Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Walther gibt die Narrenkappe ab

Applaus und aus: EKK-Präsident Gerhard Walther klatscht beim Sturm des Rathauses neben Bürgermeister Friedhelm Boginski in die Hände. Zuletzt vor drei Wochen.
Applaus und aus: EKK-Präsident Gerhard Walther klatscht beim Sturm des Rathauses neben Bürgermeister Friedhelm Boginski in die Hände. Zuletzt vor drei Wochen. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Marco Marschall / 03.12.2015, 06:44 Uhr
Eberswalde (MOZ) Schluss mit lustig: der langjährige Präsident des Eberswalder Karnevalsklubs (EKK) Gerhard Walther ist von seinem Vorsitz zurückgetreten. Das hat der 66-Jährige am Mittwoch auf Nachfrage der Zeitung bestätigt und darüber hinaus mitgeteilt, dass er gänzlich aus dem Verein ausgetreten ist. Ursprünglich wollte das Gründungsmitglied, das mit dem Klub gerade wieder die Herrschaft im Rathaus an sich gerissen und damit die 30. Saison der Narren eingeläutet hatte, bis zur nächsten Vorstandswahl 2017 im Amt bleiben. Zu dieser wollte er dann nicht mehr antreten, hätte sich aber vorstellen können, noch hin wieder eine Büttenrede zu schwingen. "Irgendwann muss auch mal frisches Blut rein", sagt Walther.

Dass er nun so plötzlich und mitten in der Saison die Narrenkappe abgibt, habe "schwerwiegende vereinsinterne Gründe". Die habe er den Mitgliedern in einem Schreiben auch genannt und seinen Standpunkt klar dargestellt. In der Öffentlichkeit wolle er aber keine schmutzige Wäsche waschen. "Mein Dank gilt dem Publikum für seinen Applaus und die ermutigenden Worte", sagt Gerhard Walther. All das werde ihm fehlen. Auch die Stadt und der Bürgermeister haben den närrischen Kokolores immer mitgemacht, äußert sich der Ex-Vorsitzende dankend.

Vorstandskollegen des EKK reagierten am Mittwoch überrascht auf die MOZ-Anfrage zum Rücktritt, fühlen sich von Walthers medienwirksamem Abgang vor den Kopf gestoßen. Geschlossen wollen sie sich noch nicht äußern. "Der Vorstand ist weiter geschäftsfähig und wird sich weitere Schritte vorbehalten", sagt die stellvertretende Vereinsvorsitzende Ines Hippeli auf Nachfrage. Noch ist die Nachricht offenbar zu frisch.

Überraschend kommt sie auch für Wegbegleiter des ehemaligen Vorsitzenden. "Das hat sich für mich nicht angedeutet", sagt der Vorsitzende des Eberswalder Forstfaschings Klaus Dewitz. Beide Vereine stürmen jedes Jahr gemeinsam am 11.11. das Rathaus und stimmen ihre Festveranstaltungen zur närrischen Zeit terminlich miteinander ab. "Ich dachte, dass er jetzt, wo er Rentner ist, erst richtig loslegt", sagt Dewitz.

In diesem Jahr ist vonseiten des EKK keine Veranstaltung mehr geplant. Doch schon Ende Januar steht die erste Party an. So war es am Mittwoch noch auf der Internetseite des Vereins zu lesen. Am 30. Januar ruft der Klub da zur Faschingsfeier im Haus Schwärzetal. Rosenmontag soll es eigentlich wieder ins Rathaus gehen. Unter dem traditionellen Motto "Kohl und Pinkel" steht am 20.Februar wieder die gemeinsame Veranstaltung mit Gästen aus der Partnerstadt Delmenhorst ins Haus. Diese habe der Verein, der inklusive Jugendlichen 80 Mitglieder zählt, auf jeden Fall noch fest geplant, heißt es. Alles weitere werde sich in den nächsten Wochen entscheiden.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG