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Autotest Ford Focus ST

Ford Focus ST
Ford Focus ST © Foto: MOZ
Hajo Zenker / 30.03.2014, 15:42 Uhr - Aktualisiert 31.03.2014, 14:19
Frankfurt (Oder) (MOZ) Ford darf sich freuen: In diesem Jahr gab es bisher ein Plus von 28,7 Prozent - während der Gesamtmarkt lediglich um 5,7 Prozent wuchs. 2013 hatte die Kölner Tochter des US-Herstellers noch ein Minus von 3,9 Prozent verbuchen müssen. Kuga, Galaxy, S-Max, Mondeo und Fiesta laufen derzeit sehr gut, aber auch der Focus verkauft sich deutlich besser als im Vorjahr. Seine sportive Version heißt ST, die es als Fünftürer und Kombi gibt.

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Motor

Der Fünfzylinder des Vorgängers ist Geschichte. Nun muss ein Zwei-Liter-Vierzylinder-Benziner reichen - der allerdings 25 PS mehr mobilisiert, nämlich 250 PS. Noch schöner aber ist das maximale Drehmoment von 360 Newtonmetern, das erfreulicherweise in dem breiten Bereich von 2000 bis 4500 Umdrehungen in der Minute anliegt. Und so dauert es gerade sechseinhalb Sekunden für den Spurt von 0 auf Tempo 100. Auch die Spitze von 248 km/h erreicht man locker. Ein forscher Tritt aufs Gas katapultiert nicht nur den Wagen nach vorn, er startet auch den "Sound Symposer", der den Insassen per technischem Trick eine sehr sportiv-kernige Geräuschkulisse serviert. Die Sechs-Gang-Handschaltung ist knackig und also passend. Doppelkupplungsgetriebe dagegen sind bei Ford bisher kein Thema - mal sehen, wie lange noch. Ab Dezember gibt es für den ST übrigens auch einen Diesel.

Karosserie/Ausstattung

Schon der erste Blick auf den Fünftürer macht klar: Der ist für Männer. Der Focus ST übt sich nicht in der optischen Zurückhaltung wie der VW Golf GTI, der einst die Gattung der sportlichen Kompakten begründete. Das Auffallen geht bei der Farbe los, dazu kommen Dachspoiler, Seitenschweller, Doppel-Endrohr. Offenbar meint Ford, das das in der Mehrheit der gut 40 Länder auf fünf Kontinenten, wo der 4,36 Meter lange, in Saarlouis gebaute ST angeboten wird, seine Fans findet. Innen geben die eng geschnittenen Sitze sehr viel Halt - zu Übergewicht aber passen sie nicht. Anzeigen für Turbo-Ladedruck, Öldruck und Öltemperatur vermitteln das Gefühl der guten alten Rennfahrerzeit. Sonst bleibt der ST aber ein Focus, mit dem man problemlos das Familienleben bewältigen kann. Ab Werk hat der Focus ST unter anderem Klima, Audiosystem, Alarmanlage, automatisch abblendenden Innenspiegel, Scheinwerferassistent, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Fahrverhalten

Die gewaltigen Antriebskräfte des Fronttrieblers zerren wie wild am Lenkrad. Und man muss schon aufpassen, dass das Heck nicht ganz woanders landet, als man möchte. Hier ist Sport noch Arbeit - von der gelassenen Souveränität des VW Golf GTI keine Spur. Die Lenkung ist wunderbar direkt, das Fahrwerk straff.

Wirtschaftlichkeit

Die 28 250 Euro Einstiegspreis für den Focus ST sind für einen Kompakten eine Menge Geld - für einen solch kräftigen Sportler jedoch nicht. Schmerzhaft ist da eher der Verbrauch an teurem Super Plus: Zwar stehen 7,2 Liter je 100 Kilometer (169 g/km CO2) in den technischen Daten, aber auf 11 Liter kommt man schnell, bei häufiger Autobahnfahrt auf 14 Liter. In der Versicherung dagegen ist zumindest die Haftpflicht mit der 15 für ein solches Geschoss erstaunlich niedrig, für Voll- und Teilkasko gelten die Klassen 22 beziehungsweise 24.

Fazit

Spürbar wilder als der Segmenterfinder VW Golf GTI, aber trotzdem voll familientauglich - mit dem Ford Focus ST sieht man nicht nur sportlich aus - man fährt auch tatsächlich so. Hajo Zenker

 

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