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Die richtige Pflanze am richtigen Ort

Umgeben von krõftigen und gesunden Pflanzen: Seit zehn Jahren leitet Viola Wirth den Pflanzenhof an der F³rstenwalder Poststra▀e. Die promovierte Gartengestalterin hat manchen fachmõnnischen Rat parat. Ihr Motto: Gute Garten-Ideen - wir realisieren sie.
Umgeben von krõftigen und gesunden Pflanzen: Seit zehn Jahren leitet Viola Wirth den Pflanzenhof an der F³rstenwalder Poststra▀e. Die promovierte Gartengestalterin hat manchen fachmõnnischen Rat parat. Ihr Motto: Gute Garten-Ideen - wir realisieren sie. © Foto:
JKOTTERBAN / 15.02.2008, 08:38 Uhr
Es ist wohl immer dasselbe Lied: In der kalten Jahreszeit sitzt man als Gartenfreund über Fachbüchern und -zeitschriften und tüftelt, was man auf seinem Stück Land noch alles verändern kann. Rat gibt Viola Wirth vom Pflanzenhof am Wildpark.

Gute Garten-Ideen - wir realisieren sie. Wenn das so einfach wäre. Viola Wirth, Chefin vom Pflanzenhof am Wildpark, weiß manchen fachlichen Rat. Die promovierte Agrarwissenschaftlerin ist lange genug dabei, um bei der Gartengestaltung und der Neuanlage von Gärten mit Tipps und tollen Ideen nicht geizen zu müssen. Wobei hier nicht von der "Scholle" unter dem Dach des Stadtverbandes der Gartenfreunde die Rede ist. Viola Wirths Philosophie, die nicht jedermanns Geschmack sein muss: "Die Jahreszeiten müssen in einem Garten zu sehen sein. Nichts ist langweiliger als eine immergrüne Tujahecke. Die sieht man zur Genüge auf dem Friedhof."

Viola Wirth, die seit zehn Jahren den Pflanzenhof an der Fürstenwalder Poststraße führt, lebt "mit der Natur im Einklang", wie sie gestern betont. Sie hat sich mit dem Pflanzenhof, der oft Ausgangspunkt für Gartengestaltungsarbeiten bis nach Berlin ist, einen Jugendtraum erfüllt. "Ich fing 1979 bei den Frankfurter Baumschulen an. Dort konnte ich jede Menge lernen. Später war ich bei Lawrenz. Den Pflanzenhof besitze ich seit dem 1. April 1998 - kein Aprilscherz."

Gärten müssen individuell und Spiegelbild der Menschen sein, die dort leben - sagt Viola Wirth. "Wichtig ist: die richtige Pflanze am richtigen Ort. Deshalb plädiere ich immer dafür, nicht auf Ware von sonst woher zurückzugreifen, nur weil sie drei Euro billiger ist. Das Klima in Ost-Brandenburg ist härter, als man denkt. Deutsche Pflanzen sind robuster, haben hier also größere Überlebenschancen."

Gern spielt Viola Wirth bei der Gartengestaltung mit Farben. Und mit Steinen und Holz. Garten, erzählt sie, kommt aus dem lateinischen hortus. "Hort - das soll nicht nur ein Zufluchtsort für uns nach anstrengender Arbeit sein. Dieses grüne Reich ist auch ein Hort für besondere oder seltene Pflanzen und Tiere." Und dann legt die Fachfrau einen Finger auf manche Wunde: "Fast jeder kann sich in seinen eigenen vier Wänden verwirklichen und seine Räume entsprechend gestalten. Die Gartengestaltung hat jedoch eigene Kriterien: Durch falsche Anlage entsteht oft statt eines gemütlichen Wohngartens ein arbeitsintensiver Grünbereich." Viola Wirth räumt mit der Meinung auf, eine große Rasenfläche mache am wenigsten Arbeit. "Quatsch. Ein Rasen ist sehr pflegeintensiv. Besser ist eine Bepflanzung, die dem Garten einen parkähnlichen Charakter gibt."

Suchen Gartenfreunde bei Viola Wirth Rat, geht die Fachfrau mit ihnen etliche Punkte durch: Wie ist das zu gestaltende oder zu verändernde Gelände beschaffen? Spielen Hanglage oder Bewässerung eine Rolle? Werden die vorhandenen Pflanzen in das Gestaltungskonzept übernommen - oder kommen neue hinzu? Wie schaut der Boden aus? Stehen Bäume auf der Fläche? Was ist mit Terrasse oder Sitzecke, Pergola oder Trennwand? Wasserbecken oder Teich? Ist der immer beliebter werdende Bauerngarten ein Thema? Oder soll eine Blumenwiese prägendes Element werden?

Den anstehenden Frühling vom Jahrgang 2008 sieht Viola Wirth übrigens ohne Skepsis entgegen. "Alles verschiebt sich vermutlich um vier Wochen. Deshalb rate ich zum Winterschnitt nicht bis in den tiefen März hinein, sondern bis Ende Februar." Und als Dünger empfiehlt sie Hornspäne. "Von Chemie halte ich nichts."

Seit September vorigen Jahres tummelt sich auf dem Pflanzenhof übrigens ein neuer Mitarbeiter. Mia - ein altdeutscher Schäferhund. Der vertreibt die Pflanzendiebe.

Für welche Art Garten entscheidet man sich? Es gibt den Frühlingsgarten mit großer Farbenvielfalt. Den Bauerngarten mit einem blütenreichen Farbenmeer. Den Rosengarten mit Beet-, Strauch-, Kletter- und Hochstammrosen. Den naturnahen Garten, in dem Stauden und Laubgehölze dominieren. Den Garten für Kinder. Im Zentrum steht ein Gartenhaus, umgeben von Kräutergarten, Blumenecke und Spielwiese. Und es gibt den schattigen Garten. Bäume und hohe Sträucher schirmen den Gartenbereich ab.

Wer die Wahl hat, hat die Qual.

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