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Der Eisenhüttenstädter Bernhard Hansky ist Opernsänger – und ein großer Fan von Mozart

Opernsänger
"Das Üben hört niemals auf"

Für Kinder
Stephanie Lubasch / 09.03.2019, 12:00 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Bei seiner ersten Operette, daran kann sich Bernhard Hansky noch gut erinnern, ist er eingeschlafen: "Das war ,Im weißen Rössl‘ und ich sechs oder sieben Jahre alt", erzählt er. Wirklich beeindruckt habe ihn das damals nicht.

Nur ein paar Jahre später jedoch, als er beim Musikfest Oper Oder-Spree in Neuzelle unter freiem Himmel Mozarts "Zauberflöte" sehen durfte, war es um ihn geschehen. Er begann, CDs mit klassischer Musik zu sammeln, nahm Gesangsunterricht – und war irgendwann fest entschlossen, das Musiktheater einmal zu seinem Beruf zu machen.

Mittlerweile ist Bernhard Hansky 30 Jahre alt – und Opernsänger. Einer seiner Arbeitsplätze ist die berühmte Semperoper in Dresden, wo er in weltbekannten Stücken spielt wie im "Freischütz", in "Die lustige Witwe", "Carmen" und "Die Hochzeit des Figaro". Auch in der "Zauberflöte", die immer noch eine seiner Lieblingsopern ist, tritt er längst selbst auf.

Mit der Kinderversion – "Papageno spielt auf der Zauberflöte" – war Bernhard Hansky gerade in seiner ehemaligen Grundschule in Eisenhüttenstadt zu Gast. Ein ganz besonderer Auftritt, denn vor vielen Jahren hat er dieses Stück dort selbst zum ersten Mal gesehen – als Schüler. Ohne die Schule, sagt er darum, wäre er vielleicht niemals Sänger geworden. "Auch weil wir einen sehr guten Musikunterricht hatten", erzählt der Wahlberliner. Er nämlich glaubt fest daran, dass man Kinder für Klassik begeistern kann – wenn man ihnen die Möglichkeit gibt, diese Musik einfach mal kennenzulernen.

Seine Ausbildung zum Sänger hat Bernhard Hansky in Berlin gemacht, an der Musikhochschule "Hanns Eisler". Natürlich musste er dort nicht nur von früh bis spät singen. Zum Studium gehört zum Beispiel auch Musiktheorie, man muss sich mit Noten beschäftigen und damit, wie man mithilfe bestimmter Töne die eine oder andere Stimmung erzeugen kann. Wichtig sei in seinem Beruf zudem, sehr diszipliniert zu sein  und "ein dickes Fell" zu haben: Immer wieder muss man für Rollen vorsingen, sich dem Wettbewerb mit anderen Kollegen stellen, und nicht immer bekommt man am Ende den erhofften Job.

Trotzdem liebt Bernhard Hansky – er singt Bariton, eine mittlere männliche Gesangs-Stimmlage – seinen Beruf: "Das Schönste an ihm ist, dass man den Menschen etwas schenkt", sagt er. "Wir können sie in eine andere Welt entführen, sie den Alltag vergessen lassen." Wenn nach der Vorstellung ein Zuschauer zu ihm komme und sage, er habe noch niemals zuvor so geweint oder so gelacht: "Das finde ich toll!"

In seiner Freizeit singt Bernhard Hansky dafür so gut wie gar nicht mehr. "Ich entspanne mich lieber in aller Stille", verrät er. Einzig für seinen mittlerweile dreijährigen Sohn stimmt er mal ein Lied an. Ansonsten ist die Musik für ihn eher mit dem Beruf, mit seinem Arbeitsalltag verbunden. Auch wenn er nicht mehr jeden Tag Tonleitern üben muss: Jede neue Rolle bringt neue Schwierigkeiten mit sich. "Das Üben", sagt er, "hört nie auf."

Für moderne Popmusik hat der 30-Jährige übrigens wenig bis gar nichts übrig. "Es ärgert mich oft, wenn ich höre, mit wie wenig Hintergrund und Talent heute Musik gemacht wird." Und so bleibt Mozart weiter Hanskys Star. Dessen Kompositionen, findet er, seien eben einfach "geniale Musik".

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