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Stromer
Nissan Leaf: Der E-Champion legt nach

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Wolfgang Brekeller / 11.05.2018, 11:55 Uhr - Aktualisiert 11.05.2018, 11:56
Frankfurt (Oder) (MOZ) Wer baut eigentlich den Elektro-Bestseller – Tesla? Nein, die Amis machen zwar immer mal wieder Schlagzeilen mit zigtausend Vorbestellungen ihrer E-Mobile, doch kommen mit der Produktion nur stockend in Fahrt. Die meisten Käufer fand bislang ein Nissan. Der kompakte Leaf, der seit Frühjahr 2012 auch in Deutschland angeboten wird, ist mit rund<a href="http://320.000 abgesetzten Einheiten Weltmeister. Und der legt jetzt nach: Mit schnittigem Design, mehr Leistung, Reichweite, Fahrkomfort und Fahrer-Assistenzsystemen. Die leicht erhöhten Preise für die soeben auch bei uns eingeführte zweite Leaf-Generation beginnen bei 31.950 Euro." rel="nofollow" target="_blank"> 320.000 abgesetzten Einheiten Weltmeister. Und der legt jetzt nach: Mit schnittigem Design, mehr Leistung, Reichweite, Fahrkomfort und Fahrer-Assistenzsystemen. Die leicht erhöhten Preise für die soeben auch bei uns eingeführte zweite Leaf-Generation beginnen bei 31.950 Euro.</a>

Ganz im Gegensatz zum Vorgänger, der pummelig und mit seinen vielen Rundungen etwas aus der Zeit gefallen wirkte, präsentiert sich der neue Leaf rundum angespitzt. Damit macht der leicht verlängerte Fünftürer (4,49 Meter) übrigens auch in Sachen Aerodynamik eine sehr gute Figur. Für die Insassen gibt es zwar keinen spürbaren Raumgewinn, doch bietet der Nissan nach wie vor fünf Erwachsenen ausreichend Platz. Und sie müssen sich mit dem Reisegepäck weniger einschränken als zuvor. Der  Kofferraum hinter der großen Heckklappe legte auf 385 bis 400 Liter zu. Hochwertig und übersichtlich das ebenfalls völlig neu gestaltete Interieur. Der Instrumententräger beherbergt rechts einen analogen Tacho und links daneben einen TFT-Bildschirm, der Infos über Reichweite, Akkukapazität, Fahrmodi, Assistenzsysteme oder was auch immer vom Fahrer gewünscht wird, direkt in seinen Blickpunkt rückt. Über den Touchscreen auf der Mittelkonsole lassen sich das Audio- und Navigationssystem bedienen, zum Beispiel auch Ladestationen suchen und selbstverständlich Smartphone-Funktionen ins Auto holen.

Das dynamische Design ist keine Mogelpackung. Nissans neuer Stromer ist stärker Motorisiert als der alte (150 statt 109 PS; 320 statt 254 Nm), wesentlich flinker und länger ohne Zwischenstopp an der Ladestation unterwegs. Er wurde als eines der ersten Elektroautos überhaupt nach dem neuen, mehr auf den alltäglichen Fahrbetrieb zugeschnittenen WLTP-Verfahren (Worldwide Light Test Procedure) geprüft. Danach sind 415 Kilometer Reichweite im Stadtverkehr mit nur einer Füllung des Akkus möglich, dessen Kapazität auf 40 Kilowattstunden erhöht werden konnte. Im kombinierten Fahrzyklus beträgt die Reichweite immerhin noch 285 Kilometer. Und das liegt ziemlich nah an der Wahrheit. Wir hatten nach 117 Kilometern flotter Überland-Testfahrt noch einmal so viel Restreichweite. Zum Vergleich: Berechnungen nach dem alten, äußerst praxisfernen NEFZ-Verfahren kämen auf maximal 378 Kilometer.

Beeindruckend, wie leichtfüßig, leise, kommod gefedert und gedämpft der Leaf unterwegs ist. Von Behäbigkeit im Antritt kann trotz rund 1,6 Tonnen Leergewichts keine Rede sein. Im Gegenteil. Nissans Elektrofuhre kommt wie ein GTI aus den Puschen. Bei Bedarf geht’s dank Eingang-Automatik ohne jegliche Zugkraftunterbrechung in 7,9 Sekunden bis auf Tempo 100 und mit kräftigem Schub weiter bis zur Höchstmarke von 144 km/h. Dem Fahrer steht neben bekannten Assistenten wie automatische Notbremse, Parkpilot, Verkehrszeichenleser, Spurhalter, Totwinkel- oder Querverkehrswarner auch ein völlig neuer Helfer zur Seite – das sogenannte e-Pedal. Das gehört zur Serienausstattung, wird per Knopfdruck aktiviert und legt die zum Fahren nötige Beinarbeit auf nur ein Pedal, das Gas natürlich. Der Gasfuß kann alles, beschleunigen, abbremsen und anhalten. Wird er gelüpft, verzögert der Leaf energisch bis hin zum Stillstand. Und rekuperiert dabei freilich viel Bremsenergie. Das „One-Pedal-Driving“ erfordert zwar etwas Eingewöhnung, führt dann aber zu spürbar entspannterem Fahren. Das kann der Leaf mit dem ebenfalls neuen Pro-Pilot übrigens auch teilautonom. Der Assi übernimmt im Stop-and-Go-Verkehr das ständige Abbremsen, Anhalten und Anfahren, hält auf der Autobahn automatisch Tempo, Sicherheitsabstand und Spur.

Die Ladeanschlüsse (zwei Steckdosen) befinden sich wie beim Vorgänger in der Fahrzeugfront unter einer Klappe, die jetzt rückenfreundlich hoch angebracht ist. An der Hochleistungssteckdose lässt sich der Lithium-Ionen-Akku in 40 bis 60 Minuten bis auf 80 Prozent aufladen, eine Vollladung an der Wallbox dauert 8,5 Stunden. Wer allerdings nur die Haushaltssteckdose zur Verfügung hat, der ist schlecht dran. Da dauert einmal „Volltanken“ geschlagene 21 Stunden. Wolfgang Brekeller

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