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Jung, kreativ, unverblümt

Floristin Claudia Berger aus Finowfurt ist überzeugt, dass sich Frauen zum Valentinstag am Sonntag auch über einen bunten Strauß mit Frühlingsblumen freuen.
Floristin Claudia Berger aus Finowfurt ist überzeugt, dass sich Frauen zum Valentinstag am Sonntag auch über einen bunten Strauß mit Frühlingsblumen freuen. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 14.02.2016, 08:00 Uhr
Schorfheide (MOZ) Gelbe Rosen, weiße Tulpen, blaue Vergissmeinnicht, lila Orchideen und cremefarbene Narzissen, ob exotisch oder heimisch - die Auswahl ist groß. Nur eines werden die Kunden bei Claudia Berger vor dem Valentinstag vergeblich suchen: rote Rosen. Und das hat seinen Grund.

Claudia Berger kennt sie und beherrscht sie, die Sprache der Blumen. Und auch sie freut sich noch immer über Blumen. Gleichwohl liebe sie das Unverblümte, die offene, direkte Art. Ohne Umwege, ohne Schnörkel. Nicht durch die Blume. Genau deshalb habe sie ihr Geschäft "Unverblümt" genannt. Vor dreieinhalb Jahren hat sich die Wahl-Eberswalderin als Floristin selbständig gemacht. In Finowfurt.

Dieser Schritt sei schon ein Wagnis gewesen, gesteht die 32-Jährige noch heute. Immerhin gab es seinerzeit bereits drei Blumengeschäfte in dem Schorfheider Ortsteil. Ihre Idee war also so neu nicht. "Aber meine Freunde haben mich immer wieder ermutigt", erinnert sich Berger, die zuvor zehn Jahre lang in einem großen Geschäft - mit angeschlossener Friedhofsgärtnerei - in Berlin gearbeitet hat und für eine moderne Floristik steht. "Und meine Familie hat mich unterstützt. Meine Eltern, mein Mann." Irgendwann gewannen die Versuchung und der Reiz die Oberhand gegenüber allen Bedenken.

Das passende Ladengeschäft war recht schnell gefunden: das ehemalige Domizil an der Skaterbahn. Die Verhandlungen mit der Gemeinde Schorfheide gingen zügig und reibungslos über die Bühne. Allerdings stand das Gebäude schon eine Weile leer. Bergers mussten einiges investieren, um aus dem früheren Treff einen ansprechenden Laden mit Schaufenster zu machen. Mit großer Eigenleistung stemmte die Familie das Vorhaben. Nach drei-, viermonatiger Umbauphase eröffnete Claudia Berger im Herbst 2012 ihren eigenen Laden: Unverblümt.

Zu den Besonderheiten ihres Geschäfts gehört die Herkunft der Ware. "Ich verkaufe, wo immer es geht, deutsche Blumen bzw. Pflanzen." Bei der Auswahl setzt die Fachfrau auf ihren eigenen Geschmack und vor allem auf Vielfalt. So entdecken Kunden zu jeder Jahreszeit immer wieder Neuheiten in dem kleinen Laden. Und sind erstaunt. Sträuße, Gestecke, modern arrangiert, etwa mit Hagebutten, Johanniskraut, Zierquitte, Brombeere oder Bänderweide. Je nach Saison. Überhaupt versucht Claudia Berger, neue Akzente zu setzen und Außergewöhnliches anzubieten. Blüten, die weniger bekannt sind. Wie zum Beispiel die Amazonaslilie, das Nadelkissen und Enzian. Oder die Knolle der Hyazinthe, die in Wachs gehüllt ist, zeigt die Blumenhändlerin auf eine Kreation im Glas. "Dadurch halten die Pflanzen die Feuchtigkeit besser und man hat länger etwas davon."

Und welche Blume empfiehlt die Expertin nun zum Valentinstag? Claudia Berger ist davon überzeugt, dass Frau sich beispielsweise über einen schönen Frühlingsstrauß freut. Mit Tulpen oder Ranunkeln beispielsweise. Und wenn es denn Rosen sein sollen, dann vielleicht mal in creme, rosa oder lachsfarben. "So viele rote Rosen, wie bundesweit an oder für diesen einen Tag gekauft werden, können gar nicht frisch geschnitten werden", gibt Berger - eben ganz unverblümt - zu.

Auch wenn sie selbst jeden Tag mit ihren kleinen Kunstwerken Freude schenkt, die beiden ersten Jahre waren "schon sehr hart", gesteht Claudia Berger. Inzwischen hat sie sich über Finowfurt hinaus einen Namen gemacht, beschäftigt seit einigen Monaten eine Mitarbeiterin. "Meine Familie hat immer an mich geglaubt", bedankt sie sich für den Rückhalt. Und ist froh, den Schritt in die Selbständigkeit gewagt zu haben. Einen anderen Beruf konnte sie sich ohnehin nie vorstellen. "Schon als Kind habe ich immer für meine Mutter Sträuße in der Natur gepflückt", erinnert sie sich.

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