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Anbau in der Küche
Was Kräuter und Gemüsepflanzen im Haus brauchen

Pflanzsysteme fürs Haus haben spezielle Leuchten, die das Gemüse mit ausreichend Sonnenlicht-Ersatz versorgen.
Pflanzsysteme fürs Haus haben spezielle Leuchten, die das Gemüse mit ausreichend Sonnenlicht-Ersatz versorgen. © Foto: dpa/Florian Schuh
dpa / 27.09.2018, 14:57 Uhr
Großbeeren (dpa) Die Gartensaison ist vorbei - kein Grund, der frischen Ernte nachzutrauern. Auch im Haus ist der Anbau von Kräutern, Gemüse und Obst möglich. Allerdings ist er mitunter schwieriger und braucht bestimmte Voraussetzungen. So gelingt er:

SPROSSEN ODER GRÜNKRAUT: Einfach, beliebt und in der Regel erfolgreich ist der Anbau von Keimsprossen oder Grünkraut. Das gilt etwa für die Keimlinge von Brokkoli, Rote Bete, Rotkohl, Rucola und Senf. Sie gelten als gute Lieferanten für Vitamine und Mineralstoffe, und sie sind schnell erntereif. Zudem gelingt der Anbau auf der Fensterbank auch ohne technische Hilfsmittel wie Pflanzenleuchten.

Die verschiedenen Begriffe gehen auf die Anbauweise zurück: Sprossen werden ohne Substrat gezogen und mitsamt der Wurzel verzehrt. Das gelingt etwa in einem speziellen Sprossenglas.

Grünkraut, auch als Microgreen bezeichnet, wird zum Beispiel auf Watte, auf einem Kresseigel aus Ton oder in Erde kultiviert. Hier wird nur der obere Teil verzehrt - daher ist Microgreen erntereif, sobald sich die ersten Blattpaare zeigen. Nach dem Schneiden kann man es noch mal wachsen lassen für eine zweite Ernte. Geeignet ist dafür jedes Saatgut, welches auch für Sprossen verwendet wird.

ESSBARE EXOTEN: Von so mancher exotischen Pflanze wie Aloe Vera und Zitronengras lassen sich kleine Erntemengen im Haus ziehen. Auch Zitruspflanzen bringen hierzulande Früchte hervor. Hans-Jürgen Weese vom Bundesverband Einzelhandelsgärtner rät aber, mediterranen Pflanzen im Sommer einen Platz draußen zu gönnen und sie im Winter nicht an einen zu warmen Standort zu stellen. Ein Wintergarten oder ein heller und kühler Hausflur seien ideal. Aber: Auch Ananas, Kaffeestrauch und die Bananenstaude entwickeln sich im Zimmer oder Wintergarten prächtig, in der Regel kommt es nicht zur Ernte.

SALAT UND FRUCHTGEMÜSE: Salat, Tomaten, Gurken oder Chilis lassen sich im Haus ziehen - auch wenn das etwas aufwendiger ist. „Die beiden Haupt-Probleme beim Gärtnern in geschlossenen Räumen – vor allem im Winter – sind zum einen die häufig zu niedrige Luftfeuchtigkeit und zum anderen das mangelnde Tageslicht“, erklärt Oliver Körner vom Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau in Großbeeren (Brandenburg).

Abhilfe schaffen hier Pflanzsysteme speziell fürs Gärtnern im Haus - auch mit den Schlagwörtern Indoor-Farming oder Indoor-Gardening im Handel zu finden. Sie verfügen über eine Pflanzleuchte, die dafür sorgt, dass die Pflanzen ausreichend Sonnenlicht-Ersatz erhalten. Wer Nutzpflanzen wie Physalis oder Tomatillo den Winter über ins Haus holt, um diese hier weiter zu beernten, braucht separate Pflanzleuchten, da diese Pflanzen nicht in die typischen Mini-Pflanzsysteme für das Haus passen.

KRÄUTER: Gerade für Küchenkräuter sind die Geräte zum Indoor-Gardening gemacht - aber auch die sonnige Fensterbank tut es. „Recht unproblematisch lassen sich mediterrane Kräuter wie etwa Basilikum, Rosmarin oder Lavendel auf einer Fensterbank kultivieren“ erklärt Agnes Daiber, Kräuterpädagogin aus Eitorf (NRW). Sie benötigen auch keine Winterruhe. Anders ist dies bei heimischen Kräutern wie Schnittlauch und Petersilie. Bei ihnen ist die durchgehende Kultivierung schwierig. Daiber rät, diese erst nach einer Winterruhe im Garten im Januar oder Februar ins Haus zu holen. Die Zimmerwärme gaukelt ihnen dann den Frühling vor.

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