Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Jeep Compass: Kurs auf goldene Mitte

Der neue Compass sieht aus wie ein geschrumpfter Grand Cherokee.
Der neue Compass sieht aus wie ein geschrumpfter Grand Cherokee. © Foto: Hersteller
Wolfgang Brekeller / 08.01.2018, 09:55 Uhr - Aktualisiert 08.01.2018, 09:57
Frankfurt (Oder) (MOZ) SUV-Spezialist Jeep hat noch 2017 die Lücke im Modellprogramm geschlossen, die ziemlich lange zwischen dem Renegade (Länge 4,26 Meter) und dem Cherokee (4,62 Meter) klaffte – und das ausgerechnet im boomenden B-Segment der kompakten Hochsitze. Compass heißt der 4,39 Meter kurze Neuzugang, der gegen Erfolgsmodelle wie den VW Tiguan antritt. Die Namenswahl kann schon mal als mutig gelten. Denn die Vorgänger waren wahrlich keine Renner. Der erste, lieblos gestylte und nachlässig verarbeitete Jeep Compass aus Daimler-Chrysler-Zeiten wurde 2009 mangels Nachfrage eingestellt, die zweite Generation, die schon unter FCA-Flagge (Fiat Chrysler Automobiles) gestartet war, konnte den Makel des billigen Einstiegsmodells ebenfalls nicht ablegen und verschwand 2016 in der Versenkung.

Was Wunder also, wenn der neue Compass mit den Vorgängern überhaupt nichts gemein hat und in eine ganz andere Richtung weist. In die goldene Mitte, wo nicht nur moderne Technik und modisches Design, sondern vor allem auch piekfeine Verarbeitung zählt. So lehnt sich der kompakte Jeep auf der leicht vergrößerten Plattform des Renegade und Fiat 500X nicht nur äußerlich eng an das Marken-Flaggschiff Grand Cherokee an, er steht dem großen Bruder auch in Funktionalität und Wertigkeit des Interieurs kaum nach. Da dominieren feine Kunststoffe mit weicher Oberfläche, übersichtliche, gut ablesbare Armaturen, bequeme Sitze mit genügend Seitenhalt und Multimedia-Systeme mit bis zu 8,4 Zoll großem Touchscreen, die das herkömmliche Wirrwarr an Knöpfen und Schaltern überflüssig machen. Auch in der zweiten Reihe gibt es ordentlich Platz und das nicht auf Kosten des Kofferraums. Der schluckt 438 Liter. Schade nur, dass sich die Rückbank nicht verschieben lässt. Das zeitgemäße Angebot an Fahrer-Assistenzsystemen reicht vom Totwinkelwarner über den Parkpilot bis hin zum adaptiven Abstandstempomat. Spurhalter und Kollisionswarner gehören zur Serienausstattung.

Unter der Motorhaube gibt es keine Überraschungen. Dort versehen bekannte Fiat-Aggregate ihren Dienst – zwei 1,4-Liter-Turbobenziner (140 und 170 PS) und zwei Turbodiesel (1,6 Liter/120 PS; 2,0 Liter/140 und170 PS) ihren Dienst. Frontantrieb gibt es nur für den Einstiegsbenziner und den kleinen Diesel, jeweils mit Sechsgang-Handschaltung. Ansonsten ist, wie es sich für einen Jeep gehört, Allradantrieb im Verbindung mit einer Neunstufen-Automatik Standard. Handschalter und Allradantrieb beleiben dem 140-PS-Diesel vorbehalten. Wie für den Renegade und den Cherokee gibt es auch für den neuen Compass ein spezielles Modell namens Trailhawk für den bevorzugten Einsatz im Groben. Der zusätzlich mit robustem Unterfahrschutz und erhöhter Bodenfreiheit von üppigen 22,9 statt 21,5  Zentimetern versehene Jeep wartet überdies mit Bergabfahrhilfe und einem Geländeprogramm (4WD Low) für die Getriebeautomatik auf, das mit einem kürzer übersetzten ersten Gang für gute Traktion unter allen Bedingungen sorgt. So ist der Compass eines der wenigen Modelle seiner Klasse, die nicht nur für den kurzen Abstecher vom Boulevard zum Baggersee taugen.

Zu einem SUV passen freilich am besten die durchzugsstarken und genügsamen Turbodiesel (4,4 bis 5,8 Liter Normverbrauch). Guten Gewissens empfehlen können wir die Selbstzünder aber nicht, denn sie werden ohne zukunftssichere Abgasreinigung per SCR-Kat mit Harnstoffeinspritzung angeboten. So wäre für uns der 170-PS-Benziner erste Wahl. Der laufruhige und spritzige Turbo harmoniert bestens mit dem insgesamt sehr komfortabel abgestimmten Compass. Er treibt die hochbeinige, aber keineswegs schauklige Allradfuhre in 9,5 Sekunden bis auf Tempo 100 und mit sattem Schub weiter bis zur Höchstmarke von 200 km/h. Werksangabe für den Durchschnittsverbrauch: 6,9 Liter.

Auch in der Preisgestaltung markiert der Compass die goldene Mitte. Die Notierungen beginnen bei 24.900 Euro für den 140-PS-Benziner mit Frontantrieb und reichen bis 38.700 Euro für den Trailhawk mit 170-PS-Diesel. Laut Jeep kommt der Neuling damit im Schnitt gut 4000 Euro günstiger als ein vergleichbarer VW Tiguan. Wolfgang Brekeller

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG