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Wildbestand
Schwarzwild unter Beschuss

Janet Neiser / 07.12.2019, 08:00 Uhr - Aktualisiert 07.12.2019, 18:28
Henzendorf (MOZ) Rund 150 Teilnehmer hatte die Treibjagd  bei Henzendorf am Freitag. Am Ende wurden unter anderem 71 Wildschweine erlegt.

Eine kleine Völkerwanderung hat es am Freitagmorgen in Richtung Wagenburg in Göhlen-Vorwerk gegeben. Um 8.15 Uhr ertönt dort das Begrüßungssignal zur geplanten Treibjagd – bei frostigen 1 bis 2 Grad Celsius. 2500 Hektar Wald sollen in den kommenden Stunden bejagt werden, mit 140 bis 150 Schützen aus fünf Jagdbezirken, etwa 60 Stöberhunden und acht Schweißhunden. "Das ist schon eine Größenordnung", betont Boris Schnittker, Forstbetriebsleiter der Stiftung Stift Neuzelle. So etwas gebe es nicht alle Tage. "Es ist ein starkes Signal der Gemeinschaft heute Morgen. Wir reden nicht nur, wir schreiten auch gleich zur Tat."

Bei einer groß angelegten Drückjagd im Waldgebiet bei Göhlen wurden 70 Wildschweine erlegt. Etwa 150 Jagd-Teilnehmer waren an der Schwarzwild-Hatz beteiligt.
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Drückjagd auf Schwarzwild

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Was er damit vor allem meint, ist die immer näher rückende Afrikanische Schweinepest. "Ich glaube, es gibt wenig Hoffnung, dass wir von dieser Tierseuche verschont bleiben", schätzt der Jäger und Forstbetriebsleiter ein. "Wenn sie kommt, dann weiß jeder, dass sie zum einen große wirtschaftliche Schäden nach sich zieht. Es wird aber auch eine Menge Tierleid geben. Das ist ein Thema, mit dem wir uns befassen müssen. Vor dem Hintergrund ist es wichtig, dass wir unserer Verantwortung gerecht werden." An diesem Tag ziehen Henzendorfer, Neuzeller, Peitzer, Dänen und der Eigenjagdbezirk Dreißig gemeinsam los – auch um Schwarzwild zu minimieren. Das ist unter anderem eine Forderung, die in dieser Woche auch schon aus dem Mund des Vorsitzenden der Agrargenossenschaft Neuzelle kam  – mit Blick auf die Gefahr durch die Afrikanische Schweinepest. "Wir müssen die Bestände reduzieren, um im Falle eines Auftretens der Krankheit, die Übertragung von Tier zu Tier einzudämmen", sagt Schnittker.

Doch es sind nicht nur Wildschweine im Visier, sondern auch Rehe, Rotwild und Raubtiere wie Marderhunde. Füchse hingegen stehen nicht auf der Abschussliste. Die sind nützlich. "Sie fressen Mäuse", erklärt Schnittker. Auch Wölfe dürfen nicht geschossen werden. Das betont er bei der Begrüßung. Wölfe gebe es hier überall. Falls sie Hunde jagen sollten – und das komme immer wieder vor –, soll der Mensch sich bemerkbar machen und den Hund so unterstützen. Schüsse in den Boden seien in so einem Fall erlaubt. Die Wölfe werden für die Jäger zum Problem. "Die Hundeführer haben Angst und bleiben weg", erklärt Schnittker.

Erwartung übertroffen

Finja und ihr Herrchen Jens Barkmann sind dabei. Die Hundedame ist acht Jahre alt und spezialisiert auf die Suche nach verletzten Tieren. "Wir haben etwa 150 Einsätze im Jahr", erklärt Barkmann, der mit seiner Hündin aus dem Landesforst in Mecklenburg-Vorpommern gekommen und mit Schnittker befreundet ist. Finja habe eine Vorliebe für Schwarzwild. Sie dürfte also einiges zu tun bekommen und scheint schon freudig erregt.

Boris Schnittker rechnet damit, das etwa 80 Tiere zur Strecke gebracht werden – in einer relativ kurzen Zeit. Denn um 12.30 Uhr ertönt das Jagdsignal "Hahn in Ruh." Dann darf nicht mehr geschossen werden. Am Ende werden die Hoffnungen übertroffen: 71 Wildschweine, drei Stück Rotwild und 23 Rehe wurden erlegt. "Das ist ein tolles Ergebnis", sagt Schnittker.  Bereits verendete Schweine wurden nicht gefunden – ein Hoffnungsschimmer, was die Schweinepest angeht. "Ich denke, dass von diesem Tag ein Impuls ausgeht", sagt er mit Blick auf weitere gemeinsame Jagden.

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