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Gartenexperte Hellmut Schönstädt gibt Tipps zur Vorbereitung von Beeten, Rasen und Bäumen nach dem Winter

Wenn das erste zarte Grün sprießt

Erste Ernte des Jahres: Kopfsalat und Zwiebeln hat Hellmut Schönstädt in einem seiner Gewächshäuser gezogen, so dass sie bereits jetzt geerntet werden können.
Erste Ernte des Jahres: Kopfsalat und Zwiebeln hat Hellmut Schönstädt in einem seiner Gewächshäuser gezogen, so dass sie bereits jetzt geerntet werden können. © Foto: MOZ
Lina Hatscher / 31.03.2012, 07:46 Uhr - Aktualisiert 31.03.2012, 09:53
Eisenhüttenstadt (MOZ) Wenn die Natur aus dem Winterschlaf erwacht, grünt und sprießt es an allen Ecken. Für Gartenfreunde heißt das, dass sie viel in ihrem grünen Idyll zu tun haben. Was wann zu erledigen ist, verraten passionierte Gärtner in unserer Serie. Heute: Hellmut Schönstädt.

 

Die braunen Blätter an den Erdbeerpflanzen machen Hellmut Schönstädt Sorgen. Der Frost des vergangenen Winters hat Spuren in seinem Schrebergarten hinterlassen. Auch einige Rosen-stauden und die Japanischen Azaleen haben gelitten. "Wir hatten minus 23 Grad Celsius an einigen Tagen", sagt der studierte Gartenbauingenieur im Ruhestand. Weil kein Schnee die Pflanzen bedeckte, konnte der Kahlfrost sie schädigen - trotz der Abdeckungen, die die Pflanzen schützen sollten. Seit mehr als 50 Jahren bewirtschaftet Hellmut Schönstädt die Parzelle beim Gartenverein Bergland in Eisenhüttenstadt. Außerdem war er 16 Jahre als Fachberater bei dem Verband der Gartenfreunde, dem auch der Verein Bergland angehört, tätig. Der Garten als eine Erlebniswelt in der Natur liegt dem 79-Jährigen Eisenhüttenstädter am Herzen. "Man ist viel in Bewegung, kann Stress abbauen und einen Ausgleich finden."

Aber zu viel Plackerei kann Ursache für Verdruss werden, weiß der erfahrene Gärtner. Deshalb rät er, bereits im Frühling einen Pflanzplan anzulegen. "Welche Fruchtfolge einzuhalten ist, wann welches Gemüse und Obst reif wird, ist etwa zu beachten", sagt er. Das richtige Maß an Gartenarbeit zu finden, damit die Erholung und Freude an dem grünen Idyll nicht verloren gehen, findet er sehr wichtig. Eine Parzelle im Gartenverein verpflichtet, weil in der Gartenordnung vorgeschrieben ist, wie viel der Fläche für Nutzpflanzen vorgesehen ist. "Ich pflanze viele Kartoffeln und Erdbeeren", sagt Hellmut Schönstädt. Die süßen roten Früchte isst seine Urenkelin besonders gerne. Wenn Amelie im Mai zu Besuch kommt, kann sie die ersten prallen Beeren pflücken. "Im Treibhaus werden sie zwei bis drei Wochen früher reif als draußen." Für Familien mit Kindern bedeutet der Schrebergarten ein Stück Freiheit. "Die Kleinen können autofrei und ungefährdet spielen", sagt der 79-Jährige. Außerdem könne bei Kindern ein Verständnis für die Natur und ihren Schutz geweckt werden.

Aber auch ältere Gartenfreunde sollten ihr grünes Paradies nicht vorschnell aufgeben. "Im Alter hilft die körperliche Arbeit, gesund zu bleiben", sagt Hellmut Schönstädt. Die sozialen Kontakte werden über den Gartenzaun gepflegt, alle Parzellenbesitzer können am Jahresrhythmus teilnehmen. "In seinem Garten kann man sich geborgen fühlen und hat eine sinnvolle Aufgabe." Er selbst hat seinen Garten mit den Jahren umgestaltet, um weniger schwere Arbeiten verrichten zu müssen. "Ich habe zum Beispiel den Teich abgeschafft und mehr bleibende Pflanzen, wie etwa Beerensträucher, gepflanzt", sagt er.

Aber seine Fuchsien hegt und pflegt der erfahrene Gärtner mit Hingabe. "Das ist mein Hobby." Dutzende Kübel mit den Pflanzen überwintern im Treibhaus. Zarte grüne Blätter drängen sich bereits aus den Zweigen. Später im Jahr wird er für seine Mühen mit einer Fülle der filigranen Kelchblüten in den Farben rot, violett, rosa und weiß belohnt werden.

n Der Baumschnitt muss nun beenden werden.

n Frostschäden, etwa an Rosenstauden und Erdbeerpflanzen, sind zu beseitigen. Das bedeutet, trockene Pflanzenteile zu entfernen.

n Es gilt außerdem kranke Pflanzenteile und Fruchtmumien (das sind alte Früchte aus dem vergangenen Jahr) zu entsorgen.

n Umveredelung an Obstbäumen ist derzeit möglich.

n Böden sollten gezielt oder auf Vorrat gedüngt werden.Außerdem sollten sie aufgelockert und auf die Aussaat vorbereitet werden.

n Die ersten Aussaaten gehören bald in die Erde, zum Beispiel Zwiebeln, Möhren, Schwarzwurzeln und Spinat.

n Auch vorgezogene Salat- und Kohlrabisetzlinge können bereits im Freien gepflanzt werden.

n Erdbeer- und Staudenbeete sind zu säubern und die Erde rund um die Pflanzen auflockern.

n Rasenflächen sollten abgeharkt, gedüngt und vertikutiert werden (das bedeutet, dass durch Geräte die Grasnarbe des Rasens aufgerissen wird, um den Boden dadurch zu lockern).

n Bei allen Arbeiten müssen noch mögliche Spätfröste beachtet werden: Die Eisheiligen kommen Mitte Mai, bis dahin kann es noch Frostnächte geben. Das bedeutet, dass alle Pflanzen am besten nachts noch mit Planen oder Fließen abgedeckt werden sollten.

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