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Für "Jugend forscht" durften Mattis Lieblingstiere ganz viel Kaffee schlürfen

Jugend forscht
Das macht müde Würmer munter

Für Kinder
Jana Reimann-Grohs / 16.03.2019, 12:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Puh, zum Glück bewegt sich was! Fast alle Regenwürmer haben es – vor Monaten aus dem Internet bestellt – bis in den Regionalwettbewerb "Jugend forscht" geschafft. Matti (10) hat dort Ende Februar in Eberswalde seinen großen Auftritt als Regenwurmforscher. Er hat sie sechs Wochen lang untersucht und Kaffeereste vertilgen lassen.

Angespannt rückt er sich Kittel und Glaszylinder zurecht. Ein paar Würmer winden sich darin sichtbar zwischen feuchter Erde, Sand und Kaffeesatz. Damit kein Tier geblendet wird, sind die Gläser mit braunem Tonpapier verkleidet. Der Rest lebt in einer Kiste, mit Laub und Erde bedeckt.

Matti musste für den Wettbewerb nachweisen, dass es den Würmen gut geht: Ihre Umgebung darf nicht zu trocken sein, regelmäßiges Futter ist wichtig. Der Zehnjährige ist ein großer Naturfreund und Regenwurmexperte: "Sie tragen Gürtel, atmen über die Haut und haben Borsten", erzählt er. Beim Angeln mit Papa fand er sie schon "faszinierend und toll"; im Zentrum für Begabtenförderung EinSteinchen in Frankfurt (Oder) hat er dann intensiv zu ihnen geforscht.

Auf die Idee kam er über seinen Vater – der ganz aufgedreht ist, wenn er Kaffee getrunken hat. Aha, die braune Flüssigkeit scheint munter zu machen, stellte Matti fest. Und fragte sich: Wenn die Reste aus den Filtertüten regelmäßig auf dem Kompost landen oder Pflanzen damit gedüngt werden, wirkt sich das doch auch auf die Würmer in der Erde aus?

"Frag Dich!" war genau das diesjährige Motto für Schüler ab der vierten Klasse. Roboter, blubbernde Apparate, sprechende Wellensittiche, hochkomplizierte Matheaufgaben: 56 verschiedene Ideen und insgesamt 80 Jungen und Mädchen bis 21 Jahre standen in Eberswalde der Jury Rede und Antwort.

Matti zeigt, was seine Regenwürmer zusammengewühlt und gefressen haben. In den durchsichtigen Röhren konnte er ihre Entwicklung gut beobachten, hat sie sorgfältig gewogen und abgemessen. Sein Ergebnis: Würmer, die Kaffee zu sich nahmen, sind im Vergleich zu anderen länger und haben tiefere Tunnel graben.

Für seine Forschung wurde er mit dem "Sonderpreis Schüler experimentieren" belohnt. Er darf außerdem ein Jahr lang kostenlos die Zeitschrift GEOlino lesen. "Mein Sohn achtet sehr auf die Umwelt und ermahnt uns oft, nicht so viel Müll zu produzieren" erzählt Mutter Sandra stolz. Jetzt werden die Tiere im Garten ausgesetzt.

18 Projekte haben sich für den Landeswettbewerb "Jugend forscht" am 2. und 3. April in Schwarzheide qualifiziert. Die besten treten dann im Mai beim Bundesfinale in Chemnitz an.

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