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Die Stadt Frankfurt ermöglicht diese neue Beisetzungsform erstmals auf ihrem Hauptfriedhof. Eine zweite Anlage ist in Lossow im Bau.

Novum
Letzte Ruhe im Wäldchen

Ines Weber-Rath / 24.06.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 24.06.2019, 12:34
Frankfurt (Oder) (MOZ) Manchmal geht es schneller, als geplant: "Das ist es", habe ein Förster ausgerufen, der sich kürzlich auf dem Frankfurter Hauptfriedhof über naturnahe Bestattungsformen für seinen verstorbenen Opa informierte.

Er hatte das lichte Wäldchen am Rande des Friedhofs gesehen, erinnert sich Friedhofsamtsleiter Jens Dörschmann. Der Förster erfuhr, dass hier Frankfurts zweite Waldbestattungsanlage entstehen soll. Die laut Plan erste wird seit April auf dem Lossower Friedhof hergerichtet.

In dem Wäldchen müsse nichts hergerichtet werden, meinte der Förster jedoch. Und so geht man durch hohes Gras und Farne zum Urnengrab unter einer mächtigen, alten Kastanie. "Wir haben Baumexperten prüfen lassen, welche Bäume für Bestattungen geeignet sind. Sie müssen ja noch mindestens 20 Jahre stehen", sagt Anja Künstler aus der Friedhofsverwaltung. Rund 20 Bäume aus dem "Wäldchen" – so der Name von Frankfurts nunmehr erster Waldbestattungsanlage – sind inzwischen katalogisiert.

Ein paar Schritte weiter erhebt sich an einem jungen Baum der Erdhügel einer Sargbestattung. "Wir ermöglichen auch diese im Unterschied zu anderen Baumbestattungsanlagen. Aber nur an neu gepflanzten Bäumen", sagt Dörschmann. In Kooperation mit dem städtischen Grünflächenamt wird mit einem speziellen Wurzelschutz gearbeitet. So wächst der Baum faktisch um den Sarg herum. Ob bei einer Urne oder einem Sarg – hinter jeder Bestattung wird Platz für die Beisetzung eines Angehörigen gelassen. Da es sich jeweils um Gemeinschaftsanlagen handelt, kann kreisförmig um die Bäume herum beigesetzt werden.

Nicht günstiger

Billiger sind die Waldbestattungen nicht. "Es gelten die Preise für unsere Urnen- bzw. Erdbestattungs-Gemeinschaftsanlagen", erklärt Anja Künstler. Als Grabstein sind nur Feldsteine mit höchstens 40 Zentimetern im Durchmesser erlaubt.

Wie auf der Lossower Waldbestattungsanlage, die voraussichtlich im September fertiggestellt sein soll, wird es auch im Frankfurter "Wäldchen" bald eine hölzerne Sitzraufe geben, auf der sich Angehörige, Trauergäste und Besucher ausruhen können, so Jens Dörschmann.

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