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Weihnachtsausstellung im Frankfurter Museum Viadrina

Ausstellung
Harte Nüsse für Eichhörnchen und Co

Für Kinder
Sonja Jenning / 15.12.2018, 12:00 Uhr - Aktualisiert 18.12.2018, 12:32
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Eichhörnchen freuen sich auf ein Festmahl. Mit ihren schweren, gusseisernen Kiefern sind sie dafür geschaffen, auch die härteste Nuss zu knacken. Genauso wie das Krokodil und die Hundefamilie in der Nachbarvitrine. Zu sehen sind die Tiere und viele andere Nussknacker aus Metall in der aktuellen Weihnachtsausstellung des Frankfurter Museums Viadrina.

Mehr als 300 Nussknacker hat der Berliner Ulrich Thomas in den vergangenen 45 Jahren gesammelt. Angefangen hat alles mit einer Handvoll Knackhilfen, die er auf einem Flohmarkt gekauft hat. „Wir hatten damals eine gute Walnuss-Ernte und alle Freunde, die uns besuchen kamen, wollten Nüsse knacken“, erinnert er sich. Als er sich die Nussknacker genauer ansah, fiel ihm auf, dass keiner dem anderen glich. Alle waren verschieden. Seitdem sammelt Ulrich Thomas Nussknacker aus Metall.

Die meisten stammen aus dem 19. Jahrhundert. Eisen war damals ein neues Metall, in das die Menschen ganz vernarrt waren, erzählt er. „Der Eisenrausch machte auch vor Gebrauchsgegenständen nicht halt.“ Zudem ermöglichte die einsetzende Massenproduktion, Nussknacker in großer Vielfalt preiswert herzustellen.

Seine Lieblingsstücke sind zwei Panther aus Messing, die ein Künstler hergestellt haben muss, so fein sind sie gearbeitet. Anderen Nussknackern sieht man eindeutig an, dass sie als Werkzeug gedacht waren: Zangen sind darunter, aber auch Pressen bzw. Schraubzwingen. Der Wunsch, Nüsse möglichst effektiv zu knacken, kraftsparend und ohne den süßen Kern zu beschädigen, machte die Menschen erfindungsreich.

„Nüsse hatten früher einen viel höheren Stellenwert als heute, wo es sie das ganze Jahr über zu kaufen gibt“, sagt Museumsmitarbeiterin Sonja Michaels. Sie betreut die Ausstellung und hat dafür gesorgt, dass besondere Nussknacker, wie das Pantherpärchen oder die 24-Karat-Goldnuss, auch einen besonderen Platz bekommen haben. Am zweiten Adventssonntag kommt auch der Sammler Ulrich Thomas nach Frankfurt und erzählt ab 14 Uhr bei einer Führung etwas über die einzelnen Nussknacker.

Und wer nach all den Nuss-Geschichten Lust bekommen hat, die verschiedenen Knack-Techniken auszuprobieren, kann dies am Ende des Rundgangs auch tun. Dazu liegen Hasel- und Walnüsse bereit. Und zum mitnehmen gibt es Flyer mit Frankfurter Nuss-Rezepten, darunter „Gebrannte Mandeln“ aus „Pastorin Breithaupts Kochbuch“ (1919) oder die „Frankfurter Brenden“ aus der „Häuslichen Konditorei“ (1904), mit denen man sich die Adventszeit versüßen kann.

Die Ausstellung ist bis zum 10. Februar im Junkerhaus in der Carl-Philipp-Emmanuel-Bach-Straße 11 in 15230 Frankfurt (Oder) zu sehen. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Weitere Informationen unter www.museum-viadrina.de.

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