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Dunkle Jahreszeit
Richtig reagieren bei Wildwechsel

Richtig reagieren bei Wildwechsel» von Peter Löschinger vom 12. September 2018: Niedlich, aber auch gefährlich: Im Herbst müssen Autofahrer wieder besonders mit Wildwechseln rechnen.
Richtig reagieren bei Wildwechsel» von Peter Löschinger vom 12. September 2018: Niedlich, aber auch gefährlich: Im Herbst müssen Autofahrer wieder besonders mit Wildwechseln rechnen. © Foto: Patrick Pleul/dpa
dpa-tmn / 12.09.2018, 09:51 Uhr
Berlin Hase, Reh und Fuchs geben beim Spaziergang im Wald ein hübsches Bild ab. Für Autofahrer können solche Wildtiere aber zur Gefahr werden. Wie man am Steuer richtig reagiert, erklärt Jäger und Biologe Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdverband (DJV).

Frage: Im Herbst steigt wieder die Gefahr für Wildwechsel, warum?

Antwort: Besonders im Oktober und November wechseln viele Wildtiere wie etwa Rehe, Feldhasen, Hirsche, Wildschweine und Füchse ihren Lebensraum und sind aktiv. Die Felder werden abgeerntet und die Vegetation wird kärglich. Viele Tiere ziehen daher zurück in den Wald. Quasi ein Umzug von der Sommer- in die Winterresidenz.

Frage: Welche Tiere verursachen besonders häufig Unfälle?

Antwort: Mit knapp 85 Prozent ist das Reh übers Jahr gesehen Hauptverursacher für die insgesamt rund 250 000 von Jägern registrierten Wildunfälle. Aber auch bei Wildschweinen herrscht recht reger Betrieb. Sie sind für etwa 11 Prozent der Wildunfälle verantwortlich.

Frage: Wann ist besonders mit Wildwechsel zu rechnen?

Antwort: Die meisten Wildtiere sind in der Dämmerung unterwegs. Autofahrer müssen morgens und abends besonders vorsichtig fahren. Naturgemäß fällt der Pendlerverkehr im Frühjahr und Herbst in diese Zeiten. Wegen der Zeitumstellung geht diese besonders unfallträchtige Phase dann in eine zweite Runde. Das ist deswegen so gravierend, weil es von einem auf den anderen Tag passiert. Vor allem Pflanzenfresser unternehmen täglich kleine Wanderungen vom Wald auf Wiesen und Felder und zurück. Zwischen ihrem Schlaf- und Esszimmer verlaufen aber eben oft Straßen.

Frage: Welche Strecken sind besonders gefährlich?

Antwort: Überlandstraßen durch einen Wald und Strecken an einer Wald-/Feld-Kante. Denn dort grenzt das Esszimmer an das Schlafzimmer.

Frage: Was müssen Autofahrer besonders beachten?

Antwort: Angepasste Geschwindigkeit ist das A und O. Auch da, wo keine Warnschilder stehen. Wenn ich mit Tempo 80 fahre, komme ich vor dem Tier noch rechtzeitig zum Stehen, wenn es 60 bis 70 Meter vor mir aus dem Gebüsch kommt. Bei Tempo 100 fahre ich schon mit 60 km/h dagegen. Daher bremsbereit die Straßenränder beobachten. Kleine Lichtpunkte am Rand können auf das Licht der Scheinwerfer reflektierende Augen der Wildtiere hindeuten.

Frage: Tiere zeigen sich auf der Straße - was tun?

Antwort: Abblenden, bremsen und hupen. Dämmerungsaktive Tiere haben sehr lichtempfindliche Augen, ein Fernlicht macht sie völlig orientierungslos. Das ist, wie wenn man Ihnen einen Baustrahler vors Gesicht hält. Einem einzelnen Tier folgen meist noch weitere. Rehe etwa sind im Winter in so genannten Sprüngen mit zahlreichen Tieren unterwegs. Wildschweine leben das ganze Jahr in Rotten.

Frage: Was, wenn ich nicht mehr rechtzeitig bremsen kann?

Antwort: Ein kontrollierter Zusammenstoß ist in der Regel besser als ein unkontrolliertes Ausweichmanöver. Lenkrad festhalten und voll bremsen. Denn ansonsten lande ich vielleicht im Gegenverkehr oder an einem Baum. Nach dem Aufprall ist die Unfallstelle mit Warnblinker und Warndreieck zu sichern und die Polizei unter 110 zu alarmieren. Die verständigt dann auch in der Regel den zuständigen Jäger.

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