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Abarth 695C Rivale 1.4 T-Jet
PS-Protz mit fortissimo

MOZ / 08.08.2018, 11:23 Uhr - Aktualisiert 08.08.2018, 14:27
Frankfurt (Oder) (MOZ) Das Normale in etwas Außergewöhnliches zu verwandeln – mit dieser Philosophie gründete Carlo Abarth 1949 sein eigenes Unternehmen. Beinahe 70 Jahre danach ist Abarth eine eigenständige Marke innerhalb von Fiat Chrysler Automobiles (FCA), die sich mit kompakten und exklusiven Sportwagen etabliert hat und die Technologie aus dem Motorsport für ein breites Publikum erschwinglich macht. Jetzt feiert die sportliche Marke mit dem Skorpion im Wappen ihr 10jähriges Jubiläum. Anlas für uns vom Märkischen Markt, mal einen Rückblick in die traditionsreiche Ära zu wagen und zu schauen, was die sportliche Marke derzeit für Modelle im Köcher hat. Hierfür haben wir den 695 Rivale als Cabrio getestet

Abarth-Modelle, meist brave Kleinwagen, die mit speziellen Kits getunt wurden, sorgen schon seit Jahrzehnten auf den Straßen für Furore. Ziehen diese Kraftprotze doch schon beim Ampelstart lauthals davon oder lehren dem automobilen Establishment auf der linken Autobahnspur das Fürchten. Das gefiel und gefällt den Autofans bis heute. Schon früh entwickelte Abarth eine fast überschäumende Liebe zu schnellen Autos. Doch anders als manche Tüftler seiner Zeit hatte Abarth nicht nur Benzin im Blut, sondern war auch ein pfiffiger Geschäftsmann. Seine speziellen Sportauspuffanlagen brachten selbst den biedersten Familienkutschen deutscher Autohersteller einen Hauch Rennsport in Papas Garage. Auch Autos ohne derlei Extras wurden gern mit dem Skorpion-Aufkleber am Heck geschmückt, wie eben auch heutzutage so mancher sein Wägelchen mit GTI, AMG oder M schmückt – obwohl nichts dahintersteckt. Ein echter Abarth hat indes mehr zu bieten als nur ein Skorpion-Logo. Gerade kleinere Modelle hatten es Abarth angetan.

Und Fiat hatte derlei Varianten zu bieten. Sie lieferten ihm denn auch Autos wie den 500er, 600er oder 850er zu günstigen Preisen, Abarth schraubte ihnen versierte Tuning-Teile auf den Leib, implantierte Sportfahrwerke und  frisierte Motoren – fertig waren die Rennsemmeln. 1971 verkaufte Abarth seine 1949 gegründete Automobil- und Tuningfirma an die Agnellis von Fiat. 1979 verstarb das Genie, welches aus kleinsten Hubräumen riesige Leistung holte und vielen Motorsportenthusiasten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern vermochte.

Und seine Ideen leben weiter. Das aktuelle Portfolio von Abarth umfasst die Baureihen 595 mit den Modellvarianten 595, 595 Turismo und 595 Pista und 595 Competizione (jeweils als Limousine und Cabrio), den 124 Spider und 124 GT als auch vom 695er verschiedene Sondermodelle wie aktuell den 695 Rivale.

Wir haben letzteren als Cabrio mal getestet. Eine prickelnde Rückenmassage bekommt man schon beim Blick auf den nur 3,66 Meter kurzen Abarth 695 Rivale, erhielt er doch von den Designern in jede Blickrichtung eine auffällige Trimm-Figur. Das Abarth-Drehbuch ließ hierfür den Machern jedenfalls Raum für Extravaganz. Das Design zeigt gekonnt Anleihen bei der Riva „56 Rivale“, einer viel verkauften italienischen Yacht. Die Karosserie ist zweifarbig in Sera Blau oben und dem für Riva typischen Shark Grau im unteren Bereich gehalten. Eine auf Hüfthöhe rundum laufende doppelte Linie in Aquamarine Blau verstärkt den Bicolore-Effekt. Wir registrieren mächtige Brembo-Zangen zwischen den 17-Zöllern als auch dicke ausmodellierte Seitenschweller sowie einen Heckspoiler. Und hinten gibt es eine tiefe Heckschürze mit Diffusor als auch an der Dual-Mode-Abgasanlage mit Kohlefaser verkleidete pralle Endrohre. So aufgemotzt zielt der Fiat unverhohlen auf den maskulinen Geschmack.

Im Innenraum sorgen Einstiegsleisten aus Kohlefaser, mit blauem Leder bezogene Sitze und Seitenverkleidungen sowie die mit Kohlefaser verkleidete Armaturentafel, die auf Wunsch auch mit Mahagoni-Holz zu haben ist, für einen nautischen Look. Darüber hinaus wird Echtholz mit modernsten Hightech-Materialien kombiniert. Serienmäßig ist das Entertainmentsystem Uconnect an Bord, das mithilfe der Applikationen Apple CarPlay und Android AutoT die Einbindung kompatibler Smartphones ermöglicht. Es wird mittels eines hochauflö­senden Touchscreens mit 7,0 Zoll bedient und sorgt mit sechs Lautsprechern für satten Sound.

Und natürlich hat er es auch faustdick unter der Haube. Bei dem Aggregat sind 180 wilde Pferde in nur 1,4 l Hubraum eingepfercht, die per Turbo (250 Nm) losgelassen werden. Einmal in Fahrt gibt er sich als PS-Protz mit fortissimo, der so ins Horn bläst das er in der ersten Tischreihe der Straßencafes den Cappuccino zum Schäumen bringt. Der Schub presst einen fest in den Sitz, peitscht in 6,7 s das nur gut eine Tonne leichte Auto auf 100, erst bei Tempo 225 hört die Tachonadel auf zu zittern. Wahnsinn. Als Schaltung gibt es ein manuelles Fünfganggetriebe, für 1.300 Euro Aufpreis lässt sich alternativ ein automatisiertes Fünfganggetriebe ordern. Im Punkt Leistungsgewicht liegt der 695 Rivale übrigens auf dem Niveau eines echten Sportwagens – bei einem Leergewicht von geringen 1045 Kilo muss jedes PS nur 5,8 Kilo bewegen.

Als Limousine ist der Rivale ab 28.000 Euro zu haben, die Cabrio-Variante kostet glatte 30.000 Euro.Rainer Bekeschus

MäMa-Testfahrt: Abarth 695C Rivale 1.4 T-Jet

Abarth 695C Rivale

1.4 T-Jet

Motor: 1,4-Liter-Vierzylinder mit Turbolader, 180 PS

0 - 100 km/h: 6 Sekunden

Spitze: 225 km/h

Verbrauch: 6,7 Liter Super

CO²-Wert: 139 g/km

Kofferraum: 165 Liter

Preis: ab 30.000 Euro

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