Antje Scherer / 17.11.2018, 12:00 Uhr
Berlin (MOZ) Weißt du, ob deine Eltern verheiratet sind? Oder es mal waren, falls sie getrennt leben? Heute ist das keine Riesensache mehr. In früheren Jahrhunderten schon. Da war es ein Skandal, wenn eine Frau unverheiratet schwanger wurde, und sie und das Kind wurden oft sehr schlecht behandelt.

Eine Hochzeit ist aber immer noch ein ganz besonderes Fest: Ein Paar, das heiratet, plant das meistens Monate im Voraus und macht sich Gedanken über die Kleider, den Ort, die Musik und die Gäste.

In Berlin gibt es gerade eine Ausstellung zum Thema Heiraten. Sie zeigt Kleider, Schmuck, Fotos und Videos. Keine Angst: Es geht gar nicht so viel um Liebe. Lange hatte nämlich Heiraten überhaupt nicht viel mit Gefühlen zu tun. Es ging einfach darum, jemanden zu finden, der halbwegs zu einem passte – er sollte dieselbe Religion haben, aus dem gleichen Dorf kommen oder den richtigen Beruf haben.

Das sieht man an Anzeigen in der Ausstellung: Da suchte zum Beispiel die Tochter eines Bäckers (die die Backstube geerbt hatte) einen Mann, der Bäcker ist. Das Fest wurde früher auch nicht so riesig gefeiert – dass man dafür extra ein teures Kleid kauft, konnten sich viele Menschen gar nicht leisten.

Wer heiratet, unterschreibt einen Vertrag, der vor Gericht viele Folgen hat. Das ist übrigens immer noch so. Man verpflichtet sich damit zum Beispiel, seinen Besitz zu teilen oder darf dann das Kind des Partners adoptieren.

Schön ist, dass es nicht nur Informationen gibt, sondern auch viele kleine Geschichten. Zum Beispiel die von Andreas und Jonas, einem schwules Paar, die erzählen, wie sie eine Dekoration für ihre Hochzeitstorte kaufen wollten. Es gibt kleine Lego-Figuren extra dafür – aber nur Braut/Bräutigam-Paare. Also mussten sie zwei Packungen nehmen, die „übriggebliebenen“ Frauen haben sie dann verschenkt. Seit ungefähr einem Jahr können auch zwei Männer oder zwei Frauen einander heiraten.

Interessant ist, dass überall auf der Welt geheiratet wird – zu sehen ist zum Beispiel eine lustige Hochzeitsmütze aus Norwegen, kiloschwere Brautkronen oder ein Kleid, das bei einer türkischen Feier eine wichtige Rolle gespielt hat. Warum es viele Menschen so interessant finden, wenn ein Prinz heiratet, wird auch erklärt. Und es gibt Workshops für Schulklassen, bei denen man zum Beispiel gemeinsam ein Hochzeitsfest mit allem Pipapo planen kann.

Museum Europäischer Kulturen, Arnimallee 25, Berlin-Dahlem, bis 28. Juli 2019, Di-Fr 10-17; Sa/So 11-18, https://www.smb.museum

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