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Klare Kante
Volvo XC40: Nordischer SUV-Frühlingsbote

Volvos dritter SUV fällt mit 4,43 Metern noch kürzer aus als etwa ein VW Tiguan.
Volvos dritter SUV fällt mit 4,43 Metern noch kürzer aus als etwa ein VW Tiguan. © Foto: Hersteller
Wolfgang Brekeller / 12.02.2018, 10:30 Uhr - Aktualisiert 12.02.2018, 10:34
Frankfurt (Oder) (MOZ) Das wurde aber Zeit: Ab 10. März spielt nun endlich auch Volvo mit in der Liga der Kompakt-SUVs, die den anhaltenden Boom der vierrädrigen Hochsitze maßgeblich befeuern. XC40 heißt der 4,43 Meter kurze Benjamin in der nordischen SUV-Familie, die bislang mit dem Bestseller XC60 (4,69 Meter) und dessen großem Bruder XC90 (4,95 Meter) auch auf dem deutschen Markt für nachhaltiges Wachstum der Premiummarke sorgte. So nimmt der Neuzugang vor allem die deutschen Nobel-SUVs vom Schlage eines Audi Q3, BMW X1 oder Mercedes GLA, Importe wie den Jaguar E-Pace oder Range Rover Evoque und nicht zuletzt auch den Platzhirsch VW Tiguan aufs Korn.

Und darüber hinaus die ganze Branche: Dieser Volvo ist das erste Auto, das man mit einer Art Flatrate buchen kann. „Care by Volvo“ heißt das neue Vertriebssystem. Für einen Betrag ab 659 Euro monatlich ohne Anzahlung können Kunden ihren XC40 zwei Jahre lang fahren und dann einfach zurückgeben. Die Flatrate deckt Versicherung, Steuern und Wartung ab. Die Zusatzkosten beschränken sich auf den Sprit und andere Betriebsstoffe. Mal sehen, wie das ankommt.

Zwar scheint es mit flüchtigem Blick so, als wäre der XC40 mit seinem Design der klaren Kante, mit typischen Volvo-Details wie dem aufrecht stehen Kühlergrill oder den markanten Scheinwerfern mit Tagfahrlicht im Thors-Hammer-Stil lediglich ein geschrumpftes Abbild seiner großen Brüder, doch verleihen ihm die vergleichsweise knackigen Proportionen, die einer völlig neuen Plattform zu verdanken sind, denn doch einen unübersehbaren Schuss an Eigenständigkeit. Dafür sorgen auch die riesigen Räder (bis 21 Zoll) und die standesgemäße Bodenfreiheit von 211 Millimetern, mit der man den Abstecher ins Unterholz nicht fürchten muss. Hinzu kommt eine für Volvo beinahe revolutionäre Buntheit. Die Dächer lassen sich von den weit weniger als sonst gedeckten Farben der Karosserie absetzen, die Türverkleidungen bestehen zum Teil aus hochwertigem Filz, der die Farbe der Fußmatten aufnimmt, zum Beispiel Orange, und nebenbei auch dafür sorgt, dass nichts in den ungewöhnlich großen Türablagen klappern kann.

Ansonsten präsentiert sich das Interieur ganz im bekannten Stil der anderen XC-Modelle. Mit Ausnahme einiger Accessoires wie cooler Aluminium- statt edler Holzeinlagen. Ausnahmslos alles hingegen, was die 60er und 90er SUVs an Infotainment- und Fahrer-Assistenzsystemen zu bieten haben, gibt es auch für den XC40. Das elektronische Hilfspersonal erreicht beinahe Kompaniestärke, meistert teilautonomes Fahren bis Tempo 130 ebenso wie unübersichtliche Situationen etwa beim Linksabbiegen an Kreuzungen. Der hochkant über der Mittelkonsole thronende Neun-Zoll-Touchscreen lässt sich mittlerweile einfacher bedienen, für Smartphones, die sich selbstverständlich voll integrieren lassen, gibt es auch eine Ladeschale. Ein Raumwunder ist Volvos kleinster SUV allerdings nicht. Eng geht es jedoch selbst für Großgewachsene auch im Fond nicht zu. Der Kofferraum hinter der elektrisch betriebenen Heckklappe schluckt 460 Liter. Die Rücklehnen lassen sich per Knopfdruck einebnen, womit sich 1336 Liter Laderaum ohne störendes Gefälle auftun. Sehr praktisch: Die Gepäckraumabdeckung kann platzsparend im Kofferraumboden verstaut werden.

An den Start geht Volvos Neuling mit zwei Motoren, und das sind ausgerechnet die Leistungsträger der Baureihe. Dementsprechend hoch die Preise: Der 2,0-Liter-Turbodiesel D4 leistet 190 PS und kostet mindestens 44.800 Euro. Für den Turbobenziner T5, ebenfalls ein Vierzylinder, der aus 2,0 Litern Hubraum 247 PS schöpft, sind noch 1300 Euro mehr zu berappen. Beide Motoren sind generell mit Achtgang-Automatik und Allradantrieb gekoppelt und erfüllen dank SCR-Kat beziehungsweise Benzin-Partikelfilter die derzeit strengste Abgasnorm Euro 6d-TEMP.

Reichlich Fahrspaß, der auch an der Tanke nicht getrübt wird, gibt es schon mit dem D4, dessen Normverbrauch Volvo mit 5,1 Litern beziffert. Der doppelt aufgeladene Selbstzünder (Bi-Turbo) sorgt mit üppigen 400 Newtonmetern Drehmoment für souveränen Vortrieb unter allen Bedingungen, zumal die Automatik nahezu verzögerungsfrei die Gänge sortiert. Die Dieselfuhre spurtet in 7,9 Sekunden bis auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h. Das kann der stärkere, vorbildlich laufruhige Turbobenziner natürlich noch besser (Standardsprint in 6,5 Sekunden; Höchstgeschwindigkeit 230 km/h). Der soll sich im Schnitt mit 7,2 Litern Super begnügen. Wir haben allerdings auf gut 200 Kilometern Testfahrt über Landstraßen stolze 9,3 Liter verbraucht. Das lag gewiss auch daran, dass uns der bissige Turbo vor allem im Dynamic-Modus der insgesamt vier Fahrprogramme bei allen Gelegenheiten zu forcierter Gangart animierte. Dabei gibt sich Volvos Kompakt-SUV, obwohl er mit knapp 1,8 Tonnen (leer) wahrlich nicht zu den Leichtgewichten seiner Klasse zählt, spürbar agiler als seine größeren Brüder und überzeugt zugleich mit fein ausgewogenem Federungs- und Dämpfungskomfort.

Gut zu wissen: Im Sommer sinkt der Einstiegspreis für den XC40 bis auf 31.350 Euro. Dann reicht Volvo den T3 nach, einen Dreizylinder mit 156 PS, der im Verbund mit Frontantrieb und Sechsgang-Handschalter seinen Dienst versieht. Wolfgang Brekeller                                                                                         

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