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Wenn die Nachtruhe fehlt

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HSTILLN / 21.06.2008, 08:38 Uhr
Eberswalde Der heutige kalendarische Sommeranfang ist der längste Tag des Jahres. Den 21. Juni begleitet aber auch die kürzeste Nacht im gesamten Jahr. Kein Wunder, dass dieser Tag vor acht Jahren zum "Tag des Schlafes" erkoren wurde. Und Barnimer Experten bestätigen: Immer mehr Menschen leiden unter Schlafstörungen.

"Wie man sich bettet, so schläft man", weiß der Volksmund. Auch wenn dieser eigentlich etwas ganz anderes meint, ist der Schlaf für den Menschen von großer Bedeutung. "Doch in den letzten Jahren ist eine Zunahme von Schlafstörungen zu beobachten, weil die Belastungen deutlich zugenommen haben", unterstreicht Dr. Ulrike Meier-Lieberoth vom Schlaflabor im Eberswalder Martin-Gropius- Krankenhaus. Existenzielle Probleme, Druck und Stress bei der Arbeit, die Veränderung der Arbeitszeiten, zählt die Schlafspezialistin einige Beispiele auf, hätten dazu geführt.

Der durchschnittliche Deutsche schläft statistisch täglich gut sieben Stunden, weiß Dr. Ulrike Meier-Lieberoth. Neben Sauerstoff, Wasser und Nahrung sei der Schlaf so eines der wichtigsten Bedürfnisse des Menschen. Auch wenn sich die Bedeutung des Schlafs im Laufe des Lebens sehr stark verändert, so die Leiterin des Barnimer Gesundheitsamtes Beate Schmidt-Grimm. "Säuglinge haben ein ganz anderes Schlafbedürfnis als etwa Schulkinder", so die Amtsärztin.

Warum Menschen schlafen, das weiß man allerdings bis heute nicht so richtig. "Wir wissen zwar, dass wir schlafen müssen", unterstreicht Schlafexpertin Meier-Lieberoth, "aber es gibt keine genauen Erkenntnisse darüber, warum das so ist". Man wisse generell nur, dass der menschliche Körper sich erst richtig erhole, wenn er genügend Schlaf bekommt. Minimum seien fünf bis sechs Stunden, meist sollten es aber sieben bis acht Stunden sein. Wer mehr als zehn Stunden Schlaf benötigt, gilt aus medizinischer Sicht bereits als Langschläfer.

Jeder dritte erwachsene Deutsche, etwa 20 Millionen Menschen, schläft allerdings schlecht und findet nachts keine richtige Erholung. Die Gründe für Schlafprobleme sind individuell sehr unterschiedlich. Der Schlaf sei aber ein sehr sensibler Bereich für die menschliche Gesundheit: "Auf seelischen Stress reagiert der Körper oft mit Schlafstörungen", weiß Amtsärztin Beate Schmidt-Grimm.

Oft kommen Schlafstörungen aber schlichtweg durch schlechte Gewohnheiten: durch fettreiches Essen am Abend etwa, wenn der Körper noch eine Verdauungsleistung zu erbringen hat, oder durch Alkohol- und Tabakkonsum, sagt Dr. Ulrike Meier-Lieberoth. Diese Verhaltensweisen könnte man meist ändern. Oft sind sie aber auch gesundheitsbedingt. Und dann werden sie etwa im Eberswalder Schlaflabor, eine von wenigen Einrichtungen dieser Art in Nordostbrandenburg, behandelt.

Nicht selten sind Schlafstörungen aber auch bedingt durch einen falschen Schlafplatz bzw., wie der Bettenspezialist sagt, durch das falsche "Schlafsystem". "Wir beobachten, dass unsere Kunden immer größeren Wert darauf legen, worauf sie schlafen", unterstreicht Christopher Blank vom Dänischen Bettenlager in Eberswalde. Schließlich verbringt der Mensch etwa ein Drittel seines Lebens im Bett. Deshalb sollte man viel Wert auf ein gutes Schlafsystem, bestehend aus Lattenrost, Matratze, aber auch Bettwäsche und Laken, legen, rät Blank. Matratzen sollten regelmäßig gewechselt werden. Als Richtwert gilt: "Alle zehn Jahre."

Die Nacht ist ein schlechter Ratgeber: Zu viel Grübeln vor dem Einschlafen ist kontraproduktiv.

Bett und Matratze sollten individuell angepasst sein.

Die Temperatur eher etwas niedriger halten, die Raumluft sollte frisch und nicht zu trocken sein.

So wenig Lärm und Licht wie möglich.

Abends keine schweren Mahlzeiten einnehmen, vor allem kohlenhydratreiche Nahrung wie Brot, Nudeln und Kartoffeln meiden.

Zuviel Alkohol- und Tabakkonsum ist schädlich für gesunden Schlaf, ebenso am Nachmittag nicht übermäßig viel Kaffee oder schwarzen Tee trinken.

Jede Form von "Action" (auch Krimis!) vor dem Schlafengehen sollten gemieden werden.

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