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Stromfresser zum Niedrigstpreis

Risiko: Die Waschmaschine kann billig in der Anschaffung sein, später aber die Betriebskosten hochtreiben.
Risiko: Die Waschmaschine kann billig in der Anschaffung sein, später aber die Betriebskosten hochtreiben. © Foto: dpa-tmn
19.10.2016, 15:24 Uhr
(dpa) Der Handyakku macht nach zwei Jahren schlapp. Oder bei der Lampe lässt sich die defekte LED nicht austauschen. Beim Kauf von Technik bleiben einem unangenehme Überraschungen nicht erspart.

Die häufigsten Ärgernisse im Überblick:

1. Die Akku-Falle

Mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets liefern die Hersteller häufig mit fest verbautem Akku aus. Lässt er nach, kann der Kunde ihn nicht einfach wechseln. Das muss ein Fachmann mit dem richtigen Werkzeug übernehmen. "Schwächer werdende Akkus sind oft ein Grund, sich ein neues Gerät zu kaufen - nachhaltig ist das nicht", kritisiert Margrit Lingner von der Zeitschrift "PC Magazin" aus München. Die Deutschen behalten ihr Smartphone ihr zufolge im Schnitt nur 2,5 Jahre. Dann verkaufen sie es eventuell noch weiter oder nutzen es als Zweitgerät. Bei Akku-Rasierern und elektrischen Zahnbürsten ist es noch schlimmer: Die muss man dann wegschmeißen.

2. Fest verlötete Lebensdauer

Der Fortschritt macht auch vor Glühlampen nicht halt. Moderne LED-Leuchten sparen Strom, weil sie weniger Wärme und mehr Licht erzeugen. Doch Lampen mit fest verlöteter LED als Leuchtmittel werden zum Ärgernis, wenn die eingebaute LED kaputtgeht. Dann wandert die Lampe in den Müll. Bei LED-Lampen ist die voraussichtliche Nutzungsdauer in Stunden angeben. Bei vielen anderen Geräten aber nicht. Verbraucher könnten dem Produkt nicht ansehen, für welche Lebensdauer es konzipiert wurde, bemängelt beispielsweise das Umweltbundesamt in Dessau.

3. Das versteckte Abo-Modell

Es hat sich herumgesprochen, bleibt aber ärgerlich: Einige Hersteller verschenken ihre Geräte fast. Doch das benötigte Verbrauchsmaterial treibt die Einstandskosten in die Höhe. Bestes Beispiel: Tintenstrahldrucker mit Originaltinte zu Apothekerpreisen. Die Hersteller versuchen, preiswerte Patronennachbauten zu verhindern. Dieses Geschäftsmodell funktioniert auch mit elektrischen Zahnbürsten (Bürstenköpfe), Rasierern (Klingen oder Reinigungspatronen) und Kaffeemaschinen (Kapseln). Kunden erkundigen sich also besser vorher, ob das Gerät mit billigeren Nachbauten klarkommt - beziehungsweise ob es diese überhaupt gibt.

4. Ungeahnte Nebenkosten

Der neue Kühlschrank oder die Waschmaschine ist beim Kauf oft preiswert. Doch die Folgekosten über die Jahre fressen den Preisvorteil schnell auf. Wer hier auf die Energielabel und den jährlichen Strom- und Wasserverbrauch achtet, zahlt zwar am Anfang mehr, spart über die gesamte Lebensdauer aber Geld. Gibt es kein Energielabel und keine Hinweise in der technischen Dokumentation, kann man den Stromverbrauch auch selbst mit einem Messgerät im Zwischenstecker prüfen.

5. Störende Kleinigkeiten

Es gibt immer wieder Überraschungen bei neuen Technologien. Peter Knaak, Redakteur bei Stiftung Warentest in Berlin, hat gerade Curved-Fernseher getestet. Die gebogenen Monitore sind eine neue Mode im TV-Sektor. "Bei diesen Modellen gibt es fast immer störende Reflexe. Bei den normalen Geräten konnten Sie das durch Drehen anpassen, hier nicht", sagt er. Brummende oder piepsende Spannungswandler am Stromanschluss treiben manche Nutzer in den Wahnsinn. Auch störende Kontrolllampen können einem den Spaß am neuen Gerät verderben. Erfahrungen anderer Kunden in den Kommentaren von Online-Shops können wichtige Hinweise geben, ob man mit dem Gerät zufrieden sein wird. Wenn sich viele Kunden melden, ist es wohl eher kein Einzelfall, sondern ein Serienfehler. Also: Am besten vorher ausprobieren.

6. Stinkende Materialien

Die neue Technik sieht zwar gut aus, verströmt aber einen üblen Geruch. Ursache können Plastikteile, Dämmungen und Abdeckungen sein.

Sind die Ausdünstungen dieser Stoffe eventuell gesundheitsschädlich? Manche Stoffe hätten zwar eine sehr niedrige Geruchsschwelle, eine Wirkung auf die Gesundheit sei aber erst in sehr viel höheren Konzentrationen möglich, sagt Ana Maria Scutaru vom Umweltbundesamt. "Es gibt Stoffe, die sind in winzigen Mengen schon von unserer Nase wahrnehmbar - und tauchen trotzdem bei einer Raumluftmessung nicht auf", beruhigt die Expertin. Sie empfiehlt trotzdem Produkte mit dem Zeichen "Blauer Engel".

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