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Erich Ritter hat sich auf die Meeresräuber spezialisiert und bringt Leuten bei, wie man mit ihnen umgeht

Erich Ritter
Der Haifreund

Ein Taucher lockt einen Hai an
Ein Taucher lockt einen Hai an © Foto: Robert Wilpernig
Für Kinder
Antje Scherer / 05.01.2019, 12:00 Uhr - Aktualisiert 07.01.2019, 14:27
Frankfurt (Oder) (MOZ) Herr Ritter, wann haben Sie Ihren ersten Hai gesehen und was für einer war das?

Meinen ersten freischwimmenden Hai sah ich erst, als ich bereits im Studium war, es handelte sich um einen kleinen Schwarzspitzen-Riffhai.

Hatten Sie Angst?

Es war eher eine Art Neugierde, da ich bis dahin ja nur Bücher gelesen und Sendungen im TV geschaut hatte.

Woher kommt Ihre Faszination für diese Tiere?

Ich sah als Siebenjähriger meine ersten Haie im Fernsehen und sah in ihnen etwas ganz Spezielles, was sich nicht mit der Meinung des Moderators deckte.

Wie intelligent sind Haie?

Es ist schwer, diese Tiere mit uns bekannteren Tieren zu vergleichen. Die Arten, die man alsSuperräuber bezeichnet, wie Weiße Haie, sind sicher intelligent. Das ist eine Notwendigkeit, wenn man als so ein Raubtier Erfolg haben will. Diese Arten können durchaus mit Säugetieren und deren Intelligenz mithalten. Haie ganz allgemein haben ein Kurz- und Langzeitgedächtnis, und können auch durch Beobachten lernen. Spätestens wenn man mal in die Augen eines Groß-Hais geschaut hat, registriert man, dass es sich nicht um dumme Tiere handeln kann.

Hat ein Hai Angst vor Menschen oder sind wir ihm gleichgültig?

Primär hat er eine Form der Angst, sich uns zu nähern, da er nicht weiß, was wir sind und Unbekanntes in seiner Welt erst mal als gefährlich eingestuft wird. Wir sind ihm nie gleichgültig, wenn er sich in unserer Umgebung aufhält.

Warum gibt es manchmal Hai-Angriffe?

Haie sind die harmlosesten und häufigsten Großraubtiere auf unserem Planeten. Die wenigen Unfälle, die es pro Jahr gibt (so 80 bis etwa 100 Ereignisse), basieren meist auf Auskundschaften (Kennenlernen) wer oder was wir wohl sein können.

Woher kommt dann der Ruf des Hais als Killer?

Wir projizieren (das heißt: hineindeuten) mehr Ängste in Haie als in jedes andere Tier. Das liegt an mehreren Sachen: Sie leben im Wasser, kommen aus dem Dunkeln, haben viele Zähne ... Hinzu kommen gruselige Filme wie der Kinofilm „Der Weiße Hai“. Die relativ wenigen Unfälle hätten diese übertriebenen Ängste nicht auslösen können.

Was bedroht Haie am stärksten?

Vor allem Überfischung, vorwiegend das Finning (da werden die Flossen zur Herstellung von Haiflossen-Suppe abgeschnitten), und die gesellschaftliche Ablehnung dieser Tiere.

Der Experte

Erich Ritter (60) ist Biologe und Verhaltensforscher von Haien. Er hat sich auf die Beziehung zwischen Hai und Mensch und die Körpersprache der Haie spezialisiert. Er lebt in Florida und leitet dort die „Sharkschool“, wo Taucher den Umgang mit Haien lernen können. Am 11. Januar hält er einen Vortrag in Frankfurt (Oder), Beginn 19.30 Uhr, Restkarten unter Telefon 0335 66 59 95 58.

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