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Eine Berliner Ausstellung erzählt die Geschichte der Königs- und Kaiserfamilie Hohenzollern

Hohenzollern
Pickelhaube und Schummelei

Für Kinder
Camillo Kupke / 08.12.2018, 12:00 Uhr - Aktualisiert 18.12.2018, 13:00
Berlin (MOZ) Manchmal werden wir Deutschen im Ausland als boshaftes Volk beschrieben.

Zeichner stellen uns dann in ihren Karikaturen (eine Art Comic) als Menschen mit Pickelhaube dar. Das ist ein Lederhelm mit einer Eisenspitze (Pickel), die wie ein Blitzableiter aussieht. Die Pickelhaube wurde vor mehr als 100 Jahren von deutschen Soldaten und Polizisten getragen.

Zwar hatten damals auch Soldaten in anderen Ländern einen solchen Helm auf dem Kopf, doch die Pickelhaube wird bis heute mit den Deutschen gleichgesetzt. Sie fand sogar Eingang in die Zeichensprache für Gehörlose: Ein über der Stirn nach oben gestreckter Zeigefinger bedeutet „deutsch“ oder auch „Polizist“.

Wie es dazu kam, das erfahrt ihr in einer neuen Dauerausstellung im Berliner Schloss Charlottenburg. Sie heißt „Das preußische Königshaus“ und stellt die Familie der Hohenzollern vor. Aus diesem alten Adelsgeschlecht gingen Grafen und Kurfürsten, preußische Könige und deutsche Kaiser hervor. Viele von ihnen liebten das Militär, trugen selber Uniform und führten Kriege.

Einer von ihnen, König Friedrich Wilhelm der Vierte, bestimmte im Jahre 1843, dass seine Soldaten Pickelhauben tragen. Die Metallspitze auf dem Helm sollte Säbelhiebe abwehren. Doch als dann nicht mehr mit Hieb- und Stichwaffen, sondern mit Gewehren und Kanonen gekämpft wurde, wurde die Pickelhaube durch den Stahlhelm ersetzt. Das war 1916 mitten im Ersten Weltkrieg.

Die Ausstellung erzählt davon, wie die Könige und Kaiser durch Schlachten Land gewannen – oder auch verloren. Ihre Macht festigten sie ebenso durch Hochzeiten über Landesgrenzen hinweg. So waren die Hohenzollern mit den Königsfamilien in England und Schweden, in den Niederlanden und in Russland verwandt. Wobei die Frauen gar nicht gefragt wurden, wen sie zum Ehemann haben wollen...

Und natürlich wollten die Herrscher ihre Stärke auch allen zeigen. Davon berichtet zum Beispiel der Kronschatz. Er ist in der Ausstellung ebenso zu sehen wie wertvolle Gemälde, die die Könige und Kaiser in edler Garderobe darstellen. Um der Welt zu sagen, dass sie aus einer ur-ur-uralten Familie stammen, haben die Hohenzollern sogar geschwindelt. So ließen sie ein riesiges Bild von dem ersten bekannten Vorfahren anfertigen: Er soll Graf Otto von Zollern geheißen und Anfang des zehnten Jahrhunderts gelebt haben. Historiker haben jedoch herausgefunden, dass es den gar nicht gab!

Der letzte deutsche Kaiser, Wilhelm der Zweite, war wenig beliebt, vor allem weil er einen schrecklichen Krieg führte. 1918 musste er seinen Thron verlassen. Wie verhasst er war, beweist ein Gemälde von ihm in der Ausstellung. Es zeigt ihn in Uniform. Sein Gesicht wurde zerkratzt.

Di-So 10–16.30 Uhr, Schloss Charlottenburg, Spandauer Damm 10-22, Berlin, Infos unter www.spsg.de

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