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Projekttag an Golzower Grundschule für ein besseres Körperverständnis und gesunde Ernährung

Projekttag
Fit mit Yoga und Obst

Christina Sleziona / 01.02.2019, 07:00 Uhr
Golzow (MOZ) „Fit durch den Winter“ hieß es auch in diesem Jahr wieder an der Grundschule „Kinder von Golzow“. Neben sportlichen Wettkämpfen der 5. und 6. Klassen in Tischtennis, beim Kegeln oder Bowlen, konnten sich die jüngeren Klassen an Yoga probieren oder exotische Früchte erschmecken.

Als die erste Gruppe der Erstklässler in den Hortraum eintritt, wird es ganz still. Blaue Isomatten liegen bereits nebeneinander auf dem Fußboden. Yogalehrerin Eileen Kahnsdorf wartet geduldig im Schneidersitz bis jeder Schüler auf einer der Matten Platz genommen hat. Dann beginnt sie die erste Übung. „Yoga ist da, um zu entspannen“, erklärt sie den Kindern, die sich auf dem Rücken liegend auf der Matte ausstrecken. „Hierbei geht es darum, wie die Mäuschen ganz still zu werden.“ Einige Minuten vergehen, nur das leise Atmen der Kinder ist im Raum zu hören. Dann steht Kahnsdorf auf. „Manchmal ist es jedoch nicht so einfach, ruhig zu werden. Zum Beispiel vor einer Mathearbeit“, erzählt sie. Dann helfe, so macht sie den Kindern vor, Holz in der Luft zu hacken. Dafür hebt sie beide Arme in die Höhe als hätte sie ein Beil in den Händen und lässt sie schwungvoll nieder sausen. Jetzt werden auch die Kinder aktiv, reißen ihre Hände ebenso nach oben, nehmen dabei den ganzen Körper mit bis sie fast das Gleichgewicht verlieren. Auch die nächsten Übungen machen die Kinder beherzt mit; ob beim imaginären Bogenschießen oder beim Strecken, um so große wie eine Palme zu werden.

Wirklich anstrengend sollen die Übungen nicht sein. Praktikantin Layla Aliev, die die Schülergruppe zu ihren Stationen begleitet, kommt so langsam dennoch außer Atem. „Ich spüre jede Verrenkung“, sagt sie, versucht aber trotzdem jede Übung so gut wie möglich auszuführen. Am Ende dürfen die Kinder noch einmal basteln. Kleine Faltboote, die anschließend auf der Brust der Kinder wie auf einem See mit jeder Atmung hin und her schaukeln.

Noch einmal tief Luft geholt, dann dürfen die Kinder wieder aufstehen. Auf sie wartet bereits die nächste Station des Projekttags: Ein gesundes Frühstück soll es sein. Und was passt dazu besser als ein Obstsalat? Schulleiterin Gabriela Thomas wartet bereits in der Küche auf die Truppe. Der siebenjährige Terence ist als erstes an der Reihe. Er darf die Pflaumen schneiden während die anderen Äpfel und Birnen schälen. Wie dieses Kernobst auf Englisch heißt (plum), müssen er und seine Mitschüler Maya, Till Ole und Kaya erst einmal überlegen. Wie viel Stück es sind, können sie aber an einer Hand abzählen. „One, two, three, four“, hilft Gabriela Thomas mit.

Im Gasthaus Wagner, kaum 600 Meter von der Grundschule entfernt, beschäftigt sich auch die 4. Klasse mit Obstsorten. Die fallen hier allerdings ein wenig exotischer aus als bei den Erstklässlern: Von Papaya über Granatapfel bis zur Sternfrucht und Galiamelone müssen die Schüler die Früchte erst einmal benennen. Um ihnen eine Denkstütze zu geben, hat Stefanie Wagner fünf verschiedene Plakate zu den Exoten aufgehängt und schmunzelt über die eine oder andere Ratlosigkeit. Ist die handgroße, orangene Frucht eine spezielle Sorte der Tomate? Und was ist das kleine blassorangene Ding, das mit Blättern umhüllt ist? Eine Litschi? Nein, die Gruppe findet schnell die richtigen Antworten: Kaki und Physalis heißen die Früchtchen, die jetzt erst einmal kleingeschnitten und zu den andern Obstsorten in eine Schüssel gegeben werden. Die zehnjährige Jolina schneidet währenddessen die Honigmelone klein. Erdbeeren, so erzählt sie, habe sie zwar am liebsten, sie freue sich aber auch schon auf den bunten Obstsalat, der anschließend gemeinsam gegessen wird.

„Der Projekttag ist eine schöne Sache. So lernen die Kinder Neues und schauen bei Bekanntem genauer hin. Diese Früchte  haben die Schüler schon alle mal gesehen, wussten aber vorher nicht, was sie genau sind“, erläutert Klassenleiterin Christina Greuling. Seit zehn Jahren gibt es diesen Projekttag mit Kegeln, Bowlen, Tanz, Ernährungs- und Körperpflegetipps.

„Damit möchten wir erreichen, dass die Kinder ein besseres Körperverständnis entwickeln und öfter zu gesundem Essen greifen“, sagt die Schulleiterin. Dies alles möglich machten zusätzlich der Förderverein der Schule, der Seelower Kreissportbund, der Tanzkreis Fürstenwalde, der Verein Golzow, die Apothekerin Sabine Fakler sowie zahlreiche unterstützende Eltern. Und die Kinder der 2. Klasse konnten sogar mit Marcel Schnieber vom Tanzkreis Fürstenwalde tanzen.

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