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Oft falsch formuliert
Patientenverfügung kann Organspende stoppen

Patientenverfügungen können Organ- und Gewebespenden verhindern. Wer das nicht will, sollte deshalb seinen Wunsch ganz konkret formulieren.
Patientenverfügungen können Organ- und Gewebespenden verhindern. Wer das nicht will, sollte deshalb seinen Wunsch ganz konkret formulieren. © Foto: Silvia Marks/dpa
dpa / 28.10.2019, 10:26 Uhr
Rostock (dpa) Patientenverfügungen können Organ- und Gewebespenden verhindern – obwohl die Verfasser das eigentlich nicht wollen. Darauf weist die Gesellschaft für Transplantationsmedizin Mecklenburg-Vorpommern (GTM-V) hin.

"Eine Konkretisierung der Begriffe in Patientenverfügungen ist zwingend notwendig", sagt GTM-V-Geschäftsführer Axel Manecke.

Zusammen mit der Notarkammer Mecklenburg-Vorpommern hat die GTM-V ein Infoblatt erarbeitet, darin finden sich auch passende Formulierungsvorschläge. Auch das Bundesjustizministerium und die Deutsche Stiftung Organspende (DSO) bieten entsprechende Informationen an.

Das Problem: die Hirntoddiagnostik

Wie groß das Problem ist, zeigt eine Studie mit Daten der DSO von 2017: In jedem zehnten untersuchten Fall verhinderten Formulierungen in den Verfügungen demnach eine für die Organspende notwendige Hirntoddiagnostik. Laut Studie ist das die häufigste nicht-medizinische Ursache für eine ausbleibende Feststellung des Hirntods.

Um eine Hirntoddiagnostik durchzuführen, müsse der Patient auf der Intensivstation beatmet und stabilisiert werden, erklärt der scheidende Präsident der Deutschen Gesellschaft für Transplantationsmedizin, Bernhard Banas. "Da passen die meisten Patientenverfügungen nicht, weil viele beim Ausfüllen der Verfügung nicht an die Organspende denken." Eine Gewebespende ist nicht nur bei einem Hirntod mit funktionierendem Kreislauf, sondern auch noch mehrere Stunden nach dem Ende der Herz-Kreislauf-Funktion möglich.

Zahl der Spenden steigt wieder

Laut DSO warteten 2018 in Deutschland rund 9400 Menschen auf ein passendes Spenderorgan. Im gleichen Zeitraum seien etwa 3100 Organe von 955 Verstorbenen gespendet worden. Nach jahrelangem Rückgang seien die Zahlen erstmals wieder gestiegen. Für Gewebespenden gibt es keine bundesweiten Gesamtzahlen. Die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation zählte im vergangenen Jahr rund 2700 Spender.

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