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Probefahrt
Autotest Hyundai Ioniq

Autotest Hyundai Ioniq
Autotest Hyundai Ioniq © Foto: Hajo Zenker
Hajo Zenker / 25.09.2018, 16:05 Uhr - Aktualisiert 01.10.2018, 17:13
Berlin (MOZ) Hyundai hat in diesem Jahr bei uns bisher ein Zulassungsplus von 11,3 Prozent eingefahren – und liegt damit deutlich über dem Schnitt des Gesamtmarktes, der 6,4 Prozent betrug. Besonders der i20 konnte zulegen. Aber auch der Ioniq schlägt sich mit seinem alternativen Antriebskonzept wacker.

Motor

Dass der Ioniq im Hyundai-Programm etwas Besonderes ist, merkt man schon am Motorisierungsangebot – es gibt den Wagen ausschließlich mit alternativen Antrieben: als reines Elektrofahrzeug, als klassischen Hybrid, also Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor, und (wie von uns gefahren) als Plug-in-Hybrid, also Hybrid, der auch an der Steckdose geladen werden kann. Die Motorenkombination aus einem 1,6-l-Benzindirekteinspritzer und einem 44-PS-Elektromotor mobilisiert eine Systemleistung von 141 PS und 265 Newtonmeter maximales Drehmoment. Für die Kraftübertragung sorgt ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Automatik und Motoren harmonieren dabei hervorragend – bei Hybriden anderer Hersteller wahrlich nicht selbstverständlich. In 10,6 Sekunden kann man so kultiviert und entspannt von 0 auf Tempo 100 kommen, auf der Autobahn sind 178 km/h möglich. Bis zu 63 Kilometer, hat Hyundai ausgerechnet, kann man im Plug-in komplett ohne Verbrennungsmotor unterwegs sein. Davon waren wir ein gutes Stück entfernt, doch zumindest im Stadtverkehr hört man tatsächlich längere Zeit nichts vom Wagen, da er elektrisch mit dem Strom schwimmt.

Karosserie/Ausstattung

Hyundai hat den möglichst geringen Luftwiderstand optisch geschickt verpackt – schick mit einem Hauch von Öko sieht der Ioniq aus. Und beweist damit, dass ein Hybrid nicht so unattraktiv wie der Technik-Vorreiter Toyota Prius daherkommen muss. Die Sicht nach hinten allerdings ist im Fünftürer durch den Spoiler schlecht (zum Glück ist die Rückfahrkamera serienmäßig verbaut). Auch innen vermag der 4,47 Meter lange Wagen zu überzeugen. Das Raumangebot ist gut, alles wirkt funktional, es gibt viele Ablagemöglichkeiten, die Materialien sind ordentlich. Die 341 Liter Kofferraum beim Plug-in sind ok, hier verwehren die Zutaten des Elektroantriebs mehr Platz. Ab Werk hat der Plug-in-Ioniq bereits sieben Airbags, ESP, Tempomat mit Abstandregelung, Spurhalteassistent, Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, Audiosystem, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Fensterheber rundum, beheizbare Außenspiegel, fernbedienbare Zentralverriegelung.

Fahrverhalten

Der Ioniq liegt, auch dank der tiefen Platzierung der Batterien, gut auf der Straße. Die Federung ist ordentlich, manche Stöße werden aber an die Insassen weitergereicht. Der Wagen lässt sich erstaunlich dynamisch um die Ecken bewegen.

Wirtschaftlichkeit

Hyundai hat sich zum Ziel gesetzt, Elektromobilität bezahlbar zu machen. So beginnt der normale Hybrid bei 20.200 Euro. Der von uns gefahrene Plug-in Hybrid startet bis Ende September bei 28.405 Euro (danach 29.900 Euro), der reine Stromer kostet mindestens 31.635 Euro. Der offizielle Verbrauch von 1,1 Litern Super auf 100 Kilometer ergibt sich aus vielen unterstellten Kilometern in der Stadt bei rein elektrischem Betrieb (Stromverbrauch 9,4 kWh auf 100 Kilometer). Von vier Litern Super sollte man eher ausgehen. Hyundai gewährt fünf Jahre Garantie (sogar acht Jahre auf die Batterie).

Fazit

Hyundai bietet der Elektromobilität zugeneigten Kunden in einem Auto die jeweils passende Elektrifizierungs-Variante an. Der Plug-in-Ioniq hat dabei den Charme, dass man sich nie vor einer leeren Batterie fürchten muss und trotzdem den Elektromotor durchaus intensiv nutzen kann. Dazu ist der Wagen ansehnlich und bietet ein familientaugliches Raumangebot. Empfehlenswert. 

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