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Von poppig bis tierisch: Viele Berliner U-Bahnhöfe sind architektonische Kunstwerke.

U-Bahnhöfe
Unterirdische Galerie

Poppige Farben finden sich auf dem U-Bahnhof Schloßstraße.
Poppige Farben finden sich auf dem U-Bahnhof Schloßstraße. © Foto: Berlinische Galerie
Camillo Kupke / 13.04.2019, 12:00 Uhr
Berlin (MOZ) Was für ein Gewusel! Dicht gedrängt eilen die Menschen die Treppen hinunter und springen in den Zug. Ein Signal ertönt, die Türen schließen. Schon rauscht die U-Bahn in den Tunnel.

An der anderen Bahnsteigkante fährt bereits der nächste Zug ein. Die Türen öffnen sich, Männer, Frauen und Kinder strömen heraus und hasten die Treppe hinauf zum Ausgang. Wieder ist das Signal zu hören, die Türen schließen – und die gelben Wagen brausen davon.

Ob zur Arbeit oder zur Schule, zum Einkauf oder ins Theater – für die Berliner und auch viele Brandenburger gehört die Untergrundbahn, kurz U-Bahn – in anderen Ländern heißt sie Metro - zum Alltag. Mehr als 563 Millionen Menschen befördert sie jährlich. Doch die meisten achten nicht auf Details. Schade, denn viele der 173 U-Bahnhöfe auf den zehn Linien sind architektonische Kunstwerke und stehen unter Denkmalschutz. Eine Ausstellung im Museum Berlinische Galerie erzählt jetzt von jenen Bahnhöfen, die zwischen 1953 und 1994 entstanden sind. Die Berliner U-Bahn selbst ist viel älter. Die ersten Züge fuhren schon 1902.

Wer sich Zeit nimmt und gern U-Bahn fährt, kann unter der Erde - aber auch darüber, denn einige Bahnhöfe liegen oberirdisch – eine Menge Kunst entdecken, wie in einer unterirdischen Galerie. Der Bahnhof Paulsternstraße zum Beispiel beeindruckt durch bunte Wandfliesen. Sie zeigen Schilf, Gras und Blumen. Die Säulen auf dem Bahnsteig stellen Bäume dar. Der Architekt des Bahnhofes wollte damit an die brandenburgische Natur erinnern. Ein riesengroßes farbiges Wandmosaik findet sich auf dem Bahnhof Tierpark: in der Mitte eine Sonne, darum Fische und Vögel, Krokodil, Hirsch und Affe.

Knallig bunt ist auch die Station Schloßstraße. Hier wollten die Architekten keine "gekachelte Kiste" schaffen, die an ein Schwimmbad erinnert. Sie entschieden sich für poppige Farben. Rote Röhren, gelbe und blaue Lampen sowie geschwungene Formen fallen sofort ins Auge. Im Bahnhof Rathaus Steglitz wiederum steht eine riesige Stahlblechskulptur. Sie stellt eine Figur aus der griechischen Mythologie dar: den mehrköpfigen Hund Kerberos, der den Eingang zur Unterwelt bewacht.

In der Station Rathaus Spandau herrschen Weiß, Gold und Schwarz vor. Mit seinen hohen Decken, kostbaren Materialien wie Granit, Absperrgittern aus Messing und riesigen goldenen Pendelleuchten erinnert der Bahnhof an eine Kathedrale. Entspannung in der Hektik der Großstadt vermittelt der Bahnhof Paracelsus-Bad. Angedeutete Säulen, weiße Fliesen, Holzbalken an der Decke und Lampen, die wie Tropfsteine aussehen, lassen einen glauben, man befindet sich in einem historischen Badehaus.

Ausstellung "Underground Architecture: Berliner U-Bahnhöfe 1953-1994", bis 20.5., Mo/Mi-So 10-18 Uhr, Berlinische Galerie, Alte Jakobstr. 124-128, Berlin-Kreuzberg, Telefon 030 78902600, www.berlinischegalerie.de

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