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Coole Freizeittipps
Eiszeit in der Sauna

Anke Beißer, Annemarie Diehr, Manja Wilde, Joachim Eggers / 15.06.2019, 06:30 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Minus 6 Grad Celsius hat das Eis, wenn es aus der Maschine des Fürstenwalder Freizeitbads Schwapp kommt. Manfred Jarzembowski holt es sich mit vollen Händen aus dem Zuber, reibt damit Gesicht und Oberkörper ab. Der 79-Jährige kommt gerade aus der Sauna und braucht eine Erfrischung. Sauna bei der Hitze? "Ich hab ’ne Dauerkarte und bin zweimal in der Woche hier", sagt der Rentner aus Schöneiche, der die Sommer in Braunsdorf verbringt. Hinter ihm erfrischt sich ein anderer Mann im elf Grad kühlen Tauchbecken.

"Rund ein Kubikmeter Eis produzieren wir täglich", sagt Mathias Hellmann, der technische Betriebsleiter des Bades. Der Teich des Saunabereichs ist mit 24 Grad Celsius auch erfrischend. Im Sportbad zeigt das Wasserthermometer 28 im Spaßbad 30 Grad. "Bei unserem Raumklima von 40 Grad ist das aber auch erfrischend", weiß Betriebsleiterin Susann Müller. Wer Sauna und Spaßbad drei Stunden nutzen möchte, zahlt 19,50 Euro. Es gibt etliche weitere Tarife.

Auch am Freitag knackten die Temperaturen in der Region 30-Grad-Marke. Die MOZ hat sich umgesehen, wo sich Abkühlung verschaffen lässt. Im Bunkermuseum Fuchsbau ist das der Fall. 12 Grad herrschen in den alten Mauern. "Sorgen Sie mit warmer Kleidung vor!", wird auf der Internetseite geraten. Sonnabend, 10 Uhr, gibt es dort die nächste zweistündige Führung. Erwachsene zahlen 18, Jugendliche 10 und Kinder 5 Euro. (Anmeldung unter Tel.: 0162 9598011)

Keller-Arbeitsplätze angeboten

Im Brauereikeller in Fürstenwalde zapft Bernd Norkeweit 6 Grad kühles Bier. "Ich habe den Fürstenwaldern schon bei der Hitze im vergangenen Jahr angeboten, zum Arbeiten hierher zu kommen", sagt er. Bei 21,8 Grad, mit Wlan, selbstgebrautem Bier und anderen kühlen Getränken lasse es sich in dem alten Gewölbe gut aushalten.

Ein anderes Gewölbe macht seinem Namen alle Ehre: der Eiszeitkeller. Rekordverdächtige 16 Grad herrschen im mittelalterlichen Gewölbe des Fürstenwalder Museums. Hier lagert ein Teil einer der größten Geschiebesammlungen Europas. Empfindliche Exponate, die nach einer bestimmten Temperatur verlangen, gebe es nicht, sagt Leiter Guido Strohfeldt. Das Museum öffnet dienstags bis sonntags, 13 bis 17 Uhr. Eintritt: 4, ermäßigt 2 Euro.

Im nahen Dom zeigt das Thermometer der Dombetreuerin 22,7 Grad an; "ich kann mich über meinen Arbeitsplatz nicht beschweren", sagt sie. Gerade Touristen nutzten das Gotteshaus nicht nur, um sich über seine Geschichte zu informieren, sondern auch, um einen Moment der Sonne zu entkommen.

Marianne Stein hat am Donnerstag in der Honigkirche in Neu-Hartmannsdorf nach dem Rechten gesehen und wollte beim Blick aufs Thermometer ihren Augen kaum glauben: 26 Grad Celsius. "Ich hab gleich geschaut, ob die Heizung an ist", sagt sie. Fehlanzeige. Dem Wachsaltar machen solche Temperaturen allerdings nichts aus. "Da müsste es schon 60 Grad heiß werden."

Auch in Erkner bietet die offene Kirche Abkühlung. "Es gibt sogar Wasser zu trinken", sagen Monika Ziegler und Helmut Zachhuber, die sich über Neugierige freuen. 30 Gemeindeglieder teilen sich den Dienst, laden wochentags von 13 bis 16 Uhr in das Gotteshaus ein. Die großen, nach Süden gerichteten Fenster haben die die Temperatur dort auf 23 Grad klettern lassen.

Und wie steht’s mit Abkühlung im Supermarkt? "Gibt’s bei uns nicht", sagt Thomas Sipert, Marktleiter bei Kaufland in Fürstenwalde Nord. 25 Grad zeige dort das Thermometer – auch vor den Kühlregalen würden die Energiespar-Glastüren die Kälte eher an den Produkten halten. "Früher hat die Lüftung dort die kalte Luft abgesaugt und im Markt verteilt, aber das funktioniert jetzt auch nicht mehr", sagt Sipert.

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