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Abgelehnt
Stadtbad wird vorerst ohne Sauna gebaut

Weder heiß noch kalt: Wo es keine Sauna gibt, muss nicht geschwitzt und sich danach nicht abgekühlt zu werden (Archivbild).
Weder heiß noch kalt: Wo es keine Sauna gibt, muss nicht geschwitzt und sich danach nicht abgekühlt zu werden (Archivbild). © Foto: Nicole Scharmer
Roland Becker / 07.12.2018, 11:31 Uhr
Hennigsdorf (MOZ) Die Stadtwerke dürfen das neue Stadtbad planen. Die Stadt wird für den Bau Kredite über 20 Millionen Euro geben. Und es wird vorerst keine Sauna geben, auch keine Interimslösung. Das beschlossen die Abgeordneten am Mittwoch.

Schon in den Wochen zuvor hatte sich eine breite Mehrheit dafür abgezeichnet, dass für das neue Stadtbad auf dem ehemaligen Schulhof des Alten Gymnasiums ein zweiter Anlauf genommen werden kann. Rückblende: Bereits seit 2009 diskutieren die Abgeordneten einen solchen Neubau. Das erste Projekt war in den Kosten von zehn Millionen auf mindestens 40 Millionen Euro gestiegen. Daraufhin hatte Bürgermeister Thomas Günther (SPD) im Frühjahr die Reißleine gezogen.

Ob das Bad tatsächlich gebaut wird, ist allerdings noch nicht ganz sicher. Bislang sahen sich die Stadtwerke trotz eines entsprechenden Beschlusses des Stadtparlaments nicht in der Lage, eine Kostenschätzung vorzulegen. Deshalb haben die Abgeordneten jetzt eine Kostengrenze von 25 Millionen Euro gesetzt. Wird diese Summe in der nun zu erarbeitenden Planung überschritten, kann das Stadtparlament nochmals entscheiden.

Dass das neue Bad vorerst keine Sauna haben wird, veranlasste Lutz-Peter Schönrock (Unabahängige) als Einzigen, gegen das Vorhaben zu stimmen. „Wir können die Saunagänger nicht außen vor lassen“, forderte er. Obwohl die Sauna im jetzigen Aqua-Stadtbad nicht den modernsten Anforderungen entspricht, schwitzen dort pro Jahr 20 000 Hennigsdorfer.

Die Grünen-Fraktion versuchte am Mittwoch mit einem Änderungsantrag, Hennigsdorfs Sau­nafreunden entgegenzukommen. In die Schwimmhalle sollte eine Kabine eingebaut werden, die Platz für zehn schwitzfreudige Gäste lässt. Sollte in späteren Jahren ans Bad eine Saunalandschaft angebaut werden – der Platz dafür wird freigehalten –, könnte diese Zwischenlösung unkompliziert wieder abgebaut werden.­

Unkompliziert ist für die Stadtwerke in diesem Fall gar nichts. Eine solche Zwischenlösung, so heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme, sei im Raumprogramm nicht vorgesehen und „stellt eine Aufgabenerweiterung dar, die auch in dem damit verbundenen Kostenrahmen nicht abgedeckt werden kann“. Für eine Saunakabine müssten Genehmigungsverfahren angepasst werden. Was das Schreiben verschweigt: Noch kann nichts angepasst werden, da die Planung laut Bürgermeister jetzt bei Null beginnt. Der Saunakabinen-Antrag wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Ab 2023 soll im neuen Bad nur schwitzen, wer sich beim Schwimmen verausgabt.

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