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Neuer Subaru XV: Begabter Außenseiter

Subarus Kompakt-SUV macht nicht nur auf der Straße eine gute Figur.
Subarus Kompakt-SUV macht nicht nur auf der Straße eine gute Figur. © Foto: Hersteller
Wolfgang Brekeller / 01.02.2018, 16:00 Uhr - Aktualisiert 01.02.2018, 16:42
Frankfurt (Oder) (MOZ) Subaru, obgleich weltgrößter Hersteller von Allrad-Pkw, ist eine der kleinsten Importeure in Deutschland. Immerhin sind die Japaner bereits das dritte Jahr in Folge mit einem ansehnlichen Zulassungsplus unterwegs, 2017 waren es knapp sieben Prozent. Entscheidenden Anteil daran hat neben dem Bestseller Forester, einem SUV im 4,60-Meter-Format, der kleinere Bruder XV. Subarus Gegenentwurf zu Tiguan, Kuga & Co. blieb mit 2048 verkauften Exemplaren im vergangenen Jahr allerdings nur Außenseiter im boomenden Segment der Kompakt-SUVs. Das könnte sich ändern, denn die soeben eingeführte zweite XV-Generation zeigt sich optisch und technisch voll auf der Höhe der Zeit und erweist sich im Gegensatz zu anderen Modellen ihrer Klasse überdies als begabter Geländewagen. Evolutionär das Außendesign des neuen XV, der etwas länger (4,47 Meter) und breiter ausfällt, ansonsten aber der vertrauten, durchaus nicht angestaubten Linie des Vorgängers folgt. Revolutionäres tat sich unter dem Blech. Der Kompakt-SUV ist der erste Subaru, der auf einer universellen Plattform steht. Die sorgt beim XV unter anderem für einen verlängerten Radstand, der spürbaren Raumgewinn für die Passagiere mit sich bringt. Auch in der zweiten Reihe reisen Erwachsene jetzt erster Klasse. Der Laderaum indes (385 bis maximal 1310 Liter) hat nur marginal zugelegt.Die Einheitsplattform kommt künftig bei allen neuen Subaru-Modellen zum Einsatz und bringt wesentlich steifere Karosserien, niedrigere Schwerpunkte sowie verbesserte Fahrwerke mit sich. Das soll die einzigartige Antriebstechnik der Japaner noch überzeugender zur Geltung bringen. Die besteht aus Boxermotoren und permanentem Allradantrieb „Symmetrical AWD“. Das heißt: Alle Hauptkomponenten, von der Kurbelwelle des Boxers mit seinem tiefen Schwerpunkt bis hin zum Hinterachsdifferenzial, sind auf einer schnurgeraden Linie angeordnet. Das garantiert gleichmäßigen Antriebsfluss, ausgeglichene Gewichtsverteilung und neutrales Fahrverhalten - nicht nur auf Asphalt. Serienmäßig auch die CVT-Getriebeautomatik, die sieben Fahrstufen simuliert.

Zwei Vierzylinder-Benziner mit waagerecht gegenüberliegenden Kolbenpaaren stehen zur Wahl. Vom weltweit einzigen Boxer-Diesel in Großserie, den es auch für die erste XV-Generation gab, hat sich Subaru leider verabschiedet. Kraftpakete sind beide Boxer-Benziner trotz gründlicher Überarbeitung allerdings nicht. Der 1,6-Liter-Motor leistet 114 PS, das 2,0-Liter-Aggregat, auch ein Sauger, bringt es auf 156 PS. Doch selbst mit dem Einstiegstriebwerk wirkt der XV nicht untermotorisiert, rennt bei Bedarf 175 km/h.Deutlich flotter (Standardsprint in 10,4 statt 13,9 Sekunden) und schneller (194 km/h) geht freilich der große Boxer zur Sache. Der kostet zwar stolze 2000 Euro Aufpreis, verbraucht jedoch mit 6,9 Litern im Schnitt nur einen halben Liter mehr als der kleine Bruder. Auch harmoniert er unseres Erachtens besser mit dem ebenfalls überarbeiteten CVT-Getriebe (Lineartronic), das beinahe frei vom sogenannten Gummiband-Effekt die Schaltstufen sortiert, die sich übrigens auch per Lenkradwippen abrufen lassen. Auf kurvenreichen Landstraßen kommen die Vorzüge der neuen Plattform gut zur Geltung. Dort vermitteln die präzise Lenkung sowie die satte, aber keineswegs brettharte Straßenlage des Subaru Fahrspaß. Im Gelände wiederum glänzt der Japaner mit seiner üppigen Bodenfreiheit (22 Zentimeter), seinen kurzen Überhängen und dem neuen Allradmanagement namens X-Mode. Das sorgt per Knopfdruck für beste Traktion auf unterschiedlichstem Untergrund bis zu einem Fahrtempo von 40 km/h. Und eine Bergabfahrhilfe ist auch dabei.Das Interieur gefällt mit penibler Verarbeitung, hochwertigem Material und modernem Infotainmentsystem. Dessen zentrales Bedieninstrument ist der bis zu acht Zoll große Touchscreen. Darüber ist noch ein 6,3 Zoll großes Multifunktionsdisplay platziert und zwischen den beiden Rundinstrumenten, direkt im Sichtfeld des Fahrers, gibt es eine TFT-Anzeige für die wichtigsten Fahrdaten. Erstmals lassen sich in diesem Subaru auch Smartphones beider Betriebssysteme einbinden. Und es mangelt nicht an Fahrer-Assistenzsystemen, die meisten davon gehören sogar zur Serienausstattung. Das sogenannte Eyesight zum Beispiel, ein ausschließlich kamerabasiertes Sicherheitssystem, das Kollisionswarner und Notbremssystem, adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung sowie Spurleit-, Spurhalte- und Anfahrassistenten vereint. Neben dem Eyesight-System fährt der XV in den höheren Ausstattungslinien auch mit radargestützten Assistenten vor, die den Spurwechsel, den Toten Winkel und den Querverkehr überwachen.Die Preise für das einzigartig reich ausgestattete Basismodell beginnen bei vergleichsweise moderaten 22.980 Euro. Darin eingeschlossen ist übrigens auch eine Garantie nicht von Pappe: Fünf Jahre mit bis zu 160.000 Kilometern Laufleistung. Wolfgang Brekeller                                  

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