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Königs-Privileg als Beginn

Bernhard Schwiete / 20.09.2015, 09:24 Uhr
Storkow (MOZ) Dass am Montag in Storkow eine Haaranalyse angeboten wird, hat indirekt mit einem königlichen Privileg von vor 250 Jahren zu tun. Mit der Analyse beginnt das Jubiläumsprogramm der Storch-Apotheke, deren Vorläuferin vor einem Vierteljahrtausend gegründet wurde.

Zum Jubiläum wirbt die Storch-Apotheke am Storkower Markt bis Dezember mit zahlreichen Sonderprogrammen; gleichzeitig war es aber auch Anlass, in alten Unterlagen zu blättern und eine Chronik zusammenzustellen. Ab Mitte nächster Woche ist im Laden eine umfangreiche Broschüre erhältlich, in der die Geschichte des Geschäftes, das heute von Beate Walmuth geführt wird, erzählt wird, veranschaulicht mit alten Bildern, Abbildungen und Ansichten.

Zusammengetragen wurde die Historie von Ulrike Sziedat. Sie betrieb ihre Recherchen in der "Historie der Apotheken im Land Brandenburg", aber auch in der Chronik der Stadt Storkow. "Ich wollte das schon immer einmal machen. Das Jubiläum bot nun die passende die Gelegenheit dazu", sagt die langjährige Mitarbeiterin der Storch-Apotheke. Gefeiert wird offiziell "250 Jahre Apotheke in Storkow". Denn der Storch im Namen kam erst viel später hinzu. Bis kurz nach der deutschen Wiedervereinigung war es die einzige Apotheke in der Stadt.

Es wurde das Jahr 1765 geschrieben - ein genaues Datum ist unbekannt -, als dem Apotheker Christoph Johannes Wiesecke ein königliches Privileg zur Gründung einer Apotheke erteilt wurde. In dieser Erlaubnis war gleichzeitig festgelegt, dass es keine Konkurrenz geben dürfe. Auf vier preußische Meilen, das entspricht etwa 30 Kilometern, durfte es in Preußen keine weitere Apotheke geben. Heutzutage ist das ganz anders.

Im Unterschied zur Zulassung von Arztpraxen gibt es für die Zahl von Apotheken in einem bestimmten Gebiet keine Beschränkungen mehr. "Wer eine Apotheke eröffnet, muss allerdings zahlreiche Bestimmungen erfüllen, und die Einhaltung dieser Regularien wird auch regelmäßig vom Landesamt für Gesundheit kontrolliert", erzählt Storch-Apotheke-Inhaberin Beate Walmuth von Dingen, die heutzutage wichtig sind für ihr Geschäft.

Wie aus den Unterlagen zu ihren Vorgängern hervorgeht, besaß eine Apotheke vor rund 100 Jahren einen enormen Wert. Im Jahr 1920, so ist es belegt, wurde der Laden für 215000 Mark verkauft; allein 140000 Mark musste der neue Besitzer Walther Holtz für die Übernahme des alten Königs-Privilegs berappen. Der Kaufvertrag von 1920 belegt auch erstmalig die Standort der Apotheke im Haus Am Markt 7, wo sie sich auch heute befindet. "Ich gehe aber davon aus, dass sich die Apotheke auch davor am Markt befand. Dort gab es auch einen Arzt, und jeglicher andere Standort hätte eigentlich keinen Sinn gemacht", sagt Beate Walmuth.

Das Geschäft musste aber auch vorübergehend ins "Exil". 1945 brannte die Apotheke am Markt aus, sie wurde in die Poststraße (heute Rudolf-Breitscheid-Straße) 78 ausgelagert. Auf Ilse Tarray und das Jahr 1951 geht die Benennung in Storch-Apotheke zurück, gleichzeitig ließ die damalige Leiterin die alte Grundmauer am Markt wieder aufbauen. 1958 wurde der Laden verstaatlicht, 1990 dann wieder privatisiert, und seit 2006 ist Beate Walmuth die Inhaberin.

15 Menschen gibt sie in der Storch-Apotheke aktuell einen Arbeitsplatz, teilweise in Teilzeit. Als weiteres Geschäftsfeld über den Verkauf von Arzneien hinaus bietet Beate Walmuth Reha-Kurse an, in Zusammenarbeit mit einem Beeskower Fitness-Studio gibt es auch Sportkurse. Zum Jubiläum veranstaltet sie eine Tombola; Teilnehmer müssen erraten, wie viele Tabletten und Kapseln sich in einem Glasgefäß im Schaufenster befinden. Dazu gibt es zahlreiche Sonderaktionen, beginnend mit der Haaranalyse am Montag.

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